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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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+M2 End« genommen; was in Jahrzehnten, oder aw schnell erworbrrm ifk-ui Wtzchm zenKnnen. ~ dessen, was wieder der R, darum, weil sie, abergläubisch me L üiriiiri!.. sollten nicht diejenigen, welche sich nach jenen gerichtet, lhnen nachgeeifert, sie beneidet haben, sich jetzt mit Schrecken abw«- z«M«sühren, wie einst di« Tage der Richter in Israel, die Zeiten de^babylonischen. der Makkaein, theüS im die GotteSlehre ^enwnne mmMrde, daß Israel!ts zu fürchten hgbe, daß manches H-wV- 1g M ii^e daß das Zudenthum alle diejenige»'wie Spreu verwebt sehe, di« ihm Unterdrückung gebracht oderba» alle Unrecht vertheiden? . . . Denn nicht das war das gefährliche und ^verderbliche, daß eS EnyelneiUtkbt, die das Gelii^u ihrem 'Abgott machen und daS Glück anbeten, die „das Fleisch zu ihrer Stütz« machen und von Gott ihr Herz abweadey", die >^ßw Trug zu ihrer Zuflucht nehmen und hinter Lug sich bergül" — sondern daß sie andere,"8as jüngere Äeschjecht ^zumäl, durch böses Beispiel verführt haben, daß sie, an denen es gewesen wäre, für Israel zu wirken und die religiöse, .geistige, sittlich- und bürgerliche Wohlfahrt ihrer Stammesgenofse« zu fördern, die Religion verachtet, für Gottesdienst, jüdische Wffsenschafr, Hebung der niedriger Gestellten kein Herz gehabt haben." » — Wir müssen hier wohl erst eine Parenthese einstig«. Dir vorstehenden Sätze sind vor 25 Jahren gesprochen worden, nicht ttwa am vorigen Sabbath, und etwa in — Wie«; wir haben auch da, wo wir von König« und Staatsküa^- lern geredet, damals an Ludwig Philipp und Metternich gedacht. Unsre Hoffnung auf allgemeinere Sinnesänderung, ajD ein Berlaffen böser Weg«, hat uns freilich getäuscht. &a schämen unS jedoch nicht, sie gehegt zu haben; es war damals ein herrlich strählendes Morgenroth, welches einen glücklichen Tag verhieß. Alles erschien von rosigstem Lichte übergossen. Auch war eS ja damal» ein gewaltiger Umschwung, eiu erhabenes und erhebendes Gericht, welches Hch vor nnsern Auge., vollzog, nicht eine bloße BörsmkrisiS, ein Zusammeubrechen von allerlei Schwindel, ein Niedergang von allerlei dunkle» Existenzen. Es konnte damals nicht fehlen, daß Jedermann in sich gehen, die Nichtigkeit gar vieler Erdendinge, Erdengüter und Erdengrößen bekennen mußte. „Es hat jeder gesehen (fuhren wir damals fort), daß die Pfeiler, auf denen die Staaten, die Rechts- und — Unrechtsverhältnisse, ans denen Vermögen und Zntrnoen erbaut waren, morsch gewesen find, daß es nichts Festes, Sicheres giebt, denn Ärmlichkeit, Tugend» Gottesfurcht. Macht, Glanz, Reichthum und Schimmer, sie sind dahin gefahren „wie Gras und Blume, wenn der Wind Gottes darüber hinweht, aber Gottes Wort besteh« ewig!" Gottes Hand hat mächttg und sichtbar in da» Rad der Menschen- «nd BöiKrgeschickr gegriffen, und di« Besten, di« vor ihm echt Befundenen find oben geblieben oder emporgestiegen, dir andern hat der Sturm hinweggefegt wie Spreu. Bei Königen auf dem Thron« hat das lstericht begonnen, bei digt. und, bewahrt hatten — das wollen wir"hier nicht"Diei/v< / i;M«. .Ui' WjOKn. 1 ,tt» rj/.*i%,1 Wir haben vor Kurzem (J. 62) an den Ausspruch «ines.Abh^^jn .her franzöfifchtn'DepütittttkkämMeL eriMtkrt: Die Älttidnin' bemirften keiner anderen Verfassung, als der ZMgeböte. Wir wüßten un» des NameM sischCzü"entsinnen; wir finden Satz, der ^urz vor der Pariser. Februar- Revoluiion gesprochen wurde, in jener Predigt angeführf,und am Rand« bemerkt, daß eS der Abbö GeaautaDewesen. Wir sagten damals."'"„Man hat über den Ausftnmch gelacht, man "wird ihn noch Afterverkachen, ä?rr er wird wiederholt rverden, wir werden ihn wieherholen..und am Ende werden wir Recht behatten!" ll' Das ist freilich auch no^ nicht eingettofien, es wird noch manche» Bierteljahrhutzdert verfließen — zweifeln wir darum au dem endlichen Siege? Es ist «ine kurze Spanne Zeit, auf di« wir in, dieser Rentiniscenz gurückblicke«, und doch ist sie lehrreich. Di« Befürchtungen, »elche damals „in der Luft lagen" und leiueswegS leer erschienen, find doch noch weit weaiger «ngeireten, als die Hoffnungen. . Die Religion Israel» ist durch di« damals anfgegaugme neue Zett nicht erschüttert worden, die Gemeind«« ihrer Beknmer haben vielmehr seitdem in den alten und in neu« Wohnsitzen, diesseits und jenseits de» Oceans» .einen ungeahnten. Aufschwung genommen. ■[,{,. ,| Zn der Freiheit! Ueber das Berhäitniß zwischen Religion und Areiheu sprach« wir damals, «m zweilen Festtage; einige Sätze glauben wir wiederholen zu dürfen. »^Die staatliche Freihett muß sich auf Religion, gründen. Oder worauf sonst? Auf Aufruhr, Gewaltthat» auf Trümmerhauf« der Sttaßmkäwpfe, Wuthausbrüch« und Blutgerüste? Gräßlich« Zerrbilder der Freiheit! Worauf denn? Aus Bertragsdhiimmungen, grundrechtliche Satzung«, BerfaffungSurkundsti? Als ob solches der erustlich versucht«« Gewalt länge» Stand zu halten vermöchte;,««« — eben «in Stück Papie? Stand zu Hali« vermag gegen das geschliff«« Schwert! ^olkesrriheir beruht auf Religion; einem Bolle sittlich /reif, in Gott uudPslichr feststehender Männer wird bürgerlich^ Freiheit weder «rliehen.und verbürg! werde» wüsdem Richter und Feldwächter des Dorfes hat es aufgehürt, und wo ei« Unrecht geschehan, da ist es heimgesucht ward« in den Tagen des Gottes- «nd BolkSgerichtes. Di« Männer «der, dir sich ein Herz bewahrt halt« für Wahrheit, Recht und Freiheit, für ihr Voll und für die Mmschheit, sie find aus Niedrigkeit, Bergeffenheit, ans der Verbannung und aus Kerkermauem hervorgetrttm «ad lenk« di« Staaten unter •tan Jubel ruf der Ration. Solch« Zeit« der Bedringniß und der Heimsuchung müffm zu Gott, zu seiner Furch», zur sen, noch entzogen werden können, ein Volk sittlich Unfreier kann gr/hcit weder verlang««, noch enragen. Di« Weltgeschichte ttgt «s: wo Relfgion, Gottesfurcht geschwunden war, da hat),einer den. andern lehendig verschlungen", da ist stets der a/dte Spitz« gekommen, der. am rüchichtstoschen seine Intens« verfolgt und mit kältestem Blute Menschenglück und BrüMvohl hingeopfert ^t. . . Erfolgreich« wahrhast freihettljhh,.Bewegung« sind stets mit dem Aufwachen ttesen religttm Leben» Hand in Hand gegang«; so in der gepriesea«i Freiheitiburg der Meeresinsel, so in dm Befreiung»- krjgea unsres Bolle». Wo aber Bolksfreiheit auf einem der

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