Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 16.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/5369809-5935020-5935700--1641-5371216
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

132 . s » „Auß,r den auf diese Weise verzettelten, meist Ohne Wahl' und Prüfung verausgabten Mitteln, ist die^ Zeit zu.b»Itagen^ welch« derarttge ^fUdrisElingp-in^Luspruch Mehweni* JhpFkLe« sen und ArftreteMgeriücht de« JiHhn, ^hiM> DkithM^tn, sei»» nen HauSl-ulen Md fMrm GeschäDpePbtMe PegÄlühM»uicht gerade zur Ehre,veranlaßt km GHenthiR ^ie ^lnsteÜllng unangenehmer Vergleiche mit der, andern Hausbettlern ^eigenen veschWßtztt^i«sß»M« und-EManM-b „Endlich hat die Hausspende den Nachtheil, daß sie den Würdigt» nit dem Unwürdigen, de» wahrhaft Hilfsbedürftigen mit dun müsfiggLngerifcheu Schnorrer zusammenwürfelt, ja den Einen durch den Luderen ungerechter Weise leiden läßt. Dann wer hinterdrein sich übeizeugt, daß er von einem Schnorrer himrrgange» worden, der läßt es in der Regel deu Nächsten er tgeltrn, mag er auch eine größere Spende verdienen. Die meist reichlich vorhandenen LegltimationSpapiere zu lesen, hat der Einzelne keine Leit, abgesehen von chrer oft schwer zu entziffernden Schrift, ihrer meist unappetitlichen Form und von dem gerechtfertigten Mißtrauen, das viele Virtuosen auf dem Gebiet jüdischer UnterstützungSempfehkungen,' aus iheblox ischen und ärztlichen Kreisen, bei ihrer allzugroßen Bereitwillig k«,t erwecken. I» vielen andern ebenso heimgrsuchten Gemeinden, namentlich in Leipzig, haben sich die Glaubensgenosse» dahin geeinigt, derarttgen Wanderbettlern aus der Vereine kaffe, und nicht aus Privatmftteln Spenden zu geben, zu diesem Behuf« aber die BereinSkasse durch namhafte Beiträge tu den Stand zu setzen, dem Uebel vorzubrugen. Die Vereinimitglieder erhallen — und das soll auch hier eingeführt werden — vom Vereine Zettel, auf denen steht: „;üie.Hauöb«ttel«i -ist.^treM untersagt. +£cn DereiuSuütgliedern wird dringrno ans Herz gelegt, durch kein« Zudri«glichkett sich bestimmen zu lasten, der H rusbeUelei Vorschub zu leisten, vielmehr nöthigenfa ls bei der nächsten Bezirkswacht Abhilfe zu suchen." Dies« Zettel, welche zugleich die Ldreffe der UnterstützungSkaffe e »halten, werden den Wanderbettlern statt Geldes von deu Dlitgliedern gegeben. „Zn lZeipzig hat man dainll große Ergebniffe erzielt, die HauSbettelei hat abgenommen, die Beiträge und Unterstützungen stießen reichlicher. Die dortigen Glaubensgeiwffen habm sich freiwillig verpflichtet, ein bis zwei Drittel des Betrages, mi dem sie zur Gemeindesteuer abgrschätzt sind, der Unterstützt»-gskaffe zufließen zu lasten, so daß im Vorjahre 2400 Thlr. hierzu eingingen und mindestengleich« Jahresbeiträge fir die Zukunft gesichert sind. „Es i mpfiehlt sich deshalb dringend, auch bei uns grundsätzlich freridr GlaubeuSgeuosteu atzuwersen, dagegen, aber den hier bestehenden Fremdenunlerstützungsverein durch erhöhte Jahresbeittäge, nach den nunmehr durch Unterlaffung der Privatspenden sich ergebenden Ersparnissen, so reichlich zu unterstützen, daß er in dn That befähigt wird, wirksam einzutreten, insbestndere auch wahrhaft Hilfsbedürftigen und Würdi» gm angemessen« Unterstützungen zufließen zu lasten." die ihren Mann ernährt, vor unser» Augen und müffen's dulde», wenn wir nicht denunciren wollen. Rur müssen wir noch hinzusügen» daß diese Industrie auch nicht etwa von Hiesigen geübt wird; «4 ist der Fremd« (Zugewaadette), der den Fremden einfihr». -Red.) t Wir begnügen uns für heute mft der hier gegebene« Anregung. Nur einG haben wir hitwtzzit-tzeWßyu diejenigen E zu MrMigech^weWrDdhheSMtzwälM l» | tzUsönlichen.Mr- [ sorA >»d UMrstchlHH ßbr tzrWisch.halft» lubchtesic-^ und s in ßpvUer HOstchs würden wich'wir uns zBdiesesb.nchchey. -; ES wird eben, trotz aller Vereine und Veransttz.il--! tungrn, doch nie an Gelegenhait fehle», in denen der Ein-' zelnr eintrrte» muß, nie au Petstmsch auch Fremden, für die alle Klaffen und Namen nicht genügend sorgen können, an Füllen, die man nicht vorausgesehen hat und nicht' voraussehen kann,- in denen der Einzelne „thun und veranlassen" (wsasöo we-osse) kan» und soll, aber wen» das dünn nicht »rrhr tagtäglich geschieht, so wird eS mit zehnfachem Erfolge geschehen! La» „Joanud de Debato“ irab die r»»ä»ische» Zvde»verfolgu»-ru. Ganz kürzlich hatten .oir — prioattm — die Dermuchung ausgesprochen, daß die ftanzöflsche Presse wohl nicht mehr so wie vor dem Kriege, ihr« Sttmme gegen die Grausamkeiten und Nichtswürdigkeiten, welch« die Rumänen gegen die Juden üben, erhebe. Es schien »ns dies bei der politi» schen Constellation — auf welche näher einzugehen weder nöthig noch diesem Blatte angemessenist — sehr erklärlich, zugleich aber sehr bedauerlich, da bei der Hinneigung' der Rumänen zu Frankreich ein scharfer Tadel von dort eine gewiffe Wirksamkeit übt, während die Preffe des übrigen Lus»' landeö in Rumänien geringere Beachtung findet, die deutsche aber nicht nur der Parteilichkeit bezifihtigt wird, sondern Juden und Deutsche gar als Verbündete, d. h. als gemeinsame Feinde betrachtet werden. Es ist uns sehr «rfteulich, durch dauns übersendete „Journal des Debars" vom 7. d. M. überzeugt zu werden, daß wenigstens ein sranzösssches Blatt unsere vermuthung als irrthümlich bezeichnen läßt. Wir geben daher den fraglichen, aus der ersten Seite des Blattes erschienenen Artikel theilweise wieder, obgleich er neues nicht sagt (was ja auch kaum mög-' lich), und obgleich gerade da» „Journ. des Deb.", nach seiner alten bewährten, wohl nie ganz verläugneten Haltung und1 Farbe, am ehesten vermutben ließ, daß es auch in dieser Frage die Humanilär, die Ehrlichkeit und Ehrenhaftigkeit, nicht de«" politischen Stimmungen oder Verstimmungen, oder immerhin' auch der politischen Klugheit, opfern werde. „Rumänien (heißt eS) fährt fort, Europa das ttaurige Schauspiel religiöser Verfolgungen, gegen die Israeliten gerichtet, zu geben und entfaltet in diestm Werke-des Hasse» . eine seltene und verderblich« Beharrlichkeit. * Diese Verfolgungen haben mit Aufständen, , Mastenver- . treibungen» Plünderung und Mürd > begonnen. Mao btuüir die beklagenswerth« Reihe von Grwaltthaten und Grausamkeiten, welche in Europa einen so schmerzüchen Eindruck hervorgebracht haben, daß-die Garantiemächte bti Vertrage» von 1808 genithigt waren, ernste Vorstellungen nach Bukarest ge-., langen zu laste«. ' ' Dem allgemeinen Unwille» gegenüber,-habe» nun -dir umänen ihr Verfahren-Geändert. Sie-entsagen keineswegs:, der gewohnten r Grausamkeit, aber die Verfolgung hat seit «int-, ger -Zeit eine andere Gestatt angenommen und erscheint ig

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.