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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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171 Chacham-Baschi und dir sephardischen Rabbiner günstiger gesinnt sein werben, sobald sie sehen, daß die Ausführung in Aussicht' steht und, wie sich von selbst versteht,' mit Borsicht und Besonnenheit geleitet wird. Auf da- Geschrei wilder Fanatiker darf man'freilich keine Rücksicht nehmen; ihnen wollen wir keine Wohlthat ausdrängen, aber den Halfen wollen wir'helfen. (Wir halten es für zweckmäßig misern Lesen» anzudeuten, welcherlei Fanatiker der Hr. Torr, wohl im Auge hat, damit sie sich die Sache nicht gefährlicher vor-" stellen, älS sie ist, an der Möglichkeit einer AuS- und Durchs führuiig des Unternehmens verzweifeln und da,uni die Hände, in den Schoost legen. Bor einigen Monaten ist ein nach Jerusalem gerichtetes' Sendschreiben gedruckt und verbreitet worden, worin die dortigen Rabbiner vor einer drohenden gräßlichen lstcfahr gewarnt worden Man wolle in Jerusalem unter dem AüShängeschilde von Waisenhäusern „SkoleS" gründen! An der Spitze stehe ein Verderber und Verführer, Läugner und Haffer, u. s. w, ein Mann, gegen den Pharao, Bileam, Zerobeam rc. Lichtengel gewesen. Es ist . Prof. Grätz. der diese Sache angeregt hat? Rein, „ein Mann, der schon'in Ungarn" u. s. w. Es ist — vr. Hildesheimer! So schreibt ein gewisser Rab. Hillel Lasch in Kolomea. Allerdings verhallt auch solcher Wahnsinn in Jerusalem nicht in'S Leere, aber ein unzweifelhaft gutes Untemehmen, ein Werk bester, ivirksamster Wohl-, thätigkeit und Rettung wird doch dadurch nicht gestört werden! Red.) Maßdevurg. "(Or.-Eorr.) „Unsere ganze Sympathie gehört den heiligen Stätten und Trümmern im Land« unserer, Däter — aber für die Zustände unserer dortigen Glaubensgenossen, so lange sie sich zu einer Besserung und Hebung nicht heranlasten, haben wir geringes Intereste." So schloß der Redakteur der „A. Z. d. I.s' oinen Artikel über „Palästinensische Vereine", in welthem derselbe es für seine Pflicht hält, „hinsichtlich des neiden Unternehmen- — Gründung eines Waisenhauses in Jerusalem — zu besonderer Vorsicht zu ermahnen", da ihm'dasselbe „bedenÜich erscheint." Hätte der Red. den obencitirten Schlußsatz seines Artikels an die Spitze desselben gestellt, so hätte er sich gar viele „Allerdings — aber" in denselben ersparen können. Für wen Palästina nur als „Trümmerhaufen" Interesse hat, bei dein sind besondere Sympathien für die dortigen Waisenkinder allerdings vergeblich zu suchen. Das ist dieselbe Tonart, ' aus welcher Geiger in selner (wie ei scheint, unselig entschlil^nsn) „Zeitschrift" gegen alle Bestrebungen zur'Hebung dsr Zustände unserer Glaubensgenoffen in Palästina geeifert.' Ihn interessirt auch' höchstens ein neu aufgcfundener 'Inschtkftenstein aus jener Gegend. „Verfallenes Gestein" und „Trümmer" — das ist ihr Ideal vom "Judenthum. Sie sorgen dasür, daß jenes Propheteiiwort noch iiti'mer' auf'Elrsüstung harrt( „Siehe, ich werde fortschaffeil daS Her^ von' „Stein" auSihrem Leibe und werde Ibnerj’ geben ein 'Herz von Fleisch!'^' A. Ka«ß«rg, Ä.'Mai! '^O?.-^orr.) 'Machdtm' in Altona die Wahlprrd^ten derI>r. Höv? 'Pollack' ui(d' vr. Paper a i' den dafür ängesetzien Sabbathkn 'vor ^inim sehr,.zahlreicher; Zuhtrerkreise'ilbgehalten waren^wurd«'gesketn' zur 'Wahl,' wozu'sstiptrisiche Mitglieder dt^'Gentelnde berichtigt wären» geschritten! Bon 24& Stimmen eckhi^lk vik! 2N> fl»6 und,'ist somit zum ^Odirr^Mnet unserer Ma!tcha?städi 'i»iw8hlt.^ Derselbe ist "!» Darmstäbt gebÄtii, war Btakstndek' und Di!' recwr der isl, Knabenschule zu Pfungstadt und dann, bis jetzt, Rahbine: in Ichrnchausen (Bayern), er ist Schwiegersohn des sel. Rabb. Dr. Auerbach in Halberstadt. (Unser Herr Eorr. giebt uns ferner eine eingehende Besprechung und Kritik dxr drei Wahlpredigtrn. Seine Bemerkungen sind treffend und inig:n, was den Bortrag u. s. w. betrifft, auch ganz richtig sein: doch liegt ein solches Eingehen auf mehr Persönliches nicht in der Tendenz unseres Blattes. Um seine dankenswerthe Bemühung nicht ganz fruchtlos sein zu lassen, theilen wir auSzüglich das Referat.über die Löb'sche Predigt mit -) Er sprach am Sabb. TaSria über die „Schäden", deren Erscheinung eine zweifache, mit je zwei Unterabtheilungen: Der Hochmuth (Seeth) und der äußere Glanz (Bahereth), den. man am Leibe findet (Genußsucht), am Haupte (Dünkel), am Stiebt (Heuchelei), am Hause (Streben nach materiellem Besitz). DaS Heilmittel sei Studium der Torah, wobei er gn »ie Fabel vom Fuchse und den Fischen erinnerte. Ein Referent der „Reform", der ohne Zweifel von „Schäden" nichts weiß'und nur die Fabel »erstanden hat, hat daher berichtet, daß^Vr. Löb birst; als „Text" benutzt habe. Au« der Poprr'schen stiebe schließe sich dir Bemerkung an, daß die beiden Säulen Iachin und Boas auf die Frau und den Mann als Säulen der häuslichen Erziehung gedeutet wurden; die Frau soll! dir Kinder sanft „ vorberriten", der Mann, i„ dem Starke (ko t s) die Festigkeit hinzubringen. Ka««»i»er, 22. Mai/ (Or.-Corr.) Sonntag vor acht Tagrn fand hier die General-Versammlung der Chewra statt. Der Iahrrsbericht. ergchb daS erfreuliche Resultat eines baaren Ueierschustes von 'mehr alS. 2000 Thalern. (Im oorhergehejideu. Jahr/: noch' 200 Ü^lr. mejr.) Es wurde eine Commission^ ^ur Errichtung eines Krankenhauses eingesetzt, für welches gleiä, 10000 Thlr. zugesagt wurden. Ferner wurde beschlysten,!»:n so viel verdienten und allgemein geehrten Hr. vr. Sal. FreiiSdorst, Oberlehrer des Seminars, zu dessen demnächst bi»0rsteyenben Jubiläum zum Ebrenmitgliede zu emennen. (Der genannte Aerr^Hgs, vor Kurzem seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert. Da dies nur im engsten Kreise gesi^ah und zwar darum, weil man officielle Feier für das m.' ®. H. bald zu begehende Jubiläum, welches zugleich Jubiläum des' Seminars ist, aufgespart hat, so haben wir in dies. Bu seiner Zelt nichterwähnt. Jetzt dürfen wir ohne Indiskretion auf das Bevorstehende Hinweisen. Red.) Auch rinä'Generalversammlung der Gemeind« hat am vorigen Sonstlag sta ^gefunden. Die Verhandlungen haben nur locales Inte^se, aber waS da, wie auch bei der Generaloersaitinlung dir Chewra, nicht zur Sprache gekommen ist, ist immerhin er-vähnenswerth! Wer vor ganz kurzer Zeit in den "diversen öffentlichen Blättern perverse Berichte über die Beerdigung bis Edes'schen Kindes gelesen hat, sollte der nicht glüttben," däß wenigstens ein erheblicher Theil der hiesigen Gemeinde %uir und Flamme sein müsse? Aber In beide» Btrsantinlün zen würde keine Interpellation, keine Einrede erhöhen, äs sterbe der Borfast mit keiner Silbe erwähnt. Drau» ßett'dtt Lärm, in "btt Gemeinde selbst Friede. 15. Psai. (Or.-Corri) Der bis jetzt recht kühle u»std«nlstich> Äonnetnonat hat unS am vorigen Sabbath doch eintil'schöneä Tag gebrächt, von welchem wir mit warmem Het^sn fpt^l)eN''konnt«n: * „Gkkobt sei Gott, der die Zeiten ändert." — Ln eben diesem, dem Jahrestage des jüngsten Friävenssthlusstch fand Hierselbst dirfeierliche Enthüllung eines

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