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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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273 — de», die hebräische und die mit derselben verwandten Sprache», die Literaturgeschichte und Kanzelrhetorik gelehrt werden. 4) Die Pädagogik ist in jeder Abtheilung obligater Lehrgegenstand. Wa» jedoch die andern Fäch». der Wissenschaft betrifft, so werden die Hörer der höheren Abtheilung an die buda-pestcr Universiläl verwiesen, an welcher sie die gewünschten Vorlesungen frequentiren können. 6) 3114 Unterrichtssprache wird in beiden Abtheilungen »eben der ungarischen auch die deuljch« Sprache angewendet, doch wird dahin gestrebt werden, daß nach und nach so viele Lehrgegenstänke als möglich in der Nationalsprache vorgelragen werden. K) Die Leitung des Institutes wird unmittelbar dem Direktor unterstehen, welcher gleichzeitig Professor und Präsident de» Profeffor-Evllegium« ist; die Oberaussichl übt unmittelbar «in Aufsichiücomüe, welches berechtigt sein wird, im ersten Falle den Direktor und die ordentlichen Professoren zu ernennen, künftighin wird e« verpflichtet sein, bei der Besetzung jeder Professur zuerst die Meinung de- Proreffor- Eollegium« «inzuholeit. 7) Außer der bezüglich jeder Eonfession ohne Ausnahme dem Staat« gesetzlich zugenchertenjAuSübung der staatlichen Ober» ausficht, wird dem königl. ungarische» Eultu«- und Unterrichtsminister ein maßgebender Einfluß gewährt auf di« Bestätigung der für dieses Institut, namentlich für den Vortrag der weltlichen Lehrgegenstände, zu ernennenden Profefforen, sowie bezüalich de» OrganisationS-JnstiluleS und der Feststellung de« Lehrplane». 8) Da« Lehrerpersonal des Institute« wird samnrt dem Direktor vorläufig au« sech» Profefforen bestehe»; eine definitiv« Bestimmung in der Hinsicht zu treffen, ist zur Zeit noch nicht nöthig, da der Unterricht in beide» AbtheUungen erst mit Eröffnung der ersten Klaffe beginnen kann und stufenweise mit einem Jahrgang« vermehrt werden wird u. s. w. 5) Vorausgesetzt, daß im JnstitutSgebäude die ordentlichen Profefforen frei« Wohnung haben werden, genügt e», ihren fixen Gehalt auf höchsten« 2000 Fl., mit zehnjähriger Zulage & 200 Kl., für den Direktor aber S00 Fl., als Remuneration festzusetzen, und nur in dem Falle, wenn die Gewinnung irgend einer ausgezeichneten Lehrkraft so.ist nicht gelänge, können höhere Bezüge in Vorschlag gebracht werden. 10) Um der Anstalt eine bleibend« Stätte zu fichern, wird die Acquirirung eine« eigenen Hause» gestattet, in welch« auch di« i«»aelitische Lehrerpräparandie zu verlegeu sei» wird." Krawkretch. Part«. (Bericht der All. Jtr. Un. für Juli. Schluß.) Weiter« Bericht« beschäftigen sich mit de« Schulen in Schumla und Lariffa, und ein ausführliche« Promemoria de« Hr». Hirsch in Tanger gibt Schilderungen über die E-emeinden in Marokko und macht Vorschläge für da«, wa« dt« Alliance dort zu rhun habe. Saffi hat eine arm« Gemeind« von etwa 1500 Seele», H. Hirsch bittet eine« Schuldireiior dahin zu senden, di« Gemeind« würde die übrigen Lehrer besolden u»d da« Local stellen; er empfiehlt auch einem Arzt dort 800 Frc«. jährlich zu geben, damit er Misch« Arme behandele. I» Mogador gibt e« 7—8000 Israeliten, darunter einige sehr reich«, dte »eisten entsetzlich arm. Man wünscht auch dort ein« Schul« zu haben, und «S würde genügen, wenn die ßUlianee einen Direktor sendete und mit etwa 500 Frc«. jährlich besoldete, da« Uedrige würde sich finden. Besonder« heilsam würde e« sein, wenn die All. von der Regierung eine Erweiterung de« Rellah, i» dem dt« armen Jude» znsammengepferchr wohnen «üffr», erlange» könnte. In Razagan M ein« Gemeind« von 1000 Seele», fi« will eine« von der U. ihnen zu sendende» Lehrer 1000 Frc«. gebe» und für alle« Sonstig« sorgen; «an bietet anch 5000 Frc«. jährlich ei»«m Acht, der sich dort niederlaffe» möchte. In Larache (1500 J«r.) bittet man, ihnen den gegenwärtige» HlUf»lehrer in Tanger, Benoliel, zu senden und ihm 1000 Frc«. jährlich zu gewähren. — Leop. Sachs!, österr. Eonsul in Philippopel, macht Vorschläge für eine dort zu gründend« Schul«, welche neben der bestcsenden, ISO Schüler zählende» hebräischen Schule wirken soll. Die Beschlüfle über alle diese Anträge werden nach weiter ringezogenen Erkundigungen gefaßt werden, die Besoldung eine« Arzte« in Saffi und die Anstellung de« erwähnte» Benoliel werden bewilligt. Ein Corre poudent au« Serbien berichtet über die Austreibung bet: Juden au« Echabatz, Semendria un» Pojarewatz; der enzlische Eonsul in Belgrad hat von seiner Regierung Auftrag erhalten, nähere Erkundigung über die Sach« ei».zuziehen, man hofft davon guten Erfolg. Au« Marocco wird ein den Jammer der dortigen Zustände recht scharf beleuchtende« Ereigniß berichtet. In einer gewiffen Stadt (Ducalla) war der Wochenmarkt, der von Alter» her am Montag gehalten war, auf Sonnabend verlegt morden. Die dadurch sehr benachlheiliglen Juden benutzten di« Anwesenheit der auf der Durchreis« begriffenen tzH. Tiflot und Hay, der Gesandten Frankreich« und England«, urr diese um ihre Verwendung beim Kaiser zu bitten. Wirtlich wurde in Folge dieser Verwendung der Wochcnmarft wieder aus Montag verlegt, Bald darauf beging nun ein jüdische: Handelsmann die Unvorsichtigkeit, in Gegenwart mehrerer Araber zu sagen: «gesegnet seien die Gesandten, welche znr Rückverlegung de» Markte» auf den ursprünglichen Tag drlgetragen haben!" Dies« Aeußerung wurde al» Beleidigung de« Sultan« tenuncirt, der Arme erhielt 800 Stockschläg« und liegt noch in elendestent Zustande in einem unterirdischen Kerker. Au» weiter Ferne wendet sich der «Bericht" dann;iu unräumlich näher liegenden Angelegenheiten. Hr. Dr. Bamberger in Kön.g»berg hat Anträge gestellt, welche db: Fortsetzung der Unterstützung, Unterbringung und Ausbildung russischer Waisen bezwecken. Er meint, man dürfe du« Wert nicht fallen la'sen. Wir berichten über seine Anträge später, wenn sie in da« Studium detaillirterer Durcharbeitung getreten sein werden. — Der Plan, eine General-Bersainmluitg der Alliance J«r. llniv. in Wien adzuhalten, wird nach den von dort eing:laufenen Berichten aufgegebeu. Großbritannien. London. Sir Georg Jeffel ist »um Master of tln Roll« ernannt. De, Titel sagt etwa so viel wie Kanzleidirector, bei der Eigenthümlichkeit der englischen Recht«- und Staabioerhaltniffe läßt er sich aber mit irgend einem festländisch« Rang oder Titel niihl wiedergeben. Sir Georg Jeffel ist j,.« Mitglied de« obersten Gerichtthof«, der dem Namen nach allbekannten King«, (oder jetzt Queen'») <vench, er rangirt gleich nach dem Lord Olerrichter und — auch da« erläutert ja einigermaßen sein« Stellung — sein Gchalt beträgt 7000 Pf. St. Er hat sei»: Dienstwohnnitg in dem uralten Ka^äeihause, welche« jedoch schon von seinen nächsten Vorgängern nicht mehr in der Thal .«zogen worden ist. Geboren im Jahre 1824 ist er im Ravender 1871 Solicttor General geworden, setzt folgt er dem ßott Romilly und wird alrbald in den «'geheimen Rath der Königin" eintrete«. (Al« Solicttor General war er Mitglied de« Ministerium», aber nicht de» Priv, Eouneil.) Dte Blätter begrüßen dte Ernennung mit hoher Anerkennung, man erwartet von der eminenten Begabung und Kenatniß de« Sir Georg Jeffel große Reformen in dem verrottet«« Justizwrsen, besorüxr« da er Mitglied de« Parlament« bleiben kau» und an seimr, durch die Ernennung allerding» nöthig gewordene», Wiedrwahl nicht gezweiftlt wird. „Daily Rew» sagt: «wir wiffen nicht, wer der erst« Raster of the Roll» gewesen ist, aber St, Georg Jeffel wird der letzte sein." (d. h. er wird durch Reform de« Gerichttwefen« den Posten in seiner bisherigen Gefmlt verschwinde« lasse«), und e« setzt da« feine SoawUment Hinz«: „H steht zu hoffen, daß seine eigen« Kraft «im» riesige» Kanzleigerichtsfall mit dem Maximum von Geschw ndigkrit zu bewältig« ihn nicht auf di« Idee ge-

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