Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 38.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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— ros — den Ruchbar nirgend« Mit, so daß kein 'WWP 'S*! rmp Gemeinbesitz entstehen kann welcher Nicht« zur rechten Lmfallung gelangen läßt. I» zweäientsprechender Art muß Eimichtung getroffen «erden, daß die einzelnen Gemeinden der Lolcnisten durch Abgeordnete au« eigner Mitte berathen und ihre demgeriälz for- «ullrtea Wünsche der die ganze Angelegenheit leitender Direction zugänzig machen wnuen. Diese wirt«, wie selbstverständlich, dergleichen Ergebnisse der Selbstveru'aUuag rhunlichst zu beachten hrdeu. Aus Schulunterricht beider Geschlechter ist besonder« hinzuwirke», mto zwar mit Vermeidung von veberstürzung und rhunlichst im Anschluffe an die althergebracht« Sitte. Diese ist au« der Selbstverwaltung der Gemeinden hervorgegangen, und diese« Lihulwesen mit seinen guten Elementen und guten Ergebniffm darf daher mit Recht aus Schonung und hohe Beachtung Anspruch machen. Da« allehrwürdige jüdische Element der nron „Special- Grnoffenschaften" behuf« gemeinnütziger und sittlicher Zwecke bei Männern und bei Frauen muß gepflegt werden. E» wird bei Frauen grnz besonder« anregend und günstig sich erweisen, und wären tiefen Special-Genossenschaften vorzug-weise, und wo e« sich thun läßt, von der Direktion mäßige Geldbei räge zu leisten Hiermit sind die unbedingten und festen Gruudzüge angegeben, nach denen allein e« praktisch denkbar und möglich ist, die Eolonisation zu bilden und nach und nach in größtem Äaßstab« sich steigern und entwickeln zu sehen*) »Ihr aber, Berg« I-rael«, werdet treibe» Eure Zweige, wertet tragen Sur« Früchte «eine« Bolle J-rael, da« bald heraunahet (zu der Arbeü und de« Wirken): (SO), damit Ihr nicht mehr die 'Beschämung de« Hunger« leidet (34), der verödete Boden wird wieder bearbeitet, der wüste geworden vor Jedem (35), daun werden sie sage»: diese« wüste Land ist geworden nie Garten Eden" E« ist ein unvergänglicher höchster Ruhm, unsrer Weisen, gesegneten Andenken«, daß dieselben die Arbeft rühmt«n, und daß die würdigsten Männer unter Jen« ihr Brod „im Schweiße de« Angesichtes" erwarben und dabei die vollste!8«rehrung unsere« Botte« in damaliger Zeit genosien haben, wählend die zeitgenössisch« Griechen und Römer, von Aristotele« In« Cicero, die Arbeit'clsclavisch-verächtlich angesehen haben. Wenn oben „gemischte« Eigenthum«verhältniß" zurückgewiesen wird, so ist nur gemeint, daß «in Nachbar den arrdern nicht durch einen Zugang über Feld oder Wiese ». s. w. im Wirtschaftssystem störe« soll, und ist daher immer für bestimmte offene Weg« zu jede« Eigenthu« an Land zu sorgen, wie überhaupt wirthschastlich die freieste Selbstständigkeit der Leitstern zu bleiben hat. Rach den angedeuteten Gesammtgrundsätzen müssen geordnete . Statuten entworfen werden. Der Preis von gutem Lande in der Nähe von Tiberia«, Jerusalem, Jaffa «. s. w. ist mir nicht bekamst; ich glaub«' indessen, daß mit ciroa 5000 bi» 10,000 Thalern schön ein recht guter Anfgrg gemacht "werde» kann. E« ist sogar leicht möglich, daß man schon mit iwqüge» hundert. Thalern sehr wirksam vorgeheu kan», wie jedchu gründlichen~Sachkenner Bat sei» muß. „ , , : X/i+lMpfid 36,)!. .. ’L'ra; .p; i; E» gehört dazu, eine» M«um, der Land-, Garte«- und Seidenbau vocstehet, zu besolde» oder sonstwie zu grwinueu. Durch Garten- «nd Seidenbau werden sich di« Schwierigkeiten der MNVrvI Heben «nd Zehnten im Anfänge am leichtesten üboioindcn lasten. Die Dwxtion tau» und soll die „Alliaace Unireraelle I«rB^lit«a in Pari» übernehmen. Man kennt in Frankreich allein den volen Werth der kleinen Landparzellen, welchem Systeme dasselbe fett 1789 seinen großen Reichtum trotz der vielen Kriege. Unruhen und Lerluste verdankt. Im übrigen Europa ist da« «och lange nicht genügend richtig g-noürdigl, und man ker nt allgemnn nicht den richtigen Sinn, welchen Iefaia» in 5, 8 «»»spricht: „Wehe denen, die da reit«» Hau« an Hau«, Feld an Feld nähern di« zu Raume« Mangel, einsam verbleib« t Ihr im Lande". Raschi und Kimchi treffen schon dort Kt Commentare da» Richtige: „sie nähumr ihre Hauser und «Mer Einer am Andern, und mtttelst besten raube« sie den Bode» den Armen, welche zu schwach zwischen den Häusern und Feldern vorhanden sich". Ich aber muß hinzusügen, daß l*t Großgrundbesitz, wo derselbe systematisch gehegt wird, die Einwohner zur Auswanderung treibt, wie wir die« in unsrer Zett gut sehen können. Da« Nämliche sagten s. Z. später nach Jesaia« auch Polybiu» oon den Agrar-Zuständen in «Sriecheuland, und dann Pliniu«, Kiel, vat.ir. XVIII. 7: i-ernmque confitentibus, latifundia perdidere Italiam! „die großen GMer verderben Italien," vergleiche auch Momsen Bd. 2, 2. Aufl., Pag. 510. Berichte und Correspondenzeu. Deutschland. Magdelmrg, 18. Septbr. (Or-Corr.) Heut« vor 8 Wochen fand hier der erste Cholera-TodeSfall statt, in rapider Weise wüthetr die furchtbare Seuche, sie «rreichte den Höhepunkt in bei dritten Woche de« Augusts wo sie täglich 60— 70 Opfer dahinraffte (abgesehen von den an anderen Krankheiten, die roahrend dieser Zeit ebensall» mit besonder« Behemenz auftraie», Verstorbenen), jetzt ist sie — dem Allmacht ige» sei'« geiankt! — dem Erlöschen nahe; gestern waren 7 Cholera-Tod r-sälle angemeldet. Die amtlich« Toteniste zäblte bj« jetzt fast 1,400 au der Cholera Verstorbener auf. Die hiesig« Gemünd« ist von der Evidemie nicht ganz verschont geblieben. Sie zählt leider 11 Opfer (8 Männer, 5 Frauen.) Während b»r Epidemie waren Leichenwaschung (Tahara) und Grabrede inhibirt. Für die hohen Feiertage sind in Bezug auf den Gottesdienst von, Borstande — unter Zuratheziehung de« Rabbin;r» und de« jüd. Oberstabsarztes — einige prophylaktisch« Maßregeln getroffen. Der Morgen« otleSdienst am Rosch-Haschana soll nicht länger als 3'/, Stunden währen, der zu Kol uidre 1'/, Stunde». Am Jom kippur findet zwischen Lchachari« und Muffaph eine zweistündige Pause und wenn röthig auch eine halbstündige vor Mincha zur Lüftung de« CotteShause« statt. Die sogen. Jom-SippurLchter mit chrem tnsäglichen Qualm brennen die«mai nicht im Tempel» sondern au den-Fenstern der im Borhose befindlichen Schulzimmer. Für gut« Bentilatio« ist besouder» Sorge getragen. Dir wollen hoffen und wünschen, daß der Allbarmherzige, „der im Strafen an'« Erbarmen denkt," un« vor jede« Unfall behüte! (Wie dir „jüd. Gemeinde- und Schulzeituug" »eldet, sind in Pest ähnliche Vorsichtsmaßregeln getrqffen, vuter Anderen auch, daß in jedem Betlokal« ein Arzt auwes:nd sei, sowie die yottzweadigsteu Arzenei- und ^Labemsttck,.") ... -