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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 38. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 38.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 308 — «au» und der Mitglieder derselben. Solche Zweigvereiu« hat di« Affocation in Liverpool, Manchester, Ren-Süd-Wal«» und Balanat. Nfrika. Marvk». Di« Judenverfolgungen nehmen wieder becentriche Dimensionen an. Der Miance ist zunächst (schon im Juli) eia desonderer Fall abscheulicher Rohheit berichtet worden. Einem kranken J-raeliten in Fez hatte der Arzt verordnet, ein Dampfbad zu nehmen. Da diese Art von Bädern im Judenquartier iveder exrstirt noch existiren darf, so mußt« der Kranke sich an de» Aufseher der muselmännischen Bäder wenden, welcher ihn schließlich mit zwei anderen Israeliten, die ihn führten, eiutreten ließ. Sofort oerrathe«, von einer wüihuden Menge umgeben und von Soldaten getaebetl, wurde» diese drei Leut« durch di« Stadt geschleift, «nährend «an von allen Seiten mit Stärken, Bellen und Gewehren nach ihnen schlug und sie mit einem Lteinregen von den Terrassen herabbewarf, so daß man überall die blutig« Spur ihre» Wege» sah. Al«, sie endlich mit Wunden bedeckt vor de« Gouverueur kam«», hatte der Sine von ihnen ein Auge verloren und der Andere eine Kovfwunde; trotzdem aber ließ ihnen der Vertreter der Behörde fünfhundert Stockschläge gebe« und sie in'» Gesäugniß werfen; man wartet nur di« Bestätigung de» Sultan» ab, u,n ihnen di« Köpfe abzuhauen, uitb die« Alte», well man behauptet, »aß da» arabische Bad durch sie profanirt worden wäre. — Der Sultan ist verreist, und die Unglücklichen liegen einstwellen in einem maroccanischen Kerker. Die Intervention England» und Frankreich» w angerufen. Die maroccanischen Behörden haben aber auch allgemeine v«rfo>gung»maßregeln in» Wert geietzt. Man längt an, alle« denen, die sich nicht mit einem Hausirschein versehen baden, den Schutz zu entziehen, und bemüht sich, diefenigen, die chre Papiere in Ordnung haben, auf irgend eine Weise zu entfernen. E» sind ferner gemessen« Ordre» gegeben, daß selbst di« europäischen Schutz genießende» J»raeliten von Saffi, Raroeco und Mazagau sich nicht europäisch kleiden und nicht »U Schuhen an den Füßen in den muselmännischen Stadtvierteln erscheinen dürfen. J«raelitische Kaufleut« au» Fez, di« in Algier geboren und französische Unterlhanen find, habe« den Befehl erhalten, ihre europäisch« Kleidung abzulegcn, uild sahen sich schließlich genöthigt, mit Verlust ihre« Bermögen« barfuß zu fliehen. — Eben damit nimmt aber auch die Sach« «ine andere Wendung. Weder di« französische noch dt« englisch« Regierung werden dazu schweigen. „Tall-Mall Gazetia", ja sogar „Time»" fangen an, die Angelegenheit zu besprechen und verlangen energisch« Intervention bei seiner „fcherifilchen Majestät." Erster«» Blatt sagt, daß auch französische Zeitungen di« Verfolgung algerischer Unterthanen in Marocco in starken Ausdrücken besprechen, und giebt weitere Detail», auf die wir zurückkommen. Einstivellen hat Earl Sranville der Anglo-Jew -Affoc. Untersuchung zugesagt. Vermischte und neueste Nachrichten. Pose», 11. Sept. In der gestrige, Stadtverordnetensitzung wurde« zu Mitgliedern de» Kuratorium« der Realschule zwei evangelisch« und eiu jüdischer Stadtverordneter gewählt, während früher zu den Milgliedern auch stet« «in Stadtverordneter katholischer Sonfession und polnischer Rationalität gehörte. Au» Brotztz wird der „R. Fr. Pr." gemeldet, daß dort in einer im Gemetuderalhösaale abgehaltenen Wählerversammlu ng «in zur Hälfte (?)au« jüdische» und zur anderen Hälfte au« christlichen Wahlderechti-ten bestehende» elfgliederlge» Wahlcomite gebildet wurde, welche» mit der Zusammenstellung der Wählerlisten und Einberufen einer Dähleroersammlung bedus» Anhörung der sich etwa meldenden Eandidate» betraut wurde. Psri». „Arch. J»r." bringen an hervorragender Stelle eia« warme Empfehlung der Sammlung für Watseahäuser tu Palästina. — vr. Hirtz, ehemal« Prosiffor an der «edikinisch«u Facultät in Slraßdurg, und jetzt, in Folg« seiner Option, au der zu Nancy, ist zum Mitglied der medizinischen Akademie erwäblt worden. — Adolph Hessel, jetzt Beamter d«r französisch«» Bank, Reffe de» Artilleri t-Lommandanten Abraham, hat di« Miljtärmedaille für Dienst« während de» Kriege» in der Mobilgard« erhalte». Diese so spät »nd unerbeten erhalten« Auözrichnung ist um so ehrenvoller. (A. I) Feuilleton. llnffd>i:fare Feffet«. Original-Kovell« von I. % Lichtenderg in (Fortsetzung.) Aber mein Wirth schlug wieder nicht ein, und di« armen Geschöpf« athmeten toch auf und ich uicht minder. Johnson ließ da» Mädchen io», und sie beeilt« sich mit dem Abräumen de» Tisch«», da mußte Satan nochmal» sein Spiel treiben, und da» Gespräch kam auf Pferde. Run hart« Johnson ein herrliche» Reitpferd, welche» von unserem Wirlhr ungeheuer gerühmt wurde, der e» Johnson schon manchmal halte abtaufen wollen, was jedoch von diesem immer abgeschlagen wurde. „Siehst Du," sagte er im Gespräche, „Du wolltest mir niemal» Dein Pferd verkaufen, weil e« Dir lieb ist, verlangst aber, daß ich Dir die Liebling»sclavin niemer Fra» hergeb«." Da« war da« Unheil der armen Sclavin. Ohne sich zu besinnen, sagte Johnson: „Wohlan! ich halt« «ein Gebot von drei Tausend Dollar« und gebe mein Pferd in den Kauf" Ein Handschlag von Seite« u»sere« Wirlhc« in di« dargercicht« Hand Johns«»'» wurde durch einen gellend«» Schrei übcrtönt, der von der armen verkauften Sclavin herrührte, die in« eine Riobe, die Hand vor dem Gesichte, daftanv, während ein laute» Schluchze« die Brust chre» arme» Manne» zu zeriprrngen drohte. Jetzt warfen sie sich Beide dem Herr« zu Küß«», jammerten und flehte» so herzzerreibend, daß «» einen Sretn hätte erbarmen mögen, nur dt« Herzen der Pflanzer blieben ungerührt. Endlich, da da» arme Weib da» Unnütz« chrer Bitten einsah, bat sie chren Herrn um Golteäwillen, wenigsten» den Handel nicht abzuschlirßen, chne daß er ihr Kind mit verkaufe, und dieser schien darauf eingehen zu wollen, al» Herr Johnson drei Tausend Dollar» Roten auf den Tisch legte und barsch sagte: „Gehandelt ist gehandelt, und ein Gen» telmann geht nie zurück." Da» gab den Au»jchlag. Unser Wirth sprach sein Bedauern darüber au», daß die Sclavin ihn nicht früher auf chr Kind aufmerksam gemacht, und hielt die Sach« für abgethan. Aber da» junge Frauenzimmer hielt die Kntee ihre» Herrn umfaßt, und ihr Jammer« und Flehen steigerte sich noch. Da wandt« sich Johnson «ach dem Fenster zu und klopfte seiner, Reitknechte, einem secht Fuß hohen Reger, der unter den Fenster» lungert«; dieser trat auch sogleich ein. u „Nimm dies« Niggerin da. die habe ich gekauft, und bringe sie in da« ®«fan(j«nJHU«,bi»»ir morg en aKreisen," befahl Johnson barsch. i Der Reger versuchte die Hände der Unglücklichen sanft von den Kniern ihre» Herrn loszumachen, brachte e» aber nicht fertig, er griff deshalb nach einem auf dem Tisch« liegenden Meffer und schlug sie mit dem Stiele so heftig auf die Hände, daß dir Arme laut anfschri«, aber gezwungen war, loSzulaffen. In chrer Verzweiflung warf sie sich gegen den baumstarken Reger, dieser warf sie jedoch zn Bode» nuo zwar ans da» Gesicht, riß chr di« Hände auf de«, Rücken, faltete chr sie dort trruzwetft, und da kein Strick i».der Nähe mm, zog er etwa» düunen B.ndfadeu au» de»., Tasche. > und

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