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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 272 — "chon mehrfach erzählt worden, mehrere College» haben die Zumuthung, einen christlichen Geistlichen als Inspektor der ReliglonSschule anzuerkennen, zurückgewieien. .Hier in Stettin wird lediglich alle zwei Jahre, zur Erstattung de» „Verwaltungsbericht»," die Ausfüllung einer Liste über di« Zahl der Claffen. der Lehrer und Schüler der RcligionSschule durch die Stadt-Schul-Deputation «ingefordert. Red.) Leipzig. (Or.-Corr.) Auf der „Dritten ordentliche» Generalversammlung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung," welche am 5, 6. und 7. v. M. hier abgehalren worden, bat e» auch aus der Mitte unserer Glaubensgenoffenschafl an Theilnehmern und direkten Vertretern nicht gefehlt, welche übrigen» nicht uur anwesend gewesen, sondern auch an den Verhandlungen recht wacker sich betheiligt haben. Herr Nr. Max Hirfcd au» Berlin (früher in Magdeburg) hielt einen länger» Vortrag über „BolkSwirthfchaftSlehre »und Volksbildung." — Herr Lehrer Louis Weyl aus Frankfurt a. O. verfocht kräftig feine Anträge, betreffend 1) die Erlaffung eines RcichSschulgefetzeS mit obligatorischer Fortbildungsschule, 2) die Aufnahme der Fortbildungsschule als „obligatorisches Institut" in da» in Aussicht gestellte preuß Unterrichtsgesetz — Punkt 1 ward nach langer und lebhafter Debatte einer Commission zur weitern Bearbeitung rc. überwiesen, Punkt 2 sofort fast einstimmig angenommen. — Außer den beiden genannten Männern gewahrten ivir noch H.rrn Advokaten Emil Lehmann auS Dresden, der niemals fehlt, wo rS gilt, für Bildung und ihre Verbreitung einzutr.'ten. Von Frau Henriette Goldschmidt (Gattin des hiesigen Gemeinderabbiners) wurde eine Flugschrift vertheilt, welche in lichtvoller Weise die Frage behandelt: „Wie ist dem Mangel an VolkSschullehrrrn abzuhelseu?" — Dem hiesigen Zweig-Verein der gedachten Gesellschaft haben bereit» viele JSraeliten sich angefchloffen, und sind dem Comite (Vorstände) auch die Herren Rabb. Dr. Goldschmidt, Redakteur Dr. Albert Fränkel rc. angehSrig. Leipzig. Der Vorstand der iSr. Religionsgemeinde verüffentlicbt seinen BerwaltungSbrricht für 1872. Wir theilen au» demselben mit, daß die Gemeind« 2S8 Mitglieder zählte. Geboren wurden 33 Knaben, 25 Mädchen, getraut 10 Paare (darunter 7 fremde), gestorben sind 32 Einheimische, 8 Fremde. Erwähnt wird da» 25jährige Jubiläum, sowie die Gründung de» Armen-UnterslützungsvereinS, beide» unfern Lesern bereit« bekannt. Für di« persischen und die rumänischen Juden wurden 820 und 1234 Thlr. gesammelt. Die Einnahme» betrugen 10213 Thlr., davon sind auf Tilgung und PensionSfond 827 Thlr. verwendet und 627 Thlr. auf 1873 übertragen. Der ArmenunkerstützungSverein zählte 141 Mitglieder mit 2385 Thlr. Jahresbeiträge; unterstützt wurden im letzten Quartal 233 Durchreisend« mit 350 Thlr., 4 Einheimische mit 12 Thlr. An» Württemberg. In LudwigSburg, der ersten GarnisonSstadt unsere» Landes wurde am 6. Aug. eine Feier begangen, an der die ganz« Stadt, die Militär- und Cioilbehörden und eine unzählige Meng«, so daß der i»r. Friedhof sie nicht faffen konnte, sich betheiligten. E» fand auf demselben die Einweihung de« Kriegerdenkmal« statt, da« die jüd. Gemeinde zweien daselbst begrabenen i»r. Kriegern errichtet. Wir geben den Bericht nach der LudwigSburger Zeitung: „In Folge von Einladungen Seiten» de» israelitischen Kirchenvorsteheramtr« waren die hiesige Garnison, die Statdgemeinde und verschiedene Vereine durch Deputationen vertreten, und auch der Männrrgesangoerein trug zur Erhebung der Feier da» Eeinige bei. ES konnte wohl kau«, wie Herr Vorsänger Kahn in seiner trefflichen EiuweihungSred« berührte, «tn befferer Tag für die Einweihung diese» Denkmal» gewählt »erden, alt der 6. August, der Jahrestag, an dem vor drei Jahre» nufere für die heilige Sach« der LaterlaudS-Lerlheidigung begeisterte Armee ihr« glorreich« Thttigkeit bei «Srth begann. DaS Grab, auf welch«» da» mit de» Slawen der Gefallene», entsprechender Inschrift und Enblemen dürch unseren Bildhauer Wagener künstlerisch schön anSgeführte Denkmal aufgesetzt ist, unischlicßt die irdischen Ueberreste zweier Krieger eine» Religionsbekenntnisses, die der Tod vereinte, während sie sich in« Leben bekämpfen mußten.*) Alle Ehre der hiesigen israelitischen Gemeinde, di« keine Mühe und keine Opfer scheute, auch da» Ihrige zu thun, um ihren Glaubensgenossen, die ihr Herzblut mit gleichem Heldenmuthe geopfert auf dem Altar ihre- Vaterlandes, ebenfalls ein sichtbare» Denkmal zu etzen und dadurch dem bleibende» Andenken der Nachwelt zu überliefern." Stuttgart, 13. August. (Or.-Corr.) Heute wurde die alljährliche freiwillige Confer:uz iSrael. Lehrer und Vorsänger in der Liederhalle abgehalte». Sie war auf diesen Tag bestimmt worden, um sich an die am 12. vorangegangene Plenarversammlung de» VolkSschullehrer-Vereins anzureihen. — Eine Abordnung der Confercnzmitglieder hatte die Ehre, von Sr. Ercellenz dem Herr» CultuSu.:uister empfangen zn werden und erhielt die erfreuliche Auskunft, daß die Frage über die PensionSberichligung der iSrael. Vorsänger bei de» betreffenden hohen Behörden in Verhandlung sei. — Eine an die Versammlung verlheilte Liste von außerordentlichen Beiträgen zu dem Verein zur Unterstützung armer iSrael. LehrerSwittwen und Waisen gibt daocu Künde, wie dieser Verein sich sowohl der Mnnifizeuz de« Königlichen HauseS, al» der Sympathie vieler Gemeinden und Private» zu erfreuen hat. Ein Vortrag des Vorsitzenden, de» pensionirten Oberlehrer» Liebmann, behandelte in erschöpfender Weise und anziehender Fornr di« Lehrer- und Borsänger-Bildung. Hiera» schloß sich eine längere Besprechung und Debatte über di« Aufsiudung von Mitteln zu Beseitigung der Hinderniffe, die sich der Ertheilung de» Religionsunterrichts an solche iSrael. Schüler, welche christliche Lehranstalten besuchen, entgegenstellen. E» ivar die Hälfte sämmtlicher Lehrer und Vorsänger der Lande» anwesend, und man schied in der fteudigsten Stimmung. iOefl:evrei<fc. Pest Aus dem Erlaß de« ungarischen EilltuSminister» über die Errichtung eine» Ribbiner-Seminar» theilen wir nunmehr die „leitenden Princip en" mit: 1) Da» Institut wird aus zwei Abtheilungen bestehen, au» einer niederen mit eir.em sechsjährige« Tun«», und au« einer höheren mit einem vierjährigen EursuS, und ist so »inzutheilen, daß in dem Lehrplan für die niedere Abcheilung außer den rein religionS-ivffenschaftlichen Fächern und der hebräischen, sowie aramäischen Sprache, auch die Lehrgegenständ« de» Obergymnasiuw» ausgenommen werden, wodurch natürlich al» Bedingung autgesprochen wird, daß nur solch« Studirende zum Rabbiner-Seminar zugelaffen werden, welche da» Untergymnasium mit gutem Erfolge absolvirt haben, oder durch ein« besondere Prüfung Nachweisen, daß sie die nöthigen Vorkenntniffe besitzen. 2) Doch werden di« i nteren Klaffen nicht ausschließlich dazu berufen sein, die Zöglinge für die höhere Religionsfachstudien vorzubereite«, sondern auch zur Erreichung «ine» selbstständigen, in sich abgeschlossene« Lehrziel» dienen, denn nach der Natur der Sach« und lxi vorhandenen vedürfniffe» «ird da» Institut nur daaa seine wahre Aufgabe erfüllen, wenn eS nicht blo» RabbinatScaadidaten, sonder» auch ReligionS- und Talmudthoralehrer mit dem besten Erfolge und in genügender Anzahl auszubilden bestrebt sein wird. 3) Ja der höhere« AblheUung «erden blo» die ReliglouSwiffenschasten, di« Bib, lexegese, Talmud, die Lehre vom Ritu», Midrasch, ReligionSphlosophie, Ethik, Geschichte der Jn- *) Die »ufschrift lautet; .hier ruhe» Heinrich Heydemnnn »an Srohttmnberg, chefreiter in 48.3iif.*JU|., aesiorbe» M >4. vetoder 1870. Isidor Michel »M Frei»««» D». Lothringen, »«monier i» 17. franz. »ritllert«->»>., tzest. d. <1; Dez. 1870. „«inner M ftmit, Heide» M IM Feind« ine Ldeii. i» Do»« mreint."

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