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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 15. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 15.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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x 117 'i f „Professor Dr. A. A. Wolff, Rabbiner der hiesigen israelitischen Gemeinde hgt dieser Tag» zufolge „NewAstondladtt" von de« früher franMschen Iustizminister Adolphe CrfarftMfc welcher Präsidmt der Gesellschaft älllapo» iiraeiit« uuivor- . wUe & di« Mitshrilnag erhalt«, d»ß er zum Ehremvitglied« der Gesellschaft ernannt.wordp« ist.»'., (Dr Wolff, befindet t sich, wie schon mitgechetlt, unter den nruernMten kNitgliedern deü Central-Comftö dex, Alliance Red.) 'dl Nawtrz» 2. April. (Or.^Corr.) Scho» vor längerer Zeit brachten Lie mit -andern Blättern die Nachricht, daß in der hiesigen Strafanscalt dje jüdischen Züchtlinge der, östlichen Provinzen concrntrirt werden sollten. Di« Instruktion der Regierung war offenbar die, für unsere unglücklichen Glaubensgenossen unter den Gefangenen, deren et Gott Lob im Verhältniß zu den andern Co„frsp»nen nicht allzuviel giebt, und die bisher «ege» ihrer geringen Anzahl in den einzelnen Strafanstalten in religiöser Hinsicht ungemcin vernachlässigt worden waren, derartig zu sorgen, daß sie den Grundsätzen unserer Religion gemäß zu sittlichen Menschen erzogen werden können. Mau muß gestehen, daß in dieser Richtung jetzt bereits. da» Allermeist« verfügt und geordnet ist. Fnilich hat man auch die Regierung anregen und auf Mängel aufmerksam machen müssen, allein, um der Wahrheit die Ehre zu geben, Herr Oberst Patzk«, der Director der Anstalt, hat immer den von Seiten de» Vorstandes gestellten Forderungen — der Herr Rabbiner hat sein Amt nämlich erst später angetteten, nachdem ein großer Theil der Verhandlungen bereits beendigt war — in sehr liberaler Weise rntsprochen. Eine der erwünschtesten und am längste» ersehnten Neuerungen ist nun die, daß die jüdischen Sträflinge jetzt koschere Beköstigung auf Staatskosten erhalten. DaS Kochen wird von zwei Sträflingen besorgt und die erforderliche Aufsicht in ritueller Beziehung ist vorhanden. Jeder neu eingelieferte Sträfling hak sich darüber zu erklären, ob er koscher effen will und verliert nach Abgabe' dieser Erklärung für immer daS Recht der Theilnahme an der allgemeinen Beköstigung, vis jetzt ist noch kei«. Fall vorgekommen, in dem eilt jüdischer Sträfling sich die koschere Kost verbeten hätte. An den Sabbathen und sämmtlichen Festtagen sind dir jüdischen Gefangenen von jeder Arbeit diöpenstrt und verpflichtet, an dem vom Religionslehrer der Anstalt, Herrn Rector Cohn, geleiteten und sehr würdig geordneten Gottesdienst und der damit verbundenen religiösen Belehrung Theil zu nehme». Uebrigens hat auch bereits vor.der neuen Ordnung der Dinge dieser regelmäßig» Gottesdienst stattgefuudrn. Nur an den Vorabenden der Sabbath« und Festtage werden die Sträfling« noch-zur, Arbeit ongehalten. ES wird aber hoffentlich den ernsten und eifrigen Bestrebungen unseres neuen Rabbiners, d«S Herrn Dr. Koref, der sich während der kitrzen Zeit seiner erfolgreichen Wirksamkeit bereits die Lieb« und Achtung der Gemeind« erworben hat, gelingen, auch diesen Uebelstand, der namentlich für di« Wintermonat« von Belang ist, zu beseitigen. Am erfreulichsten aber ist der Umstand, daß jetzt, und in diesem Jahre zum ersten Mal, von der Regierung für die vedürfniffe deSherannahend« Passah - FisteS in der umfaffendsteo Weise-Sorge getragen worden, ist. Wer sich erinnert, wie viel Mühe es bisher gekostet hat, durch Rund, schreiben an die einzelnen Gemeinden u. s. w. nothdürftig di« Mittel herbeizuschaffen,, um c die Gefangenen., wenigsten» miz tat ^Ulernochwendigsten zu .versehen, wird es gewiß, mit 1it:i I r - j:;. .1 a>, .-»u■.>, . Freud«' vernehmen, daß jetzt durch die Vergebung der Maz» zothlieferung an >«n Miadestfordernden und durch die erforderlichen Einrichturgea und Anordnungen in der Küche allen, Ansorderuagen in vollkommen ausreichendem Maaße genügt,, ist. Die Zahl dsr jüdischen ^Sträflinge beträgt jetzt etiv» atzchig. Parmstabt. Mit großer Befriedigung können wir unseren Lesern mittl-eilen, daß der Entwurf des neuen Schulgesetzes, den die f.roßh. hessische Regierung soeben den Kammern vorgeleßt, «de «nsert! Erwartusgen MttroffeoM, und von so wahrhaft gerechtem und humanem Geiste getragen ist, daß wir als Juden auch kein Wort zu bemerken.habe», weil eben der Grunds« tz der Gemeindeschule entschieden durchgeführt ist. Die Minoriätsconfessionen habe» das. Recht, zu verlangen, daß an diese Schulen Lehrer ihrer Confesstone» nach Berhältniß der Schülerzahl berufen werden, welche den Schülern der betreffenden Confessio» den Religionsunterricht ertheilen müssen. Dabei ist jedoch im Entwürfe vorgesehen, daß überall da, wo eine Confesston für besonderen Religionsunterricht zu sorgen hat, die Civilgemeinde Schullocal, Heizung deffelben und eir eu angemessenen Beitrag zum Gehalte des Religionslehrers geben muß. Der Grundsatz der Parität ist selbst im Wortlaute so streng durchgeführt, daß überall im Text neben Confesston, Religion in Parenthese steht, wa» augenscheinlich nur auf dir Juden Bezug hat. (Z. A.) Oesterreich. 8 Lemserzi, im März. (Or.-Corr.) Wir batten zwei frohe Wochen, denn fast schien es, als wäre die Zeit gekommen, in welcher daS heilige Erbtheil unserer Väter nicht mehr zur Schmach uiib »><r Schande unter uns und durch uns werden sollte. Ich glaube, Ihr Berichterstatter wird gut thun, wenn er den ästhetischen Sinn Ihrer distinguirten Lrserschast mit der Beschreibung der hiesigen Talmud -Torah-Wirthschaft verschont. Jet och dürft« Sie mir's nicht verzeih«, wenn ich von der R-organistruug schweigen wollte. Stellen Sie sich e'mul unsre Freude vor, al» nach dem Erscheinen von Brochüren und zahlreichen Artikeln im hiesigen ,»Israelit" auf einmal da» Wort erscholl: „Asifa" (Gemeinde-Versammlung) behuf» Einführung von auch profanem Wissen und von Ordnung in jenen „Iammerthal" voll elender, unglücklicher Gestalten, einer < Generation, die zum Betteln und zum Uebertreten des 8. Gebotes im Vornherein erzogen wird. Die orthodoxe Partjei scheint auch etwas vom Geiste des Fortschrittes berühr, worden zu fern, die Häupter, und zwar di« ansehnlichsten, waren schon bereü zur Einführung von abgenannten Verbesserungen und Eintheilung in Klassen. Allein wer vermag t>ie Zaghaftigkeit und die Inkonsequenz jener Herren zu ermeffen. Kaum haben sie im Bethamidrasch von einem Jesuiten und dessen Meth-trunkenen gedungenen Krakehlern einige tumultuarisch« Scenen wahrgenommen, al» sie alle davon stieben — pnd da» ganze Projekt fall« ließen. Der Hrlt, ,d«r auch schon im vorigen Jahre als Vorkämpferfür di« Verdummung unserer Gemeinde aufgetrtten ist und die Verachtung aller halbwegS denkend« Gemeindeglstder auf fidi gezogen hat, ist ein Herr RabbinatScandidat in »p«. ,.Wena man ihm seine gleißnerischen Bigotterien schon in der öffentli hea Versammlung vorgeworfen hat, indevi er seine Kinder nnd Verwandte in allen profanen Gegmständen unterricht» läßt und es duldet, daß sein Verwandter in r

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