Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 17.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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7 »* 130 - der Weg, der die Entwickelung des deutschen Volkes zu nehmen hatte, hgtt-«yr 23-yJahren doch st» nahmst'gerade, so bequem! U»° a«eine<Mst^ sjOMHS. sl^v-Or Reichstag selbst zr»mmMratMnterWemIl»d^n^Ukr ZnschgM- „Des VaterDidS HrößD desMatDaDi^ll^^MBchofft sie. o bringt sie dem Volke zurück" —^wie schien das so leicht! weiten Umwegen mußten ins Gra erreicht worden steigen, ehe tzik)iyk-«»ua»«e'WB enter radikalsten Sinnesänderung „über Nacht" sich an Tausenden wiederholt hatte, an Umkehr und Umweg gedacht- Einheit und; Freiheit, so kantete der Ruf. 'Freiheit war gewährt,, Einheit-, wolltest All«, warum nicht in wenigen Tagen ans Ziel ge-'! langen? '*"! Und doch dauerte es nur"etwa zwaüzig Monate,, hazeigtses sich, daß der so nahe Weg nicht ans Ziel führen,soG-,,* und daß wir auf Umwegen wieder an den Punkt gelangt, waren, von dem wir ausgezogen. Station auf Station mußt« wieder vorgedrungen, 'eine Position nach der andern wieder erobirt oder befestigt werden, da kamen Stätten milbitterem Wi.sser. Zeilen dürr wie die Wüste. Ost wan's uns dann, als Iiätten wir nur einen Trauni gesehen, einen mit unter recht wirren und wüsten. Wir gedachten' eines vielerfahrenen G:essrS, der schon „im März" 'zu 'dem Jubel den Kopf geschüttelt und die Achseln gezuckt hatte mit d?n skeptischen Worten: wenireh mah jihjn chalomosow, wir wollen sehen, was aus den Träumen wird. Und -nun gar' die' Einigung 3)eutschlands! Der Weg, der doch fo 'nahe war,- der Weg t-er Bersammkongrn und Bersaffuugsterathungen, der Berbrüoerungs-, Sänger-, Schützen-' unk»'Turn erfestr, der Volksunt Fürstentage hat nicht zum Ziele geführt, erst mußte ein rothes Meer des Blutes durchschritten werden und mehr als eins! 1' Die LSege der Vorsehung find Umwege. Wir begreifen nachher, daß es so hat sein müssen. Der Weg aller natürlichen Entnickelung ist nie der geradest« kürzeste, nächst«. Und die Personen, deren sich die Vorsehung bedient, es find nicht diejenigen, die Menschen wählen würden; es find diejenigen, die wider ihren Willen gehen, führen. Die Einheit haben diejenigen gebracht, denen daS Sehnen danach ein Gräuel gewesen, die die harmlosesten, ja kindischen Symbole jenes Strebrns, Fihichen und Bändchen, gehaßt hatten. ' Wir begreifen ungefähr die Wege und Uanvege, wenn wir zurückschäuen. „Denn Gott sprach, eS möchte daß B»lk gereuen, wenn fir Krieg sehen, und sie möchten nach Egypten zuriickkehren." 1 ' So ist es wieder gewesen. Hätte-da« Volk im März 1848 wissen, ahnen mögen, daß das Ziel nicht so nähe liege,' nicht auf dem geraden Wege zu erreichen sek, hätte es die Kämpfe , orauSgesehen, die" Verwirrungen''den' Bürgerkrieg, die Hinrichtungen und Einkerkerungen,' die Ziel- und Frucht- - lofigktü ter ganzen Bewegung — man hätte'-gesprochen: laßt uns in 4-gyplrn bleiben. Und wie Weiiige, verhältnißmäßig, würden tie Einigung Deutschlands erstrebt, 'ersehnt, ja nur gewünfchi habest, „wenn sie Krieg (vcknrus«) gesehen-hätten",'' die BlUt-iröme, unt denen' ffc W zwei furchtbaten Füdjügm' erreicht --erden sollte. „Es hätte'ste> WeuttV fk hitttm ge sprachen: eher «ögr es beim «sten IVbeste '•/ fl « langsame, all .<Mm . i ‘X* Biele,' viele Geschlechter er Verheißung und Gunst, nicht die deussche Zu- , sondern durch ntwickelung,''durch den Fortschritt fO^d&jtt f Aifi den Ed^rlne^ ^Doch das geht in das Gebiet der Predigt über. Mit unseren Remimscenzen aas dem Jahre 1848 gedenken »im aber gelegmtllch, fortzufahren und haben daher vorläufig-die>ffeutige als „erste" bezeichnet. v > .-in/; Veruhte ’uriS Korrespondenzen. *• .r , - i ' -' vestschlluch.ii ..ll.AerN»».rS. April. (Or.-Eorr.)-'Hnsige Zeitungen brachten die Mitiheilung, daß das Central-Comirr der „All. Jsr. univ." in Pari»,hwtz Anschlüsse der hiesigen Delegirten- Versammlung abgelrhnt hat. (S. unter Paris.) Wie mir mitgelheilt wird, soll eine Generalversammlung der hiesigen Mitglieder demnächst berufen werde», ra welcher darüber Be riiht-rrstattet und eine Neuwahl des hiesige» Eomtte'S dörgenomwen werden soll.' - ■'* 4 Ein sehr würdiges Mitgtted derhiesigenGemeinde, Hr. Banquirr A. H Heymann, feierte kürzttch sein« 70jährigen Geburtstag. Da er Mitglied vieler, wohl dermeisten hiesigen-jüdischen Verein« ist, so'find ihm viele-Adressen, zugchendet worden, und hat der durch seine Wohlthättgkett bekannte würdige Grei» diesen vereinen zur Feier des Lage« bedeutende Summen gespendet. -Während der Festtage hat es hier an Predigten nicht gefehlt.' Die «ine ries uns z«: Immer weiter, werft Alles ab, war Euch als Juden eigenthümlich ist, fort mtt. den alten Erinnerungen, wir sind frei und kehre« nach Egypten nicht zurück. Daß der betr. Redner dabei au» dm vier Partien der JSraelitel, am Meere drei machte, vielleicht-»eil ihm das besser' paßte, 's«! nur nebenbei erwähnt. Der andere Prediger mahnte zur'Treue gegen die Satzung de«'Jaden. 'thumS, die heilige Sitte der Väter, — und da« Alles an einer und derselbe» Stätte. Wem soll daS Volk glauben? Wahrscheinlich glauben' sie keinem! ' v •' ' ' Auch gegen den unschuldige» An'im Cemirvth ist eine wahre Eisenmeiigeriabe kosgelassen worden. ' Wir wollm dem 'Herrn recht gern daß Stück'za singe» erlassen/ wenn er dafür bethättgt, daß ihm „Gitttes Gesetz Gesangs sei (Pss 119^84) und «enst er'und sei« Kollegen etwasdafür"- thät«,r daß 'bliese Gesänge de« Herzm unsrer Jugend etngepslanzt wLrdeni^ Doch darüber habe ich erst voreinigm'Wochen hier Klage geführt. - " 17. April.-- (Or.^orr.) Wenn es auchübitslüsstz' erscheint'-ans unserer Stadtüberdte. politische und sdcickvk 'Gleichstellung der Juden ErwNszn. berichteNi da-st« stst 1648 für alle srühercnBedrückungrn glänzend -entschädigt'wuiden ttttd 4m^ Magistrat, 'in dev-Stadtver- Dapwarm unsere ErwägunM «M» 7'?Veßachttge, am i'vtdmtrnMadMiliq-'-istnllen «ffMchsMhm/ 'MitoMittili- 18. sstml d. I. »'Mich unsre bürgerliche Erlösung'-ist auf scheu und sonstige»'«edweiltUngMIch «nbStiNUne haben,