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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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lü-liHes, auf sittlichen Grundlagen beruhend (es.)" Text Hos. 2, 21—22. Sie ist sehr kurz (5 V, Seite splendid« Druse-) und enthält von dem sonst bei Antrittsreden. Nebli» chen nur das Gelöbniß einträchtigen Zusammenwirkenmit dem Rabbiner, Hrn. vr. Cahn. Aus Mayer». Ein clericale- Münchener Blatt tischt seinen Lesern ein Beispiel „göttlicher Gerechtigkeit" auf, wie es blöder in dem Hirn eines TollhäuslerS nicht entstanden sein könnte. Ein Jude wurde al» Urheber einer thörichlen Beschimpfung debaseler Erzbischof- Lachat entdeckt, die darin bestard, daß er diesem Märtyrer C) in einer Schachtel einen Knochen und einen Strick schickte. Dieser Jude, welcher nach der Versicherung des „Vaterland" darunter verstand, der Bischof solle sich damit erdrosseln, hatte einen Schuldner, der ein Seiler war. Zu diesem begab sich bald darauf der Jude, um sein Geld ungestüm zu fordern, worüber der Seiler so in Wuth gerieth, daß er den Gläubiger ergriff und — mit einem Strick erdrosselte. „So verwirklichte sich" — schließt das clericale Blatt augtnverdrehenr seine Erzählung — „an dem Schurken selbst jener gottlose Wunsch, den er gegen den Bischof von Basel hatte." Nun muß doch aber — darau scheirit dieses „Vaterland" nicht gelacht zu haben — der Teiler als Mörder gehängt werden. Welch« Begriff muß denn der Bann? von der göttlichen Gerechtigkeit bekommen, die es so grausam einleitet, daß, weil ein Jude den Wunsch zu erkennen giebt, der Erzbsschof Lachat tröge sich erhängen, nicht nur der Jude, sondern auch ein Seiler chn'stlicher Eonfejsion durch > HenIerShand sterben muß? (ES müssen sehr blöde Leser sein, für vie solch Zeug geschrieben wird.) (K Z) Oesterreich. pC* der 3>#*a«, 5. Juni. (Or.-Eorr.) Die Gründung der „israel. Allianz" in W en wird in Ungarn, wie in gan: Oesterreich, mir lebhafter Befriedigung begrüßt und als Ausgangspunkt mannichfacher Erwartungen mit reger Theilnahme beachtet. Giebt es doch auch der hülfSbedürftig« Zustände in unserem Lande noch so viele, der wunden Fleck« an unserem Organismus eine solche Anzahl, daß die Aussicht auf thatkrästige, ergiebige Abhilfe als ein völlig neu belebende- Moment zu wirk« geeignet erscheint. „Wahrhaft und nach Fried« sprechet Recht in euer» Thoren!" — mit dies« kernigen Worten als Motto ließ« sich di« selbstgestellte Aufgabe der „Allianz" am deutlichsten bezeichnen und zugleich jeder Verdächtigung von außenher die- Sp tze abbrechm. Und thatsächlich giebt eS innerhalb „unserer eigen« Thore" ein ungemein weites Gebiet für redliche fruchtbringende Thätigkeit, so daz, für die erste Zeit wenigster S, die Ausdehnung derselben über die Mark« des Reiches nur in zweiter Reihe beabsichtt'gt werden kann und darf. Die He!rung der social« Stellung der Israelit« kann nur durch ein: lange Reihe von Vorarbeiten angebahnt werben, und in rick tiger Erkenntniß der Verhaltrüsse wurde an di« Spitze des PrrgrammS die Verbesserung der UnterrichtswesmS, namentlich in den östlich« Kronländern, gestellt. Zunächst wird dal et freilich nur an die polnisch« Provinzen gedacht, also an Galizien und die Bukowina, deren jüdische Bevölkerung in Wirklichkeit die theilnehmerdste Aufmerksamkeit auf. sich zielen muß. Die Volksbildung, daS einzige Mittel zur'Sicherung und Hebung des Anseken» bei dm übrig« Gesellschaftsklassen, ist dort in den unseren Schicht« unserer Glaubensgenossen bekanntlich im höchst« Grade vernachlässigt, und ein frischer Anfang, könnte den Ersatz der Müh« zum größten Theile sichern. Ander» siegen die Dinge hier zu Lande; unzweifelhaft sind die Bemühungen boj einzeln« «-emeinhm um Verbesserung des Unterrichtwie das Sttedm von obeuher, st« in ihrem Wirken zu unterstützen, der höchst« Anerkennung werth, aber hier ist dahelfende Eingreifen auch gar nicht erforderlich. WaS Roth thäte, .ist ein wirksamer Eiustuß auf di« Geister in jenen Gegenden, wo die Israeliten gewiffermaßey das geistige Elem«t zu bilden.berufen sind, wo sie aber in äußerem Einvernehmen mit der Landbevölkerung, deren Lebensweise und Bildungsgang, oder besser Bildungsstillstand angenommen haben und fast vollständig „verbauert" sind. Mit diesem Zustand« der Gleichhett in geistiger Beziehung ist aber merkwürdiger Weise die Möglichkeit de» Hasses von Seiten der Nachbarn keineswegs ausgeschlossen, gerade der Mangel an Autorität setzt die dortigen Z-raeliten den Ausbrüchen der Rohheit und der wild« ungefesselten Leidenschaften aus. Hier ist Abhülfe dringend nöthig, hier ist es Pflicht von außenher Alle» aufzubiet«, daß solch unwürdig« Zuständen je eher ein Ende bereitet werde. Ist nur erst die Schule als das Heiligthu« dsr^ Elysieinde erkannt und zy gehörigem Ansehen gelangt, so wird die Sorgfalt für dieselbe von selbst rege werdeii, und alle Liebe de» urwüchsigen Landmannes sich der Stätte zuwmden, welche der.Jagend eine ruhige sichere Entfaltung gewährleistet. Die Anregung von.Ssitey^de» jüdisch« Landbewohner» vermag aber auch auf dm Sinn der übrigen Bevölkerung wohlthätig einzuwirk«, und die zunächst becchtenswerth« Folgerung ist die Aussicht, unser« Brüder« in dem Gebiete der Pußta heilsame» Aosehm und für die fernere Zukunft vielleicht,auch ein« ruhig« Aufenthalt unter gesicherten Verhältnissen zu verschaffen. Mtt der Errichtung von Schulen auf dem flachen Laude ist noch lange nicht Alles gethan, es gilt nunmehr auch hie, Schule zur Geltung.zu bringen, und das sollt« meimÄ Eracht«» die erste Aufgabe der „Allianz" auf ungarischem Boden sein. .. Die von den einzeln« Gemeind« gegründeten Schul« bedürfen im. Allgemein« der Unterstützung nicht, dagegen sind dje von der Regierung (aus den Mittel« de» isr. Landesfönd») in'S Leb« gerufen« Lehranstatten auf dem flach« Lande auf Ermunterung angewiesm, .sind di« Zud« der Pußtm und Weiler der Anregung und Hatkräftig« Förderung bedürfttg. In erster Reihe sind freilich näherliegmde wichtige Augelegenheiten zu beachten, die der Erledigung harre«, aber der angeregte Punkt ist doch auch werth, zur Sprache gebracht zu werden, weil sich hier ebenfalls ein weite». Feld zu segmsreichem Schaffen eröffnet. Zedmfall» ist die „isr. Alliaiq" in Wien rin sprechendes Zeugniß des regen opftrmuthigen Gemeinsinnes und hat wahlberechtigten Anspruch auf allseitig« Theilnahme und Unterstützung. - Hkrohaih. Um die Mitte v. M. starb hier, 76 Jahr« alt, Vr. Gideon (Gedaljah) Brecher, praktischer Arzt und als Verfasser werthvoller Schriften — einer Ausgabe der Kusari mit Eommmtar, „die Unsterblichkeitslehre des iSr. Volke»", Abhandlung über die Beschneidung »,«.«. — rühmlichft bekannt. Er war in Proßnitz geborm und praWefite dort fett 1825. Er war weg« seiner Humanität und seiner außerordentlichen Wohlthätigkeit, besonders gegen arme Krank«,

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