Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 38.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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— 307 -- SU&Huer EHwnftdn, Anltn»WDrsteher p#;i Mansch, Präsident de» Bereine» „Schomer Israel" vr. Lohn, Schuldirect« De. Bternberg und Tempelo.rwäiter H. Lechner. Die Herren vr. vr. Jusiü» und Joseph Äolischer spendeten gleich zu diese« Zweck« j» ÜO Gnlden." (So berichtet der Lemberger „Israelit", da» Organ de» Vereine» „Schomer J«r". Mir begreifen nnr nich-, nmrum unser dem vereine nah« stehender Herr Torr, solchen Lärm über die beabsichtigte Feier schlagen tonnte, wie »ir im vor. Bi. «Ngedeniet haben. Tr konnte wissen, daß, ivenn Herr Rabb. L. sich bei der Feier betheiligte, ein« nnpassenke Demonstration nicht in Wert sein tonnte. Hätte er un» jenen Umstand angedeutet, s» evürden wir wenigsten» die Sache richtig beurtheilt haben- Red.) Lemberg. Tin« erfrenliche Rnchricht ttber da» Zusammengehen von Ruthen«» und Juden in Galizien wird hierher gemeldet. Der Ruthenenfkhrer und Obmann bt» ru tbenischen Bezirls-Wahicomite» Przemysl hat Ramen» seiner Parteigenossen versprochen, die Tandidatnr de» Rabbiner» vr. Löwenftein im Stadt-Wahlbezirke Przemy-l zu unteistützen. Arankretch. Pari». Wir haben im Deutschen keine dem französischen Eitfknt terrible recht entsprechend« Bezeichnung, ater wir pflege» von „Hindern und Narren, welche die Wahrheit sagen," zu reden. Buchstäblich wollen wir diese Bezeichnung niesmal nicht verstanden haben, die Personen, von denen wir berichten wollen, stnd alt genug, und wissen auch, wa« fit thun und wollen, oder Diejenigen wisse, e«, welch« sie ,l« Werkzeuge benutzen. Die Bruder Lemaun (Lehmann). Abbii», ehemals Juden, Trödler (wir man sagt), au» irgend einem verlorenen Winkel der Provinz Pose», jetzt besonder» gern gesehene Gäste im Valican, haben einmal wieder einen offenen Brief an ihre ehemaligen Glaubensgenoffen erlaffen und in urehrereu französischen Bläneru cherical-legitimistischie Farbe veröffentlicht. Sie reden ihnen aber diesmal nicht in» Herz, um sie zu bekehren, da» hat nicht» g> fruchtet, sondern sie schimpsen und drohen. Sie verralhen also und plaudern au», was ihre Brod- und Rathgeber im Sinne haben. Sie reden zunächst von den Juden in Rom, denen sie Undankbarkeit gegen Pin» IX. vorwerfen. Daß sich die prätendiete Tankdarteil auf die veweise menschlicher Gesinnung bezieht, welch« Pius im Anfang« feiner Regierung, al» er noch liberal« Schwachheiten zeigt«, den unglücklichen Bewohnern de» Ghetto erwiesen hat, ist leicht zu errathen, und jene ersten Regiert»-igShandlungen sollen de« greisen Pabst« auch von un» nie vcrgeffeu, sondern zum Guten gedacht werden. Ob er sie später durch Manche» — Mortara u. s w. — welt gemacht habe, wolle» wir auch nicht gerade abwägen; sei e» um DanLiarkeü; wodurch haben sich denn nun di« Inden Rom» undankbar bewiesen? Hätten sie mit den päbstlicden tuaoen gegen di« Truppen Victor Gmanuel» käoipsen. für e. Heiligkeit > sterben oder mit ihm die „Gefangenschaft" im Vatikan lhcsieNisollen? da» ist'» nicht, aber die alten Trödler und neue» Heiligen sagen e» un», und siehe da, der Trödel und di« Heiligkeit sind in dem angeblichen schiecklichen verbrechen verbunden. Die Juden, d. h. doch ohne Zweifel einige jüdisch« Althändler Rom» haben alte Uniformstücke und Lasrrnemeutsgegenftänd« der eheumligen päbstlichen sLruppen angekauft, natürlich von der italienischen Regie rurg (der usurpatorischen, wie die Llericalen sagen, wa» aber tue Läufer nicht zu kümmern braucht.) Entsetzlich! Roch schlimmer: sie haben Grundbesitz erworben; e« wird nicht gesagt, ob auch säcularistrte Llöfterjc Güter, aber e» läßt sich venuuthen, die Wuth darüber könnte sonst nicht so groß sein. Genug, et wird den Juden in Rom, und unmerkliih geht'» aus die in aller Wett über, mit eine« schrecklichen Gericht« gedroht, wenn — und da» sei ja unfehlbar — die Lirche erst wieder ihrer Feind« Herrin geworden fein wird. Znden Abscheulichkeiten, welch« sich di« Juden in Ro». herausnehmen. gehört auch, daß si« ihre Rinder in die Towmunnlschul« schicken; „in den berühmten Mauern de» Oollegio Romano, ««ich« S00 Jahre die kutholische Jugend der ganzen Welt beherbergt haben, hört man jetzt da» Geschrei von 400 Lindern von d.'nen d^^in« Hälfte der Synagoge und die andere dm Freidenkern angehorl." Und so sprechen denn die lieben B>üder au», wa» die andern Ihresgleichen— denken. „®* sä «int, daß die ganze Welt in eine feierliche Phase getreten ist, n der Alle» sich wird erklären müffen, wo keine Vermittelung mehr angenommen werden wird (darii stimmt vr Lehmami in Mainz mit seinen Namensvettern merkwürdiger Weife Uberein), wo die Untersuchungen (enquStes) sich vervielfältigen werden u. s. w." — Leine Bermittelnng mehr, die Meffe oder der Tob!" Der Rnf der BattholomäuSnacht, so erklären „Arch. J»r." da» ganz richtig. Da» ist offene Sprach«, und, wie dasselbe Blatt ebenfalls vollkommen richtig hinzusetzt, fl« ist un» lieber ai» die von Honig „»on Liebe zu Israel" ilberfließende Salbaderei anderer Eonoeri iten und Tonversionist ni. So hat auch ein militärischer Heißsporn, oder Tapitain zur See, General (?) vu Temple jüngst in einem offenen Brief« seine Forderung ausgesprochen: Frankreich katholisch geworden (oüdoUoäe) nach innen und außen. I» einem solchen ist freilich für Juden, Protestanten und „Freidenker", wie die Frarzosen gern sagen, kein Platz mehr, och die katholischen Vl älter in aller Welk in die gleichgestimmte Trompete stoßen, einem «not ck'orckre parieren, ist bekannt genug. Da» englisch-ultramontane Blatt, „Tablel“, bringt denn «sich dieser Tage «inen Artikel gegen die Juden Rom», die den heil. Vater kränken. E» liegt indeffen in der Begründung, welche „Tablet* für diese Behauplmrg anführen, doch noch etwas mehr Sinn, al« in den Geifern der Adbä». Die liberalen Blätter Rom» werden von Juden — Diana von der Opinione, Ardiö von der Liberia, Leoi von der Nuova Romu — ob redigirt oder nur al» Mitarbeiten bedient, können wir nicht ersehen. Genug; wir haben immer noch der ScKomer Israel zu t itten, daß er un» vor einem, wenn auch nur vorübergehend« t Siege gewisser Leute bewahre; iw;« sie im Schilde fühlen, ist noch heut darselbe, was sie in d:n Tagen, al» unsere Zeliebotb versaßt wurden, gethan Haien. Da« ist die Moral von der Geschichte, der Ernst der Sache. <Stpfbtitanuie*. Londoi. Die „Anglo-Jewish-Association" in Verbindung mit der „Alliance Israelit Universelle" hat soeben ihren Jahresbericht für 1873—73 (Juli bi» Juli) veröffenliichl und un» fr.'nadlich übersendet. Wie wir hier den vollen oi ficiellen Titel de» Verein» nicht ohne Absicht wiedergegebcn haben, so i>t e» auch nicht kleinlich und ganz nr.wejenllnh, wen» wir i« merken, daß der Bericht auf dem Ttle ldlatl da» bekanute Ezmbsl oder Wappen der Alliance trägt") und überhaupt den französischen Berichten äußerlich so ähitlich sieht, daß man kaum eine Absicht dabei verkeuae« kan«, worüber wir denn auch nicht» weniger ai» verstimmt sind. Rach einer Einleitung, welche Zweck und Statut der Affociation (ganz und zum ftbrji «ärttich denen der A. I. U. entsprechend) besprich! und dem verstorbenen Pros. Waley, dem ersten Präsidenten de,! Verein», einen warmen Rachrus widmet, folgt der Vericht in sieben Rubriken. I) die Juden in Serbien, 3) Erziehung (Schule») im Orient, 3) di« Acker beatschule in Jaffa (hierm ein Plan und ein Gruildriß, wie si« vor «inem Jahr« auch den Berichte» der „A. I. U." beigrlegen haben), 4) di« Juten in Persien, S) die Verfolgung der Juden in Rumänien, S) die Mißhandlungen in Marocco, 7) die Juden zu Damakca». Da» Berichtete und die dazu gehörten Aktenstücke, wel仫 großeucheil» auch in den Bulletin» der Alliance erhalten waren, können Reue» nicht mehr bieten; die Zusammenstellung ist immerhin dankenstverib. Al« Anlagen dienen di« Laffent «richte der Zweigvereine nebst de« Rainen de» vn- *)CMga: mit den darunter deflndlichen «uchstaten. denn Bedeutung, «enn e« «Üt die Lhiflr« de« Stempelschneden« fein soll. >»tr »ff« •*> stantun, Mcht lamm.