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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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» 183 Dann breitete er das Talles, daS er neben, den vorherbe« merkten Dingen aus dem Beutel genommen, auf dem Tische au«, uch, e« für ip»er«^Sehra«ch bereit zu halten; jetzt zog er cii.r große' ffUmne'it$r tüß der Tasche, sie zeigte auf zwölf und er sagte: '„Nun, meine Herrn, wenn Sie u»d die Belle fertig sind, so wäre e« mir angenehm, ich habe heute noch eine Hochzeit, den» eS ist Neumond und da wissen Sie ja, geht daS Geschäft jedesmal stark.!' - „Ich bin bereit", sagte Stonehill, „wollen Sir Nachsehen lassen, ob hie Braut fertig ist?" . : Stonehill wendete sich, als die beiden Frauen das Zimmer verlassen zum Rabbi und sagt« stüsternd: „Muß ich etwa« sagen bet der Trauung?" 4 „Freilich", entgegnet« Jener, „jedoch werde ich Ihnen diese Worte vorsprechen. „Ist es nicht möglich, die Trauung phoe diese Worte zu vollziehen?" fragte Stonehill. „Wenn Sie sich bei einem katholischen Pfarrer trauen lassen, ist eS nicht noihweiidig, aber bei mir müssen Sie dieselben sagen, oder auf die Trauung verzichten", erwiederte der Rabbi entrüstet. Stonehill entgegnete nicht«, und blickt« g«. "dankenvoll ziun Fenster hinau«. > Das war der Augenblick, wo der kleine Mann von der Hutsche sprang, aber Stonehill sah ihn nichh und wenn er ihn gesehen, so war doch der Nebel zu dicht/> litt mehr,. o!« die Umrisse einer menschlichen Gestalt zu erkennen. Eine erwartungsvolle Stille von mehreren Minuten trat ein, danir hörte um» da» Geräusch von drängenden zurückweichenden Personen, da« Rauschen wie von seidenen Gewändern, die Thüre des Parlor« wurde geöffnet und berrin trat die Braut, geführt von Delah und Tante Jutta. Die Frauen versuchten die Thür« zu schließen, aber mehrere der in dem Hausflur wartenden Leute, hatten.sich im Thürrähmen aufgepflanzt und sahen neugierig in'« Zimmer. Einige waren sogar von den Drängenden bi» in daS Zimmer geschoben worden und faßten* hier Posto. ES waren wieder der Kleine von der Kutsche, der ganz vornan stand und dicht hinter ihm hatte sich ein« riesige Figur aufgepflanzt, welche,' äitt Eingang' verharrend, den Ktcinen vor sich her schob!'' Mkmand von den übrig.n Eindringlingen wagte dem Große» den Platz stteitig zu machen, von dem er, ohne recht gesehen zu werden, daS Zimmer überschauen konnte. Stonehill war der Braut znei Schritte entgegen gegangen, verbeugte sich galant, ergriff die kleinen Fingerspitzen und führte Bertha1 mit Anstand vor den zum Altar «mg«, wandelten Tisch, wo er sie bat, sich auf einen bereit gehckkye ' nen Stuhl niederzulassen, welche« sie jedoch kopfschüttelnd ablehnte. Bertha war in sebwercr weißer Seide gekleidet. Ein langer, kostbarer weißer Schleier, war mit einem schönen. Mye» thenkranze aus dem Scheitel befestigt und rollte in zwei Theile» bis zu den kleinen weißen Atlasschuhen hernlclkerl Ihr« sckiivärzen Locke» umschwebten, voz, den liebevollen- ~ besonderer Sorgfalt geordnet,' den Racken. rIhre ^ontrastirtcn freilich" mit dieser' herrlichen Kletzmng^e, ren zwei einfach« goldene Ring», da man sie nicht, ( mögür können, daS Geschenk StouehUH' ein Pickö LiiLaKtch«. ohrringe, anzulegen. Bon sonstige«^ S<hmuck«,wav,ntcht däS» Geringste zu bemerken. / \21 ^ktzi postüttn sich zurzeit« der Brausdie beiden Freue», zur S«te Stonehillaber Deermoore und sein Binder, und der Rabbi eröfsneie die Ceremonie dadurch, daß er daS Talle« über .Heide Brouteute au«breitetr. Stonehill -on färbte sich «lnigermaßtii/ al« er die Decke über' sich fühlte, ei» il»» un» erklärlicher Scham,nüberfiel ihn. Bertha konnte nicht bleicher werden, sie glich (gon einer Tobten. Nachdem Üef( Bordenitung getroffen, blätterte der Geistliche ein Weilchen > in seinem Buche, währenddem die Leute, btr tn'S Zimmer gedrungen, dreister geworden, hinter dem Brautpaare Posto faßten. - - i' ' Jetzt begann der Rabbiner: „Sie, mein liebes Brautpaar, Herr Sale man Swnehill und"-Weiter kam heute di« Traured-! nicht, demr hier sagte eine Stimme: ^Dai» ist rin Irrthmn, ich heiße Stonehill, und der da"- „Billy Schreiner!' brüllte eine andere Sttmme dazwischen. .Mit einer-raschen Bewegung wendrte sich der falsche Stonehill um urd zog dadurch der Braut da« Talle», da« ihr zur Hälfte unihing, hinweg, diese« fiel ih» über da« Gesicht und verhindtcke ihm am Sehen. „Bon eisenstaike« Händen gefaßt, war er im Nu auf da» Angesicht geworfer-, sein« Hände wurden unwiderstehlich nach hinten gezogen^ »in ominöse« Knacken, wie daS Schließe « eine« Schlöffe« ui d der Bräutigam erhob sich linier Bcihülfe d'e^, Marsen Hanlz,. die lhlt illedergeworfen, 015 Ser gefesselte chätüvte RaubnUeder Billy Schreinsr. In eiserner Hand hielt ihn der Ries:, de» ivsr vorhin hinter der Thür erblickt haben, während d:r Kleine,' der jetzt eine grüne Brill« trug, ihm schadenfroh in da« Gesicht grins te. Alle Deiheillzlen waren wie vom Schlag« gerührt, keiner kqunte «in Glied .ühren, orer nur einen Laut Hervorbringer, uuh schon waren die Polizisten mit Billy in, dem HauSstur, al« Berrha au« einer Art Starrkrampf erwachte und mt Blihegschäelle"begriff, daß sie^ dusch, da«, a/i's Wunderbare gränzeude Einschreiten Gotte« gerettet,',sei. Iu Brrzückun; schlug sie die Hände zusammen unh rief: „Gott! Gott! Da erhörst die Geben der Waisen.", , . Aber der rasche Wechsel von dem drohenden llngir'rck zur Erlösung nnn" zu viel für dir überspannte»! Nerven de« aiuir'n Mädchen«, si>: wankte, -schloß die Augen und sank leblos zu Boden. , " DaS wer ein Halloh, ein Schauen, Schwärmen für die Tagediebe *iitb Gc ffer, alä man den aufgepvtztm Bräutigam, die Hände mif dem Rücken gefesselt, vo« zwei Polizisten herausbringen sah. Das Fragen, Schreien und Rufen wollte kein Ende nehmen und alle folgten in'langem Zuge, dem sich Vei'.jchem Schritte Hunderte anschloffen, dem Gefangenen, der die Hustonstreet hinabgefüyrt wurde., So etwas war noch nicht dageweseu. Ein Bräuttgam vom Altäre hinweg, in da« Gefängniß geführt, nein, da» war z« großartig' und die PoliziM kamen in Jefahr, die ganze Hustonstreet mit nach den «Gerichtshöfe zu bringen. ^'Tö'dp'aHsirtk die schreiende, laufend« Menge dle ThüraukWelchlr Bärchen seinen Plan schmiedete, um die cherrns SnSlärven. Don den Vorübergehenden getreten rtoj|j£ lüiatk er endlich auf und sah Stonehill iu Be- Aeitzlsig Meier Eiänner eben noch »orbeitNMrschieren. Bärchdätifßift, h&V oorgegangen, und sprang auf, um so schnell al«-möglich bkm-llloktor Mon'tz di^ gute Mähr zu bringen. 1 f * d. (Ende de« Lagitel«.)_.. /_

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