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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 16.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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auch solche, die da» Jahr hindurch & Kreuzer wöchentlich : eiazahlen, um einen Nothpfennig für Ostern zu sparen und je einen halben Centner und darüber Mazzo» zu erhalten. > Der Verein brachte durch Vermittelung feiner hrrvorrageichstrn : Mitglieder auch alle jene Revenüen der Gemeinde an sich, ‘ die durch eine Reihe von Zähren eine Beut« anonymer Prä- ' trndentrn zu sein pflegte» und haben Heuer jene Einnahmen auf zweckmäßige Weise ihre Verwendung gefunden. I Schon dadurch, daß der Verein sehr zeitlich die Anschaffung von Mazze» besorgte, somit die Nachfrage uni bei- ‘ nahe eia Drittel verkleinerte, übte er auch indirekt einen wohlthitigen Einfluß auf die bemitteltere Klaffe, welcher e» dadurch > vergönnt war, ihren Bedarf an Mazze» nicht zu so hohen Preisen, wie alljährlich zu decken. Der Verein vertheilte über ' 300 Centner Mazze», und obschon allen Beisteuernden der Dank der Gemeinde gebührt, muß man doch anerkennen, daß der Cöwenantheil de» Verdienste» dem Herrn Zuliu» Hochfeld zukömmt, welcher kaum von einer Krankheit, die er sich gelei gentlich der Brotvertheilung zuzog, aufgestanden, mit Hintan- ' srtzung seiner Berufsgeschäfte, die vertheilung in der größten 1 Ordnung besorgte und es »erstand, den verborgenen Armen 1 aiigemefsene Unterstützung angedeihen oder Mazze» in'» Hau» , bringen zu lasten. Auch de» WohlthitigkeitSvereineS „Tomche Dallim" sei hier ehrend gedacht, welcher, obschon durch Errichtung eine» Rrttung«comite'S zur Zeit der Choleraepidemie, wie auch durch andere Unterstützungen im verhältniffe zu seinen schwachen finanziellen Kräften und der geringen Zahl seiner Mitglieder doch auch die Vertheilung von 15 Ctr. Mazze» an verschämte Hilf»bedürftige besorgte. E» sei noch der lebhafte Wunsch au»gesprochen, daß die \ Beköstigung unserer Glaubensgenossen im Waffenrocke an den > Osterfeiertagen geregelter und anständiger vorgenommen werde, I und da wäre e» angezeigt, daß dieselbe eine gemeinschaftliche für Alle sei. Die Halbfeiertag« versprechen ein sehr rege» Gemeindele- , ben. Zufolge eine» Beschlüsse» unsere» Vorstandes soll die! Wahl von SynagogenverwaUern in allen großen Synagogen j der Stadt vorgenommen werden. Mit diesem Acte synagoga-! len Selfgouvernement« geht ein Stück alten Vorstands-Abso- > lutismu» zu Grabe^inb müssen wir die Bereitwilligkeit anj erkennen, womit dem diesbezüglichen Wunsche der Gemeinde! willfahrt wurde. Auch ir, andern WohlthätigkeitSvrreinen zeigt sich regere» Leben, der Buchhalter- und Commisverein, der Handwerkerverein (Zad Charuzim) halten ihre Generaloersamnllungen ad. Der Verein Schomer Israel wird alsbald feine ernste Thä,! tigkeft zu beginnen haben. Ein« Rotablenversawmlung zur - Lefprrchnng der Wahlen zum direkt zu wählenden Parlament . steht bevor. — Zhr Berichterstatter wird sich bemühen, ein möglichst rreueL Bild de» hefigen GemeindelebenS zu entwerfen. "v ' | . > . : •:» ' I j ' Fr«ckrelch. ''' y<t{». 'Joseph Galvädor ist, 77 Jahre alt, zu Versailles am 1'«. März gestorben. Gon seinen Werken sind dreiDie Geschichte der mosaischen Institutionen, I Christ«» und seine Lehre, Geschichte der Römerherrschaft in Judäa in» Deutsche übersetzt worden, Und besonders daS erstgenannte hat s. Z. bedeutende» Aussehen erregt. Ausführlicheres über Leben und Sch nstrn demnächst. Für beute sehen wir uns, zu uaserm Bedauern, genöthigt, an diese kurze Rotz eine andere zu knüpfen, welch« in die Todtenklage um einen jedenfalls bedeutetet! Mann, wie ein schriller Mißton hineinklingt. Prof. A. Franck widmet Salvador einen Nachruf (im „Journ. de» Deb"), welcher folgenden Satz enthält: „Obgleich er bi» zum letzten Augenblicke fest an die absolute Vollkommenheit und die Zukunft de» Mosai»mus glaubte, starb er mit einer ganz christlichen Demuth, indem er alle Ehrenbezeugungen bei seiner Beerdigung verbat". Franck ist Vtce- Prästdent de» iirael. Central-Conststoriumbl — Seit Jahren haben wir mehr oder weniger versteckte oder verblümte Angriffe gegen „eir Mitglied" dieser Behörde im „Naiv. J»r." gefunden — wii deuteten sie auf den Genannten, ohne eigentlich zu wisse a, worauf sie sich gründen mochten, denn das einzige un» bekannte, auf Judenthum bezügliche Werk Francks, „über die Kabbalah", konnte den Anlaß zu solchen nicht geben, unt von dem sonstigen Wirken und Leben desselben ist un» nichts bekannt; jetzt begreifen wir die Klagen und Anklagen v>Usttndig. umsoweniger aber die Möglichkeit, wie ein solcher Mann seinen Platz einzunehmen vermag, und wir seine Collrgm mit ihm, ja unter ihm wirken mögen! — Am 30. März starb im 92. Lebensjahre Abraham Graf C amondn, beste» wir gerade in den letzten-kümmern mehrmal« zu rnoähnen Gelegenheit hatten. Im nächsten Feuilleton werde i wir einen Nekrolog -ringen. — Es soll in Rom ernstlich von der „Seligsprechung" de» P. Franz Libermann — Bruder» de» Ober - Rabbiners von Nancy — die Rede sein. So berichtet „Rev. J»r." Dir Bemerkung, daß die» der erste von der kathol. Kirche selig oder heilig gesprochene Jude sein würde, ist selssam, selbst wenn man davon absteht, daß die ersten heiligen', insgesammt Jüdin gewesen sind. Niederlande. Förüflet Die Communalbehirden mehrerer großer Städte haben ir Folge der antikatholischen Bewegung, die Absicht, allgem«>ne Friedhöfe einzurichten, auf welchen die Leichen ohne jegliche confessionelle Scheidung, lediglich nach Reihe de» Ableiien» beigesetzt werden sollen. Da» Ministerium hat, (wie bereit» in vor. Nr. mitgetheilt) von dem Oberrabbiner A strue ein Gutachten über die Stellung der Juden zu diesen Vorhaben eingefordert. Wir geben eine Analyse desselben. Hr. Astruc führt zunächst aus, daß die ihm oorgelegte Frage dem Judenthume wohl zum ersten Male (?) entgegentretr. Viele Jahrhunderte hindurch seien die Juden ftoh gewesen, wenn man ihnen ein gesondertes Plätzchen zu der Bestattung ibrer Todten vergönnt habe. Dann verbreitet er sich über die Pietät, welche die Juden den Leichen und ihrer Ruhestätte erweisen, und zeigt, daß, unbeschadet aßet Toleranz, der Antrag für die Juden unannehmbar sei; er'ten«, weil sie im Angesicht „materieller Symbole, welche die Gottheft darstellen sollen^ , ihre Andacht — wie ste solche auf Fr-rdhöfen zu verrichten gewohnt sind — nicht abhalren können. Man würde sich also entweder gegen sie, oder durch das Verbot der Ausstellung von Symbolen gegen Ankere r ner ganz unzulässigen Verletzung der Religionsfreiheit schuldig inachen. Zweiten» können die Juden für alle ihre Tcdten ohne Rang- und VermigenSunterschird nur ewige Ruhestätten annehmrn. (Sehr wahrt aber

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