Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 14. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 14.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/5369809-5935020-5935697--1626-5371203
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

nidt» Mtärißrn wird Nichtsdestoweniger ist dir Luge von tirt sind, sind akgesetzt worden. — In" Beziehung auf die vielen taufend Familien eine höchst traurige. j von der russische», Regierung beabsichtigte Revision der Der- Mnllarell Die unerhörte Kühnheit eine« Äiibclkernen, hältnisic der Iudm, will da« Central-Eomite eine Denkschn'st de»' Sanktion des Herrschkrs vorzugreisen und ein noch nicht j überreichen. — In dem Criminal-Processe gegen einen I< promulgirte» -»besetz in Ausführung zu bringen, um eincn kbeil der Bevölkerung zu verfolgen, ist die „Rum. Post" in der Lage, mittelst Dokumente zu beiveisen. Sic t eilt die Bekanntmachung mit, die seitens des Primär» der Kommune ^pureni (Eigenthum nnd Zitz unser« Herrn IustizminifterS), dir in Folge de« Befehls des rrwäbiiteu Eubpräitkten erlassen worden ist und welche lautet: „Auf Grund de« BeiehIS des Hern» Subpräfect:» unter Nr. 607, den wir neuerding» wieder erhielten, »ichtei die Primarie außer der bereit« einmal durch die Bekanntmachung Rr. 232 erlassenen Einladung, nochmal» an alle israelitische .Herren Pächter die Aufforderung sofort, nach Ablauf des de» in der erfreu Publikation gestellten Termine», diese Commune zu verlassen und sich nach einer städtischen Kommune zu begeben, widrigenfalls ich Zwangsmaßrrgeln nehme» werde. Primarie der Commune Epurrni, 1873 März i. Grz. Primär Bagataiu. (L. 8.)" Wenn schon derlei Scenen vor der Inkrafttntung de» ti«enzgrs«tze» vorckommen, wir wird es dann erst nach dessen Promnlgiruug sein, wenn die Herren Subpräfecten uud Primär« di« unglüttlichen Israeliten in Kraft de» besetze« ,verfolgen »verden' /rank eich. ' Hkari». Wiederholt und von verschiedenen Leiten war bei dem Cemral-Comite der Alliance I. U. beantragt worden, durch öftere regelmäßige Ausgabe von Berichten, dir Mitglieder von den Lerhandlungeu in Keuntttiß zu fetzen. Es ist nnnmrhr beschlossen worden, Monatsberichte zu veröffentlichen nnd an alle Comitv» sowie an Personen, welche eine besonde»e Berücksichtigung verdienen, zu versenden. Die allen ^Mitglieder» zu behändigenden Berichte sollen, wie bisher, halbjährlich auvgcgeben »verden. Dir Monatsberichte erscheinen in französischer Sprache. Dttr erste, für Monat März, ist versendet; derselbe enthält auch die SitzungsprotoroUe aus den berden vorhergehenden Monaten. Wir ereerpiren zunächst da» ans die innereu Angelegenheiten der Alliance bezügliche. In der Sitzung orm 12. Februar wurde dem Cennal-Comitr da» Protokoll der Berliner Versammlung vom 10.—l2. Drcembcr vorgelegt. Gleichzeitig wird »ilgetheilt, daß verschiedene ans die Besch lüffe jener Persamvllung bezügliche Schreiben eingelaufen seien, von denen ei.»es Annahme derselben, zwei andere einen Eompromiß, viele dagegen unbedingte Ablehnung odrr doch lediglich eine Abänderung einzelner Punkte in den Statute,! anempfihlen. Es wurde eine Special-Commission zur Prüfung dieser Frage ernannt. Dieselbe Commission wurde auch beauftragt, über die nächste General - Versammlung Vorschläge zu machen. Diese beiden Angelegenbeiten, sowie die Regelung der- Reihenfolge, in der die nruerwählten Mitglieder ausschriden sollen, und Anträge auf Revision der auf die Wahlen bezüglichen Statutsbestimmungen sind noch unerledigt Uebrr auswärtige Angelegenheiten möge folgende« erwähnt »verden. Der Kadi und und der Kaimakau in Jaffa, welch« bei den unlängst geschehen Angriffen auf die Ackerbauschule bei Jaffa compromitraeliten in Bagdcd ss. Nr. 13) ist ein unbestimmter Auffchub der Hinrichtung and vollständige Revision des UrtheilS bewilligt worden. tVgl. auch unter Iaffy.) Marseille. Am 31. Jan. starb in Air, 87 Jahre alt, Jacob Is. A l t a r a r, ehemaliger Vorsitzender de» Eonsistoriums und Mitglied deS Handelsgericht« in Marseille, Ritter der Ehrenlegion. Der Verstorbene war in Alleppo gekoren, war aber seit 67 Jahren französischer Bürger und einer der geachtestcn Israeliten de» Landes. Seine Leiche wurde nach Marseille übergeiührt. Die „Familie de Jacob" erzählt von ihm noch folgen!»««: Im Jahre 1345, als Algier vollständig an Frankreich gebracht war, fußte Altorar den Plan, den dortigen Juden, wie den in Polen so sehr bedrückten Glaubensgenossen einen Dienst zu leiste». Er wollte polnische Russen in Algier colonisiren, um sie dem damals noch so unerträglichen Joche zu entziehen, un!> zugleich den Algierischen Juden fleißige und itelligente, nanimtlich ackerbauende GlaubenSgenoffen an die Seite zu setzen. Er ließ sich daher von dem französischen Ministerium mil einer handelspolitischen Mission nach Rußland betrauen, knüpfte dort Verbindungen an, erhielt manche wohlwollende Zusagen, während er in Frankreich Fould für sein Projekt genumu. Aber ein Ministerwechsel brachte Guizot an« Ruder, welcher ihn mit den Worten abwieü: „Sie wollen also Algerien judaisiren?" Alle Bemühungen und mehrere große, und dairal« noch so beschiverliche Reise» nach Rußland und Algerien waren so vergeblich geworden. Altarar trieb aber, tofc di» Philanlbropie so auch den Handel auf großen Fuße, er war unbedingt der bedeutendste iranzöfische Schiffsrheder seiner Zeit, de: Handel von Marseille mit der Levante und Indien verdankt ihm seinen größten Aufschwung. Vermischte und neueste Nachrichten. Arantfurt «. W. Die hiesigen israelitischen Gemeindeangehörigen sil.d in diesen Tagen einem Schnorrer, dem Sohn eine« OberrablunerS, zum Opfer gefallen. Dieser Schwindler hatte nämlich ,-inr Schrift auSgeferttgt, in welcher ein Arzt I. bestätigt, daß >ie Schrift von einer Frau auSgeht, deren Man» al« tapferer Soldat bei Gravelotte gefallen fei. Die Wittive wurde in den. Schreiben dringend zur Unterstützung empfohlen, besonder« auch deshalb, weil sie ein Institut für israelitsche Mädchen errichten wolle. Mit dieser Schrift war gedachter Schwindler vcn Berlin »ach Frankfurt gereist und hatte für die angebliche arme Wittwe gesaminelt. Die Gaben stoffen reichlich. 10 1 Haler war die geringste Zeichnung. Die angesehensten isra litische» Familien fielen dem Schwindel zum Opfer. (Fr. Pr.) Krfurt, 24. März Der Vorstand hiesiger Juden gemeinde beabstchligt den Neubau einer Synagoge, da die gegenrvärtige» Räume al« unzulänglich erscheinen. Durch Beiträge der Gemeindemitglieder hofft man die erforderliche Sumu»e von ca. 25,000 Thalern aufzubringen. Zu wünschen wäre — ukch da« Ist l.ie Ansicht eine« guten Protestanten — daß sich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.