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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 16.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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> 16. -1873. rj*ti 4. Hahrgan«. für die religiSseil und focialem Inte reffe« des Judeuthums. Erschein« jed« Micnmch. v«i» dertchähellch 22-/. Eroschen. - •-—*!-»»« jHfCRItSVfPIft fit»* frrtifyflTHy fVtftyUf cbw Wen Rsni 2 «*t. CecansKtO^a MM unk fttrouf jtbc Slabbiner l>r. in Stettin. Magdeburg, L-^April 1878. Ln beziehen durch »I« Buchhandlnu-en mck Postanstalceu. 3<fmrtn'V(M|iR In Hi H»f» Buchdrucker«! mu Larl grief« in Ma-debur-, Inhalt. Leitend« Artikel» DK Fremden-lliltrrststznn-. — »erlchtv «» ttirwfrw>i»pi »,u4schI«H»r Bulin.- Mfa. brr-. — Frankreich: Pari». — Niederlande: Brägel. — NuD^k »isckt« uud neueste srachrieht«»« Berlin. Frankfurt a. 0. Bagdad, Washingto«. — Miscelle». — Inserat«. — Journal 6 a» Debet» und di, rumänischen Judenverfolgungen. — dr. Pro»in> Posen. Münster. Gogolin—Oesterreich: Lem» fnd: Moskau. Peteriburg. — Rumänien: Bukarest. — Oce> CDoIfaiMM. Mecklenburg. Ktrelitz. Lirgnitz. Wien. Tarnopol. Brief?« stru. Die /remdeu-Unterstutznuz. Zu den jüdischen und christlichen Feiertagen sind diesmal für uns nach di« confesstonSlosen Setzerfeiertag« hinzugetrrteu. Diesen, im Kalender nicht oorgemerkten, stand die Redaktion au» der Ferne rath- und hülfloS gegenüber, eS ließ sich über Zeit und Material nicht diSponiren und so mußten wir darauf verzichten einen „Leitartikel" zum Fest« zu geben. Di« „Lötung war erschwert NNA22 VUPN. So gehen wir denn «kUnmedr»»on dem Torah -Abschnitt» de» Festschluffe» an«,, der unS immer wieder die Mahnung zuruft: „Jeder nach dem, was seine Hand geben kann." Zn Hinsicht auf die Fremden-Armen-Untrrstützung ist diese Mahnung am Peßach ruht am Platze, denn die Saison der fremden Gift« — vrediw — naht heran, obgleich, lvank dem erleichterten Berkehr, da» andere Wort de» Abschnittes „eS wird nie an Armm fehlen", jetzt auch im Wint:r und in Hinsicht auf wandernde Arme zutrifft. " : Die Sache ist leider selbst für den harmlosestim Scherz zu ernst geworden. Dir Klagen über die „Wanderbettelei" werden immer bitterer, man ist ganz allgemein de: Ansicht, „daß e» so nicht mehr bleiben könne". Wie viel auch darüber schon gesagt ist, so haben wir über einen Pnnft noch nicht» gelesen, und doch scheint un» dieser der wichtigste zu sei«. Wir fürchten, die Frage könne eine Lösung »on selbst finden, aber die traurigste von allen: die Herzen werden sich verhärten, «an werde so wenig und so Wenigen gtlxn, daß di« Wanderer — von selbst zu Hanse bleiben! Schon hat man an mehreren Oi-ten die Fremden - Unterstützung» - Kaffe« aufgehoben; die Menge der Bettler bracht« e» mit sich, daß die Baden, welche die Kaffen gewähren konnten, tmmr: kleiner wurden, so nahmen die Armen diesn Spende und zogen dennoch von Hau» zu Hau» — nothgrdrnngen, wie die Sache einmal lag — wozu dann di« Kasse? Eine genaue Prüfung, um zwischen Würdigen und Unwürdigen zu unterscheiden und die Größe der Baben einigermaßen verständig «bzumeflrn, ist<, zur Unmögltchkett geworden, man müßt« zu dem Znmkr dn Collegium ntÄersetzen, und di« Mitglieder deffelben müßten mitjeder Eigenschaft begabt sei«, die man von Richtern in rael einst vrrlangte. So wenigstens in den Städten, welche zugSweise von fremden Armen heimgesucht werden. Je r nun di« Gemeinden in solchen Orten ihre Ehre darin fit, für die einheimischen Bedürftigen auSgiebigst und nach zr Richtung hin zu sorgen, unter keinen Umständen einen er Angehörigen, hätte er auch nur eine kurze Zeit bet ihseft gewohnt, draußen bettelnd umherzirhrn zu kaffen, um 7 widerwillig,-r steht man auf die Schaaren der frrmdm ler. Und dazu der Betrug in hundert Gestalten. Sag^ ten' "auch tttfr: We^-D"stWhrp» «meecftüuditch ttchaa Hu»anität, „wir sin!« den Unwürdigen noch Dank schuldig" - so wird eS jetzt de» Danke» zu viel; konnte man früher dem Betrogenen sagin: „ein Mann sündigt und Du willst über Biele zürnen?" so würde man jetzt die Antwort erhalten: hundert sündige«, wie sollt« ich nicht auch einem Würdigm zürnen? Za, t a» ist da» Bitterste bei der Sache, daß Männer von edlem jüdischen Herzen sprechen: „wir orrlleren die Geduld, wir wcrden erbittert, wir find da wieder «ininal einem Bettler in einer Weise, in einem Tone entgegengetreten, wie wir nie geglaubt, daß wir e» thun würden, wie wir r» nicht vor un» gffehen, wie wir selbst e» un» nicht zugetraut hatten. E» ist eicht recht, e» ist nicht jüdisch, aber man kann sich zuletzt nicht ander» helfen." Da kommt un» denn ein Aufruf au» Dresden zu, der für die dorttge Gemeinde Vorschläge zu einer Organisation der Hremdenunte stützung «nacht, n»ir thellen sie dem «vetteren Kreis« unserer Leser mit und drucken einige Sätze au» den Motiven mtt al. Sie treffen an vielen Orten buchstäblich zu. „Kein Wun>er, «venn bei de» reichen Znfluff« an würdigrn und unwürdigen armen Glauben »gen offen die Hau»- bettelei, namentlich in der günstigeren Zahretzeit und vorzugSweise bei den bekannteren hiestge» Mitgliedern, welche im Mittelpunkte der Stadt wohnen und etablirt find, in einer rückfichtSlosen, „Ich t länger mehr zu duldenden Weise mißbraucht «vird. Eine besondere Industrie scheint sich*) mtt der Füh»» rung und Adreffenzuweisung solcher Hausbettler zu befaffrn. •) Da» „scheint" ist überflüsflg. Wir sehen diese Industrie

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