Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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126 wie machen fie es in Paris?! I) Die Sommenalbehördea ab« bewilligen grati» nur «in« Grabstätte auf wenigr Zähre. Sorach würden denn die Zuden auf die ihnen gebotenen Grabstätten verzichten und et norzieheu, eigene Friedhöfe zu «nnrbeu. Auch während de« Mittelalter» habe man di« jüdische» Friedhöfe, meisten» iu Ehren gehalten. Die Stadt Mttrria in Spanien habe noch bi» jetzt den jüdische», 1492 Verlusten«! Friedhof unberührt gelassen. Äenso Hab« die Deprrtementsbehörde in Bordeaux in der Revolution-zeit beschlossen: „Zn Anbetracht, daß die Bürger vom jüdischen Cultus dem Andenken ihr« Borfahren tiefere Ehrfurcht widmen, daß fie zuweilen ihre Gebete auf den Gräbern verrichten, daß da» Ausgrabeu der Todten bet ihnen als Frevel gilt, wird ihnen ihr Friedhof belasten, um nicht die feierlich von d« Institution verheißene Cultu»freiheit zu verletzen." Nußlanb. Zn Moskau erscheint unt« dem Namen .Zowrewenju lsrejesti" (Zeitgemäße Nachrichten) ei« poütischeS Zournal, welch S in ein« sein« jüngsten Nummern einen recht schmachvoll« Artikel: „Die Zudenfrage ia Rußland", leist«. Mit seichtin Phrasen wird darin auf Rosten des angeblich vorhandenen Fanatismus d« russischen Zuden die Tol«anz der Rechtgläubigen gepriesen und eine Menge von Fällen angeführt, in welchen Christenkind« von Zuden g«aubt und zum Ost«este geschlacht worden siien. Merkwürdig« Weise, so heuchelt die Schandfed«, welch« dieses Pamphlet entfloffen, hätten diese Fälle, d«en Anzahl besonders in dem Uferrayon d« Btolga Legion f«, niemals nachgewiesen w«d«n können, und wenn man dah« auch an ihr« Wahrscheiulichk«t zw«- feln lönne, so s« doch zur Vermeidung von Eventualitäten d« Grundsatz festzuhalten, das rechtgläubige Rind« von jüdischen Lehr«n nicht unterricht« werden dürfen. Man traut seinen Augen kaum, wenn man diese ebenso unfinnige und heuchlerische wie perfide Salbader« liest, und begreift ihre Möglihkeit nur im Hinblick auf die Thalsache, daß jenes Blatt in Rußland «scheint. Selbstverständlich waren die russischen Zuden all«o«en durch «nen solchen Brandartt'kel in die höchste Aufregung versetzt worden. (R. Fr. Pr.) Petersburg. 1. April. Durch «nen an den Minist« des ö fentlichen Untercichts gerichttten kais«lichen llkas sind die ifia«ittschea Staatsschulen und die Rabbinerschulen auf gehober und an ihr« Stelle pädagogische Seminare und Primärschulen «ngeführt worden. — Bor langen Zähren, noch unt« Rais« Nikolaus, wurde in Sarai s an groß« Prozeß gegen Zuden in Folge an« ,Mutbeschuldigung" geführt «id an Hunde« Unglückliche zu den schwersten Strafen veru«h«lt. Wied«holte Verwendungen und Bitten um Revision des sehr summarisch geführten Prizefle» blieben fruchtlos. Endlich soll den noch Lebenden jeist die Fr«h«t wiedergegrben werden. So meid« «n Bericht d« AngloZewish Astmiation. Die näheren Umstände find noch nicht mitgetheilt. (Arch. Zsr.) Nu»ä»ie>. Anstarest. Dem Genaalconsul Paxotto ist von mehr als 500 Zsra«üeu eine Dankadreffe Übersicht worden, in der es haßt: „Wir kommen Zhnen zu danken für die Hoffnung und di,' Zuversicht, die Sie in unsere finkenden Herzen gc* gossen, durch die Sie unS beg«st«t, ang«if«t haben zum heiligen Rampfr für uns«« geraubten Freiheiten und Menscheurechte. Denn nicht allein Zhre unschätzbare Hilfe und die Sympathie d«. etvilistrtru Welt.iihaben wir in Zhnen «ad durch Sie gewonnen — wir schulden Zhnen auch unsere eigene Wiederbelebung. Durch Zhr ed«müthiß«s und haoische» Baspiel haben Sie uns selbst zu Rämpfern «zogen! Tausend« uns«« Brüder in Beßarabien sind durch Sie vom Verderben, vom Huugertod« gerett« worden, durch Zhre Borsicht und Thätigknt haben Sie «nen Damm entgegengesetzt jenen entsetzlichen Excessen, die wie «n sturmgepeitschles M«r wüth««n, dessen Welle das gesammte rumänisch« Zudenchum zu verschlingen drohten. Sie waren uns« gut« Engel in unserer Bebräugniß " — Wir berichtigen unsere Mittheilung i» Nr. 14 dahin, daß nicht zu «ner Synagoge, jond«n zu ein« Gemeindeschule d« Grundstein gelegt worden ist. — Auch die Mittheilung des ,^Hamag.", daß das Spiritnosengesetz vom Fürsten nicht sancttonirt worden, hat sich nicht bestätigt. Der ofsicielle „Monitorul" promulgirt das Gesetz mit der fürstlichen Sanction; es soll in 3 Monaten in Rraft tt«en. Vermischte und neueste Nachrichten. Zterki» Durch die Wachsamkeit des Synagogendirners des jüdischenTempelS in der Haid«eu1«gasie ist eiu beabsichtigt« Diebstahl dajrlbst »«hütet worden. Es fi« demselben auf, daß «nige» polnisches Bettelvolk in unmittelbar« Nähe des Tempels auf- und abging und als « auch ein G«äusch im Tempel zu vernehmen glaubte, öffnue er denselben und fand versteckt «nen polnische» Zungen von 18 Jahren. Ders«be gestand, daß « sich nach dem FrühgotteSdieoste hatte «nschließen lasten, angeblich w«l « «»geschlafen sei. B« näher« Untersuchung fand man ab« unt« seinem Rocke versteckl bereits «ne dem Temp« gehörend« Decke vor. ES war jedenfalls auf das Silberzeug, das man im Temp« wähnte, abg«ehen. (B. Z.) — Am 5. April gab d« amerikanische Gesandte zu Ehren de» Hrn. Lask« «n Din«, zu w«ch«m mehr«« Abgeordnete und and«e Rotabilitäten geladen waren. Arattßfnrt a. H. Am 2. d. M. wurde hi« um« sehr großer Th«lnahme die L«che de» am 30. März verstorbenen Stadtraths Zacob Baswitz zur Erde bestattet. B. war seit 1857 ununt«brochen erst« Borsteh« d« jüd. Gemeind«, üb« «n Jahrzehnt Mitglied de- Magistrat- und s«t «nigen Zähren MÜglird d« Hand«»kamm«. Kälber stabt. D« sich al» Oberrabbin« von Eafed auSgebende Abraham Ba« Cohn, d« gegenwärtig behufs Geldsammlungen zum Bau eines Hospitals in Eafed Deutschland b««st,- und sich dieserhalb gestützt auf hohe Protectionen an di« Eynagogeu-Borftände gewend« hat, wird von maßgebend« Stelle in Zerusalem deSaoouirt. Da» Oberpräfidium in Cast« hat bereitdi« Sammlungen inhibirt. (Wir theilen dies« au» sicher« Quelle uns zukommend« Nachricht mit,, um die Vorstände zur Borficht zu mahnen, die hi« um so nöthig« ist, alt auch die Red. eine» jüdische« Blatte» sich hm