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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 25. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 25.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Comor unrernchtel ntiben. SIS Lchuldepulirle fungirm di« -Herren G. Lehmann und Z. Rosen bäum. Mainz. AIS eine Art Curiosum wird dem „Franks. Zourn." mirgetheilt, daß hier, in der von Krtteler'S Knimmstab beberrichrm Bi'chofSstadk, der Bürgermeister Drutsthkarholik, der erste Adjunkt ISraelit, der zweite Adjuntt Protestant ist. Leipzig, 20. Juni. Zn der dievwüchmtltchm Plenarsitzung der hiesigen Stadtverordnetenversammlung ist Herr Moritz Kohner, seit mehreren Jahren Mitglied derselben, unter vier Kandidaten fast einstimmig zum unbesoldeten Stadtrath erwählt wordin: Der erste jüdische Gtadtrath in Leipzig, wie in Sachsen überhaupt. Was diese Wahl in hiesiger Stadt, in unserem engeren Vaterland« zu bedeute» hat, weiß derjenige am besten zu bemessen, der die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der alten Meßstadt und der sächsischen Bevölkerung im Allgemeinen kennt; sie bezeichnet, was auch besonders von unserer Tagespressc betont wird, einen völligen Umschwung der Zeit, zu Gunsten der bürgerlichen Gleichstellung aller Konfessionen; und glauben wir nicht zu irren, wenn wir annrhmen, daß auch diese« Moment für die fast geschlossene Abstimmung in’ö Gewicht fiel, i Herr St., welcher der Wahlsitzung anwohnte, dankte in sebr gewandter, mit großem Beifall aufgenommener Ansprache. Lemberg, 19. Zuni. Der „Dziennik" fordert das ostgalizifche Emtralwahlcimite auf, ungesäumt ein Kompromiß mit dem jüdischen Comite einzugehen, weil letzteres jede Berzögernng als Vorwand zu selbstständigem Vorgehen benützen würde. Auch räumt der „Dziennik" ein, daß dann in Folge des bekannten Eifers und der Organisation der Zudenpartei der Polenpartei ein großer Nachtheil erwachsen könnte. London. Unter den in der Royal-Academy d. I. ausgestellten Gemälden sind die von jüdischen Künstlern gemalten zahlreicher als früher. Mr. .Hart hat ein Bild ausgestellt, welches Aufsehen erregt: „Manasse b. Israel vor Eromwrll." Ein eines jüdischen Künstlers würdiger Vorwurf. Der dieSjähr. pariser Salon zählt auch eine große Anzahl von Malereien von Juden, es sind aber Bilder darunter, von denen man nicht begreift, wie ein Israelit sich so — lächerlich machen kann, derglrichm zu malen und auszustellrn. Gedanken hatte, sich nicht gern durch Fragen irre machen ließ, er ergriff eine Feder und sich ein Papier zurechtlegend, erwartete er das Diktat, welches denn auch der Detrcfiv« sogleich begann: Großer Preisfight (Kampf). Stake (Einsatz) 200 Dollar. Am 30. September d. I. iverden voll zweien der berühmtesten unserer Preissighter um di« Schärpe und zweihundert Dollars mehrere Gänge gemacht werden. Namen der Kämpen und Platz der Vorstellung, werden den Ging«, weihte» No. 19 Exchange Hollow mitgetheilt. „Das ist alles", sagte Schottwell, sich zufrieden die Hände reibend. „Laßt das copiren, Sapl'n, und schickt es an dir Sportingblätter. Dann gebt mir ein« Anweffung an das Depanement für zweihundert Dollar und überlaßt mir da» Uebrige." Schweigend üben eichte der Kapitain die verlangte Anweisung; Hays und Schottwell entfernten sich. „Ich verstehe Dich und Deine Actionen gewöhnlich gut", sagte Hays zu Schottwell als beide dar Büreau verließen, „aber jetzt bist Du mir ein Räthsel." „Und doch war noch keine meiner .Handlungen so klar und wie ich gtaub« logisch, als eben diese", entgegnet« Schottwell; „ich spekulire auf die Leidenschaften und Liebhabereien der Menschen, und dir Leidenschaft Bills ist da» PreiSfight wie ich weiß." „Aha! jetzt verstehe ich, Du willst durch Ankündigung in dm Zeitungen di« beiden Gesellen aus ihrem Schlupfwinkel locken? nicht dumm, bei Zove'", versetzte Hays. „Nicht nur durch Ankündigung, HaySl sondern sogar durch eine wirkliche — zu ihrem Benefiz gegebene — Borstellung. die ich sogleich mit Deiner Hülfe arrangiren will." Hays sah bewundernd auf dm kleinen Mann herab und schwieg.- » Vier bis fünf Meilm von New»Uork auf der andern Seite des Flusse«, auf der, Lang Island genannten, Landzunge, liegt eine öd«, etwa eine halb« Meile groß« Haide, die zur Zeit unserer Erzählung — besonders bei dem Rowdy- Elemmt — sehr beliebt war, ihre Bor-Uebungen und Wettkämpfe aoszuführen, und ebm dies« Haide war als Kampfplatz für das, a« 30. September abzuhaltmd« PreiSfight begannt. Dieser Festtag des Rowdythums war denn auch klar und schön heraufgestiegm und versprach einm ungrheurm „Sport." ' Feuilleton. llufichtdare Ueffeln. (Fonsetzmig.) ,Har sich was zu lobm", sagte Schotttvell, „preist meine Geschicklichkeil, nenn die Spitzbuben hinter Schloß und Riegel sitzm, aber auch nur dann erst, doch sie spottm allm unserm Nachsorschungm. Hätte ich sie nur einmal am Tageslicht. Doch halt, eben fällt mir etwas ein. Da» wird's thun! Ich werde sie doch noch fangm Laßt »sich "innen Augenblick an da« Putt Kapitain, oder nein, schreibt Ihr selbst, ich werde dirtiren." ' Der Kapitain wußte, daß Schottwell, wmn er einm Schon in aller Frühe, ja beinah« vor Sonnenaufgang waren Hunderte von schlecht und gut gekleideten Loafet», Dirnm und Zeitungsjungm, di« meistens dtn langm Weg. zu Fuße zurückgelegt, auf de« Platz« versammett. Verkäufer von Limonaden, Whisky und Eßwaarm "tummelten sich im Gedränge. Bemerkenswerth war es, daß keiner dlestr Händler eine Bude oder uur einm Lisch zum Auskegen ihrer. LSaarm hattm. Sie kannten ihr Publikum genau «ndwußten, wie gefährlich eine lockend« Bude »der dergleichen, für ihre Sicherheit, dem Gefiadel gegmüber war, wen» dieses einmal durch die «ufregung erhitz» und »bermüthig geworden. Ein schwerer,, starker Strick war in Kreisesform an Stäbm befestigt und wehrte so den Zuschauem dm «Antritt in dm sogenannten Ring. Zunerhalb desselben standen zwei Stühle, mit adgrbrochenm Lehnen und «in großer Sialleimer: voll Wasser, mst einem Pserdeschwamme

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