Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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197 täuschen lassen, und die Aufforderung zu den Sammlungen gebracht hat.) Molfeutüttrk Am 1. faflh hier die iffentllch« Prüfung säanatlicher Zöglinge irr Samsonschule statt. Dieselbe fiel zur vollsten-Zufriedenheit der Administratoren, 1 Schulmänner und der anwesenden Notabilittten aut. (Ein unS zugegangener ausführlicher.Bericht von einem bei der * Prüfung anwesende» Pädagogen mußt« für die nächste Sir. zurückgelegt werden.) Aus Mecklenlnrg -StreNtz, 18. April. Dir strelitzsche Regierung hatte die Theilnahme d«S israelitischm Senators Sanders in Strelltz an den Sitzungen des dortigen Schulvorstandes verboten, mußte aber die betreffend« Verfügung in Folge Beschlusses des BuudeSratheS wieder zurücknehmen Inzwischen versuchte die strelitzsche Regierung, ihren Zweck auf eine« andere Weise p erreichen. Sie bejah! näyrlich dem Magistrate, in die Schulordnung eine Bestimmung aufzunehmen, nach welcher die Dtilglieder ded Schulvorstandes sämmtlich der evangelisch lutherischen Kirche aogehbren müssen, und drohte, alS der Magistrat dies ablehnte, daß fie im Falle abermaliger Ablehnung fich genbthigt sehe, dem Großherzoge die Zurücknahme der bisher zum Unterhalt der Schule bewilligte jährliche Beihilfe von 200 Thaler Gold in Vorschlag zu bringen. Der Magistrat aber beharrte in Ueberrinftimmung mit dem BürgerauSschuffe bei seiner früheren Ablehnung. Darauf that denn die Regierung dem Magistrat kund und zu wiffen: „Großherzogl. Landesregierung hat jetzt die Zurückziehung der der Stadt zur Erhaltung der Ähule bisher gewährten Sublevation von 200 Thalerl Gold bei dem Großherzog beantragt und wird der Magistrat benachrichtigt, daß dieser Antrag die Allerhöchste Genehmigung gesunde» und die großherzogl. Finanzkommisfion zur Einbehaltung angewiesen » ist." Dieser UkaS datirt vom 25. März 1873. O -Lteßttlh. Die All»»« isr. uni?, ist dem Anträge deS Hrn. vr. Rahmer, Milgliedskarten, dir zugleich als Quittungen gelten sollen. auSzugeben. beigrtreten. Für die Mitglieder in Deutschland werden die Karten hier gedruckt. (ES wäre gut, wenn die Farben derselben jährlich wechselten.) Wie«. Seit Jahren wünscht die hies. Gemeinde auch ein Waisenhaus zur Versorgung ihrer Waisen habe. Dieser Wunsch soll nun, wie wir dem eben erschienenen Berichte für daS Jahr 1872 rntuehmen, in Erfüllung gehen. ES ist ein Bauplatz zur Herstellung eines Waisenhauses für Knaben acquirirt worden, und die Brüder Guttmann haben den Umbau deS alten SpitaleS zu einem Mä dch en-Waisenhanfr auf ihre alleinigen Kosten übernommen. Dabei wird eS immerhin noch wohlthättger Menschenfreunde bedürfen, um die Erhaltung-- kosten zu decken. Die ErziehungSbeiträge betrugen im vrrflossenen Jahre: 12948 fl., die Jahresbeiträge der Mitglieder 3701 fl.,, die BethauSspenden 1756 fl, für daS DereinSvrrmiigen 2578 fl., und für laufende Ausgaben 1385 fl. Die Anzahl der Schützlinge betrug -am 31-Decemher 160, welche dir Kinderbewahranstglt, Volks- und, Mittelschulen besuchen oder sich'bereit» für einen praktischen'Beruf vorbereiten. ~ Farnopos, 2. April- Der'hichg» .Gemeinderath hat die Stiftung eines HeirathSattSstatluntzS-FondS unter dem Namen: „Erzhagogiu-Gifela-FondS" beschlossen. ES soll jährlich abwechselnd ein« Braut christlichen und eine mosaisch«! Bekeantniffe« de« AusstattungSbetragrS vou^lOO^fl. theilhaftig werden."^ Die Loyalität» -'Adr^se ^.an den ^Kaiser wird eine Deputation, besteigend auS dem Bürgermeister und CultuS- Vorsteher überreich». Htagdad. Am IS. Jmuar warhe es, neuest Gebäude für die von der Allianrt gegründete'Schule eröffnet. Die Bautpsten, etwa {>0000 FrcS., hat Hr. David Safioon au» Bombay getragen. Die Einweihung fand im Beisein hochgestellter Europäer, Perser, Griechen, Armenier, Syrer, — Christen urd Muselmänner, statt. Den Vorsitz führte der engl. GIne.alconsrl Colonel Herbert, der den durch Unwohlsein verhinderten Jouverueur Rons Pascha vertrat. Reden hielte« Lurion, Vorsitzender des Comitr .d-r Alliance, und Marx, Lehrer an der Schule. (Jew. Ehr.) Washington Unter, de« i« Capitol ausgestellten Concurrenz-Entwürfen zu« Denkmal für Admiral Farragut findet der vom Ezekiel, einem jüd. Bildhauer aus Berlin (7), besrm der»Anerktmtuag. (H. Lj MsSceUen. -i»e jü-i/chr Hochzeit vor Gericht. Schabse Stern au» T. stand gestern vor einem Dreirichter- Collegium wegen t«S VerbrechmS de« falschen Eide«. Isaak Grünspan, ein Privatlehrer, heirathete die Tochter d«S Angeklagten und verlies» dieselbe bald darckf. Daraus erfloß eia Civilpro;eß, der mit einem Schwure deS Stern endigte. Der Eidam behauptete lämlich, sowohl Kleider für die Braut, alS auch den HochzeiiSschmauS au« eigener Tasche bestritten zu haben, welche Aussagen Stern mit einem Schwur bestritt. Grünspan ^klagte deshalb seine» Schwiegervater wegen falscher Eideiilastung an. Da wurden nochmals all« HochzeuSscenen in «Rgiv vorgehalten. ES erschienen der Krrisrabbiner, ein Gr, iS von 80 Jahren, von seinen Adjutanten in langen Kaftans vorgeführt, eS kamen di« RabbinatS- Assistenten, KahalSdiener, e« standen da die Aufwärterinnen und Diener, ja sogar tie Schneider, wir die Berkäufer der Hoch-" zeitskleiderstoffe fehlten nicht. Da ward gefragt und geantwortet, e« liefen von dem zahlreichen Auditorium alle Begebenheiten Revue mm der Copnlirung bis zu« End« der Hoch zeit. Alle« endigt, zu Gunsten des Angeklagten und Schabse Stern wurde nach einem langen GerichtSverhir für nichtschuldig befunden. Der Jubel der Zuhörer, welcher bei Bekanntwerden d«S UrtheilS im Auditorium laut wurde, wag Herrn Schabse Stirn einigermaßen für die erlittene Unbill entschädigen. _ (9t. F. Pr.) Ein junger T7ann kam einst zu dem berühmten Uebersetzer pnd -Commentator Jsaac Euchrl und brachte ihm einen neuen, von ihm (l«m jungen Manne) verfaßt« Eommentar zu den Klagelieder» Jeremia«, damit er ihn durchsehe und sein kritisches Urthrll abgeben möchte. Ä»ch einiger Zeit erfchim der junge Mann wieder bei Euchel und erbat sich daS^lrtbeil. E. gab ihm einen Brief, der da« Unheil enthalte. AlS dieser den Brief öffnete, lag darin '«i« — Klagelied über seinen Commentar. «eg«, Uebrrsüll« an ««rwsiychenfm bmnchft «ü in näch fter Nr. wngtscHt «eibe«, die .lach bunwehr drendlgttm'Setzersttike »ie der regelmLhegDienst«,> Adenmit den «ourirzü^^^vrrsendung^gk.