Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 38.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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— 300 — '“tyfVnfttfcn btfi biviermal so fest um di« Hand- ^elcnke, daß ich di« Finger fast augenblicklich b'au wer- Da» Rädchen hatte ihr Schreien eingestellt und ächzte nur noch, während ihr unglücklicher Mann aus dem Boden kaucrie und sehe» mußte, wie sein Weib mißhandelt und vor seinen Augen in noch schlimmere» Elend, als Sklaverei geschleppt wurde. Nachdem der Neger da» Binden de» Opfer» vollendet, prvbirle er mit teuflischer Freude die Festigkeit de» Bindfaden, evie man eine angespannte Seite an einem Instrumente probirt, dies» gebe» auch einen ähnliche» -Ton von sich, doch die arm« Sklavin stieß einen herzzerreißenden Schmerzen»- schrei au». Dann nahm er da» unglückliche Weib auf;' warf sie wie «in Spieiwerk auf seine Schultern und verließ.da« Zimmer. Di« ganz« Saue halt» auf di« anwekendf, gtrrcr: weiter keinen Eindruck gemacht, al» ob da« unglücklich« Menschenkind et« Schwein gewesen, daß man trotz seine« Schreien« geknebell und forigeschleppt. Moritz hielt hier tnne und betrachtete da» Gesicht Bellona», in der Erwartung, eine Thräne in ihren schöne» Augen sich spiegeln zu sehen, aber statt dessen leuchtete ihni «tu grünlicher katzenartiger. Glanz entgegen, und di« leicht geiffneten Lippe» zeigten et» Lächeln de» reinsten Vergnügen«, während die Nüstern der griechischen Nase aufgeblasen waren, wie die Nüstern e ne» lkrteg»rosse», wenn e» Pnlverdampf richt. „0, wie göttlich, sagte st« in sich verloren, hält« mich Papa nur mitgenommen, um niich dieser herrlichen Scene beiwohnen zu lasten." Moritz schauderte bet dieser offenbaren Verleugnung aller Weiblichkeit; um sich aber zu überzeugen, ob Bellona im Ernste geredet, fragte er: »Fräulein Norman,! Würhen sie etwa» Aehnliche» mit hmzu.' jcMmc Liff/n?" sntbung von 27*1, i^gr/5et8omtrv8k^irath-t und hat Buchhandlung in Barby, gemacht w?^^ge'de«Ä (Wir ersuchen unsere geehrten Abqeheuren Fehler sie halb des deutschen Postbtzirtt, ihre g, blitzte ihr so un5"Äerächtung entgegen, baß sie erschreckt ihr Auge zu Boden schlug und nicht bemerkte, wie sich Moritz leise entfernte, ihr beim Abgehen noch einen Blick de«, tiefsten Abscheue« zuwars. Bo» diesem Tag« an war di« junge Göttin der' Grausamkeit für Moritz rin Gegenstand der Verachtung, und wie er sich früher zu ihr hingezogen gefühlt, stieß sie chn jetzt förmlich ab unn -- >br« Nähr l» viel al« möglich. D-. «-m. d.„. eu... ÜTS «u. »st »er Ver,öhnung»tag vorüber, und da» L-j« schwarz,« Auge heran, lieber di« Aufeinanderfolge und liprüche, und konnte ' Bellona zur Zeit ihrer, frühere» guten Laune nicht grausam genug gegen,U>h Sklaven fein, so war jetzt, wo sie an einer ihr pubekanute» Qual litt, ihr Wesen wie »»gewandt«, sanft und liebevoll war sie gegen All«, die Ouadrone erhielt nur die sanftesten Worte und Schmeicheleien von ihr und schätzte sich glücklich, ein« solch' umgewandelte Herrin zu haben. Die» ist die Lieb«! der reinste edelst« Theil vorn Geiste de» großen Gotte«, den er dem Menschen eingehaucht; sie veredelt, verschönt und duldet kein« »»reine Einfliüff,: um sich. So kann Liebe au« einer menschliche» Hyäne eine Taub« maä»», und vielleicht hätte Bellona nie wieder ihre« grausamen Hang« nachgegebe«, wenn Gegenliebe chr Leben verschönert, chr« Seele geläutert Hab«» würde. Aber der Mann, den sie liebte, haßte sie «ad kragte sich oft, wie Gott eine» sölche» Mißgriff begehe« N«b ei« Meisterwerk erschaffe» konnte, «m diese« Geschöpf« di« Steigungen eint« Tiger» in den schönen Köep» zu pflanze». Sein Abscheu erhielt Nahrung durch dt» Zufall, der ihn «ine« Tage» im Garten mit Susans zusammensührte, al« sie Blumen begoß Er ieß sich in ein Gespräch mit der Sklavin ein, wodurch er ^reilich den Begriff von südlichem Austaude verletzte, da» ihn jedoch wenig kümmerte, denn beim ersten Mate, wo er da« Mädchen gesehen, und die Stteifen von Peitschenhiebe» auf ten Schultern, hatt« sie seine Sympal hi: erweckt. (Fortsetzung folgt.) Zwei Notizen über Orgel- und Synagogenbanstil. bl. Jüngst kam mir der Briefwechsel zwischen Hauptmann (dem versteibenm Direktor de« weltbekannten Thoma»chor« in Leipzig, Profeffor am dortigen Eonservatorin« und einen» der bedeutendsten Musiklheoretiker der Neuzeit) und Hauser in die Hänlie. Ich fand darin einen Au»spruch über die Orgel, der, wen» mit Gründen und Autoritäten gegen die Mode zu kämpfe» wä: , vielleicht manchen dclvhnen könnt« Lassen Sie mich Ihnen die Stelle zu Nutz und Frommen Ihrer Leser mittheilen. .... „Leipzig, den S. Oktober 1865. Lieber Hauser! Ihre Oraelmelnung ist ganz die metnige. Die Orgel ist eia leblose» Instrument; vug sie bei großen Massen ihren Effekt machen, musikalisch kann sie doch eigentlich nicht wirken. Daß die Sixtina ohne Orgel fingt, ist, die Stimmen »lögen mehr oder weniger gut sein, doch immer bat Rechte. So auch der Pet«r»bnrger kaiserlich« «irchenchor; schon der Intonation wegen. Di« Orgel, mit ihrer nothgedrungenen Temperatur, kann fast nie lebendig bei der Hcrmonie sei«; sie hat nur mechanisch bestimmte, methodisch oersttmmte Jnterwalle, die für alle» paffen sollen. -Dann ist bei der Orgel noch der Mangel an aller Rüancirung der Stärke de» Tone», eine Unbrlebtheit, der alle mechanischen EreSceado» nicht-entgegen kommen. Ich mag sie nicht einmal. Ich will di« Orgel immer noch lieber steinern, al» daß sie blo» den sentimentalen Fühlungen jt&iv schichten Organisten sich hiagiebt, sie soll lieber bei der Skulptur, bei dem Plastischen bleiben, wo man an der Statue auch keine rothea Backen verlangt. Bei der Orgeibegteilung von Soloscchen. wie sie von Vach «eist vorgeschriebe» ist, isl'o wieder ein ungenügend Ding. Ei» Register ist nieist unbestimmt, und zwei decken wieder die Solostimme», und der Mangel an Rüancirung ist hier »och fühlbarer al« bei der Muffe. E.wa« «ufikalisch Genügende« wird e» nie; e» bleibt immer ein Snrrogat und hält «n» de» eigentlichen Inhalt mehr oder weniger fern. Da« ist fett tanger Zeit meine Meinung, ja meine Ueberzengung gewesen. Aber die Lenre find jetzt wieder auf die Orgeibegiettnng verfeffen, uav ist dagegen nicht« p, thnn, sie halten diesen Rückgang für einen Fortschritt." — («linzt da» nicht, al» fett spectell für nn« geschrieben!?) Au» demselben Briefwechsel mag da» Unheil eine« hochgebildeten über jüdischen Synagogenbaustll von Jntereff« fein. Hanptmann schreibt: „Dresden, de» 5. Juli 1841. Jedettmal, daß ich herkomme, eine Anzahl neuer und schöner, richtiger Gebäude, die«mal war« da« »tut Theater hauptsächlich, und noch «in», dt« Synagoge, die »ich iateresfinen, letztern eben nur al« Srchiteaurstück. I« Gaffel (wo Hanptmann damal« wohnte) ist auch «ine neue Synagoge, und der gnte Archttect hat sich all« Müh« gegeben, etwa» nicht Griechische» »nd nicht Ehristliche» zu »acheu, aber eben da» fatal« „nicht" nnpfindet sich vor Alle» durch, alle« wa» solch«:» negativen Anfang hat, kan» i» Ganze« nicht ander» gl» »»erquicklich «nd «perscenlich ausfalle». Da» hiesig» Gebäude «acht dieses Gchdrnck de» AuSweichenwollen» ßuT filculj Ci Xß 9PR JyuUi ovi (U!W|WWfÄWn|i CMPfNNiCU und gesnich dnrchgesührt bi» in« Einzelne.