Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 22.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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X78 " -4 yr nv:-' . ' '■ Dv^leichm berichtet Mt i»r- Allia»« tu Die»,, daß fit sich wqgm de» Spirituosengesetz«» an de» Grase« Andrassy gewendet habe, und daß die österreichische Regierung de», rumalischen Jude« wohlwolle. Ja derselben Angelegeuhell schreibt Sir Francis Goldsmit, daß da» rumänische Comlle in London beschlossen Hab«, die verschiedenen ähnlichen Comi« 1e'< und die Gemeinden aufzufordern, einen Protest gegen die in dem Gesetze über den Spirituosenhandel liegend« Verletzung der Verträge bei den Garantiemächten einzureichen. Da» Centralcomite der Alliance schließt sich diesem Vorschläge an. (Vgl. unter „Rumänien".) Au» Bukarest wird berichtet, daß diese» Gesetz erst nach. einem Jahre, i« April 1874, in Kraft treten werde — früher hieß es. nach drei Monaten — e» sei bei dem ganzen Volke höchst unpopulär, der Romanul bezeichne e» al» nicht lebensfähig; man möge daher nicht Nachlasse» und durch Proteste und Verwendung dasselbe zu Falle bringen. — R. Hirsch Italischer in Thor» ersucht die Alliance, durch eine bedeutend« Summe die Auswanderung rumänischer Z»raeliten nach Palästina, woselbst sie Ackerbau treiben wollen, zu unterstützen. Da» C.-C. hat ähnliche, von anderer Seite gemachte Vorschläge bereit» geprüft und bedauert, nicht darauf eingehen zu können. (Dir bemerken hierzu, daß Hr.' Italischer im „Maggid" ein Schreiben von mehreren ZSraeliten au» Nikarest bei Tekutsch veröffentlicht hat. Dasselbe besagt, daß 100 Familien bereit seien, jede 500 Frc»., zusammen aber 50,000 Frc». aufzuiringen, um sich dafür in Palästina anzukaufen. Sie richten dann an Hr». Italischer eine Reihe von Fragen, die aber schwerlich beantwortet werden können. E» liegt außerdem auf der Hand, daß sehr viel Geld dazu gehört, um so viel Land zu kaufen, daß dasselbe 100 Familien ernähren könne, und daß jene 50,000 Frt». nicht einmal genügen würden, um die Familien zu ernähren, bi» sie sich eingerichtet und etwa» geerndtet haben, selbst wenn man ihnen Land schenken könnte. Auch ist ja in Palästina nicht, wie in Amerika, Gelegenheit einstweilen durch Händearbeit Brod zu erwerben.) (Schluß f.) Rußland. Marsch»». Der Bau einer neuen Synagoge für die „deutschem' Juden, eine» „CultustempelS", wie man in Oesterrich zu sagen pflegt, ist zwar längst beschlossene Sache, ist aber noch im embryonischen Stadium. Man hat Conrurrenzen zur Einreichung eine» Baupläne» ausgeschrieben, jedoch, ar.scheinend des engen und wenig anlockenden Programmes Halver, mit geringem Erfolg. Die Brest. Ztg?' brachte dieser Tage einen ausführlichen Feuilleton - Artikel über die Baufrage. Man erwartet kn Marschau, daß die Juden „ihre Schuldigkeit thun" und ein Gebäude aufführen, welcher der Stäbt zur Zierde gereiche. Dir Nächstbetheiligten gehe» vielleicht von mehr praktischen Gesichtspunkten au». Ale». Nach dem Paßgesetz dürfen die Juden sich'in Kiew nur in zwei Stadttheilen, Ledereck und PloSk genannt, niederlaffen; in den übrigen ist ihnen der Aufenthalt zeitweise und nur dann gestattet, wenn sie von der städtischen Hauptverwaltung die Genehmigung dazu erhallen haben. Diese gesetzlich« Bestimmung ist in den letzten Jahren nicht streng gehandhabt worden und so ist es denn gekommen, daß die Z»de» noch einen dritten Stadttheil, Pado», größtentheil» bevölkert haben und außerdem in einem vierten Stadttheil zahlreiche Kaufläden und Handelsgeschäste besitzen, die sie am , Sabbath und an deu jüdischen Feiertagen geschlossen halten. Da die christl. Beoölkevnng und. namentlich Me griech.-kathol. Geistlichkeit an dieser starke», Aq»breitting de« jüdischen Element« (über 20,')00 Seelen) vielfach Anstoß genommen und bei dem Generalgouverueur Beschwerde darüber geführt hat, so hat die städttsche Hauptverwaltung auf Veranlassung de» GeneralgouverneurS eine Revision der jüd. Pässe angeordnet und den strengen Befehl erlassen, daß alle diejenigen Juden, welche in Kie»jltetm<ah«b«««chtigr sind, ihr« Wohnung «aber außerhalb der gesetzlich bestimmten jüdischen Stadwiertel genommen haben, nach diesen Stadtvierten übersiedeln, die a - dein aber au» drr Stadt entt'ernt werden sollen. Von; diesem AuSweisungibefehl werden Hunderte von jüdischen Famillln, die seit Jahren in Kiew ansässig sind und sich dort ein« mehr oder minder behäbige Existenz gegründet haben, überaus schwer l«troffen. Die mit der Ausweisung Bedrohten haben eine Deputation an den Kaiser gesandt, die um Zurücknahme des Ausweisungsbefehl» bitten soll. Es ist aber schwer zu hoffe», daß dies dm erwünschten Erfolg haben wird. ,, (Ostsee-Ztg.) paläffi,«. Aernsalr« Bericht auS dem Freiherr von Rothschild- Hospitale und den damit verbundenen humanen Anstalten in Jerusalem. Vorr 1. Nissan 5632 bis zum l. Nissan 5633. 1, Die Anzahl der im Hospitale behandelten Kranken betrug 368, und zwar: Zn Behandlung verblieben am 29 Adar II. 5632: 5 Männer, 7 Frauen, zusammen 12. Zm Verlaufe des Z> ihres wurden aufgenommen: 172 Männer, 18» Frauen, zu!ammen 356. Bon diesm Kranken wurden entlassen: Geheilt 150 Männer, 170 Frauen --- 320. Gebessert 13 ,. IS „ — 26. Gestorben 9 „ 1 „ 10. Zn Behandlurg verblieben 5 M , 7 Fr. 12.. „ Zusammen 177 M., 191 Fr. =» 368. Die Anzahl der kheilsin der Ambulanc«, theilS in ihren Wohnungen gratis behandelten und mit Arzneien unentgeltlich versehen«» Kranken betrug in diesem Zahr« 17076, ZSraeliten, Moh «medaner und Christen. 2. Bon der durch Munificenz der Baronin Betty Rothschild gegründeten Stillung zur Unterstützung armer Wöchnerinnm wurden u diesem Jahre mit der nöthigen Wäsche für Mutter und Kind und je 10 Fdc». per Kopf, 120 Wöchnerinnen betheilt, »nd zwar: Aschkenasim 63, Sephardim 57. Darunter 2 im Alter von 15 Zähren, 3 von 16 Z., 5 von 17 Z., 9 von 18 Z. u. s. w 3. Die von Baronin Lyonel von Rothschild protegirte Mädchenschule wurde in diesem Zährte von 211 Mädchen frequentjrt und zwur: Sephardim 160, Aschkemafim 42, Korallen 9. I. Die vom Herrn Vr. Albert Cohn begründete und outinirte Hanbtt erkerschule war in diesem Zahre von 33 Knaben fregue.itirt: Sephardim 18, Aschkenasim 15. 5. Bon der durch die hochverehrte Gattin de4 Hrn. vr. Albert Cohn, Madame Mathilde Cohn, gegründeten Stillung der wöchmtlichen Lrodoertheilung an Arme wurden in diesem Zahre 12500 Brod« an die sämattlichm Gemeinden vertheilt, und zwar: SepharMm 7500 Brode, Aschkenasim 5000 „