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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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182 Iame« Jefsel, Sohn de« Sir George Jefsel, wurde am verwichrnen Sabbath zur Torah gerufen und la« seinen Abschnitt." — Genannter Blatt fügt verschiedene Betrachtungen über dar Thema, daß man zu hohen, verdienten Ehren gekommen sein und doch dem jüdischen Gesetz und Gebrauch treu bleiben könne, hinzu, Betrachtungen, die für Deutschland noch besser passen würde», wenn auch nicht wörtlich auf einen jüdischen — Iustizminister. (Solle. Gen. entspricht beinahe diesem Range.) Madrid. Behuf» einer neuen Organisation der staatlichen Wohlthätigkrit-anstalten ist vom Minister de» Inner» verfügt, daß in dem Hospitale Leidend« ohne Unterschied der Confessio» Aufnahme finden solle», von. einem Geistlichen nicht ohne Verlange« heimgesucht werdeii dürfen und auf verlangen mit einem Geisllichen der jevreiltgen Confessio» bedacht werden müssen. (Iir.) Ilew-Horfl. Am IS. Mai fand die Versammlung des Board of Delegat«» statt. Wir heben au» dem Berichte nur zwei unter einander verwandte Punkte hervor. Ueber da« Projekt der Au»wander«ug ruuiünischer Juden nach Amerika sprach «an sich günstig au». Dagegen, scheint die Eiawanderung russischer Jude» aufgehört zu haben, znr Unterstützung von 70 solchen Immigrant» waren im Laufe de» Jahre» 686 Doll, verausgabt. Der Rest der für diese linierst Übungen vorhaodeuen Gelder wurde theilweise dem rumünischen Hülfscomite überwiesen. Kturinnati. Der zum Gouverneur von Süd-Carolina ernannte Mose«, stammt zwar von Juden ah, ist aber Ehrist. (Debora.) Feuilleton. Unsichtbare /kffeln. (Fottsitzung.), „Lieh einmal den Asuß-Ponim", sagte ein Mann zu einem andern, „wie der Lnirp« da hinaufklettert, al» wenn er bei Alle« dabei sein müßt«, ich Hütte gute Lust ihn herunter zu ziehen." „Laß ihn fitzen", sagte ein Anderer, ,,wa» schadet'« Dir, ob er da oben, oder wo ander« fitzt." „Da» ist er", unterbrach sich der Redner, „da« ist der Ehosseu", al» di« Silhouette Stonehill« im Inner» einen Augenblick am Fenster erschien. Der kleine Mann schien entweder seine Neugierde befriedigt zu haben, oder e» war ihm zu naß da droben, denn rasch glitt er herab, verlor sich in die Menge und bald sahen ihn die Neugierige» mit noch zwei Männern die. Hausthür» treppe hinaufsteigeu und sich nicht unter die Bettler stellen. „Seht nur den Schnorre,", rief der Straßenredner, der vorher schon da» Won geführt, „erst steigt er auf den Wagen hinauf zu gucken, ob viel Leut' da find, seinen Schnappsack zu füllen, uud dann stellt er sich, mir nicht», dir nicht«, in den warmen Hautgang zu Schnorre«»." Laum halten die drei letzterwähnten Männer de» Hautflur erreicht, al« sich die Thür de« Erdgeschosse« öffnete und der Reger. Sronehill« auf di« Sttaße trat. „Da« ist sein Nigger", rief der Redner von vorhin, „sein eiguer Rigger. Gott wie reich ist der angezoge», wie reich muß erst der Herr sein. Wa« für «in guten Schi buch thut da» Mädchen." Der Reger machte, sich am Geschirre zu schaffen, nahm die Zügel in die Hand, stieg auf dem Bock und fuhr im Schritte davon. „Wo führt der hin?'f fragte einer dm Ander,». „War weiß ich, vielleicht sind seine Pferd« steif geworden und er will auf und ab fahren", war die allgemein» Antwort. i Jetzt hatte der Reger di« Straßenecke erreicht, anstatt umzukehren, fuhr er in die Nebenstraße und dann, au« de« Schritt in den gestrecktesten Salopp fallend, - nach Grandstreet zu. ' , Der Mittag rückt« näher, vor Deermoores Hause hatte > sich, trotz Nebel und Nässe, «in Haus« versammelt, denn eine , Hochzeit ist, wie ein Begribniß, immer. > geeignet, Tagedieb« ' und Schaulustige herbeizuzichen, besonders wen» eine oder > mehrere Lutschen vor dem Hause stehe«. . | Die Hausthü» war weit geöffnet und in dein Hansflu» . hatten sich eine Anzahl Bettler eingafunden, um ihr Scherfj lein an dem Freudenlage zu empfangen. Jetzt drängte und j wogte di« Menge, Jeder wellte schauen, besonder« die Bmut, | die, einem alten Pöbelrechte gemäß, sich heute den unoerschämf testen Blicke« aussetze» mußie. Aber die Braut war ei nicht, nur ein schmächtiger ältlicher Mann, mit einem Beutel unter dem Arme, bettat da« Haus. „Es dauert noch lange", sagte eiur Stimme mit jüdischem Accent, „eben geht der Rabbi erst herauf, bis der fertig ist, vergehen noch zwei Stunde», der hält eine, ewig lange Rede, daß man das Ende gar nicht »bwarten kann." . Jetzt kletterte ein klene« Münnchen auf die Lutsche, welche zwar ohne Lutscher, aber bespannt, dort stand, hintenauf zwei schwere Loffer. Auf dies« nu» kletterte der Llei»e uud sah neugierigen Blickes in'taf Zumner. -dessen Lichterschein man gleich zwei rothrn- Puuktrn leuchten sah. ., Die versammelte Menge hati« zu viel andere Sachen zu beobachten, deshalb entging eS auch ihrer Ausincrkfam'eit ganz, daß die Lutsche nicht zurückkehrre. „Jetzt macht der Rabbi den Talles auSeinauvcr", sagte einer der Außenstehenden, ,,jetzl geht's gleich toS." Werfln ^äuch einen Äick m bas Höchzeitszimmer. Geladene HochzeitSgäste war«» keine zugige»;,im Parlor waren nur Moscheh und dessen Frau, die heute nicht einmal ihrem Hange »ach möglichst abgeschmackter Lleidung gefolgt war, sondern höchst einfach, im schwarzen Lleide,, das Haupthaar sogar unter einer Haube verborgen, sehr ervst auf einem Stuhle saß. . Belah saß ebenfalls im Parlor und war in ihrem besten Staate. Deermoore ^ing mit dem Bräutigam im Zimmer, auf und ab, uud beide unterhielten sich mit leiser Stimme. Der eben angekommene Geistliche stand hinter de« Tische, den Rücken »ach de« Fmster gekehrt und ordnete seine Utensilien für die Trauung; , er stülpte «in schwarzes-rundes Mätzchen auf den Lopf uud htog sich «neu langen schwarzen Streif aus de» Rücken, um die Idee eine« Mantel« henwrznbringrn. \

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