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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 13.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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99 jedoch dem Herrn Minister und allen, die drranige Mittrlchrn hervorsuchen, »m und eines schalen vorwandes «egen zu verdrängen, gesagt: Wir sind ausdauernder als manche: zu fassen vermag. Wir sind seit undenklichen Zeiten gewöhn!, manches zu ertragen, was anderen Stationen de» Untergang bereitet Haien würde. Jene Zukunft, die das „goldene Zri »alter" der ganzen Menschheit sein wird, muß erscheinen, und dann werden wir, wir zu allen Zeiten, das confessionelle Pater peccavi entgegennehmrn und — verzeihen. Gegenwärtig hat sich das Ministerium so ziemlich verrechnet und den Muts, und da» Verdienst treuer Staatsbürger nicht nur nicht belohnt, sondern nicht einmal anerkannt. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. Merkt», 19. März. Das Gesetz, betr. den Austritt au« der Kirche, wurde heule vom Abgrordnetenhause in zweiter Vtfung so angenommen, wie wir «S in vor. Nr. gebracht. Zu §. 8 beantragte Abg. Marburg folgenden Zusatz: „Die Separatton von den, Kultus in den Synagngengeminaden befreit nur von der Verpflichtung, zu den Kosten des Kultus beiz »trage»." Windthor st (Meppen) beantragte: „Die Staatsregierung auszusordern, eine neue gesetzliche Regelung der Verhältnisse der jüd. Gemeinden im Sinne größerer Freiheit und zur besonder» Vereinigung je nach der innerhalb de« jüd. Glaubens hervortretenden Bekenntnißverschiedenheit in Er, wägnng zu nehmen." vom Abg. Laskrr wurde folgende Resolution eingebracht: „Die Staatsregierung aufzufordern, dem Landtage baldigst eine Vorlage zu machen, du:ch welche auch den Juden in allen Theilen der Monarchie der Austritt aus einer Religionsgemeinschaft au« confessionellen Bedenken ohne gleichzeitigen Austritt aus dem Judenthume ermöglicht wird, und die in einzelnen Landestheilen etwa entgegenstehenden gesetzlichen Bestimmungen aufgehoben werden." Kultusminister vr. Falk erklärte, die Regierung verkenne nicht, daß die gegenwärtigen Zustände innerhalb des Judenthums weit über die Gesichtspunkte hinausgegangen seien, die in dem bekannten Gesetze von 1847 in's Auge gefaßt worden sind. Sie hat sich daher des genauesten über diese Verhältnisse zu informiren gesucht und glaubte noch in dieser Session ein um» fassendes Specialgesey vorzulegen. Doch was für diese Session nicht mehr zu ermöglichen gewesen, wird für die nächste gewiß zu erreichen sein. Nachdeni hierauf die Abqg. Marburg u. Windtlorst ihre Anträge zurückgezogen, wird auch der §. 8 in der Kommisfionssasiung (vgl. die vor. Nr.) mit der Lasker'schen Resolution fast einstimmig angenommen. (Auch in dritter Le'ung.) Stetli«, 14. März. Wir beschäftigen unsre Leser und uns sehr ungern mit dem Mainzer „Israelit", doch ist man wohl mit Recht gespannt, den Ausgang des in unsrer 9fr. 8 aus Wien berichteten Falles zu erfahren, worin dem Korrespondenten des „Israelit" nachgewiesen war, eine unqualificirbare ganz falsche Insinuation gegen vr. Güdemann ausgesprochen zu haben. Die Art, wie sich vr. Lehmann in der Sache zu helfen sucht, ist überaus charakteristisch. Das Krakauer Rabbiuat, so lautete die Insinuation, habe sich geweigert, einen vor . de« Wiener AÄbbinat, h. h. unter Vorsitz btt vr. ®Abc* mann, geschrirlenen Get zur Behändigung anzunehmen. Unser konespondent wies nun den Zusammenhang und au» demselben di« Grundlosigkeit jener Erzählung nach und veröffentlicht in der Rcchschri't den W»'!laut eines Schreibens, worin das Krakauer Rabbinot erklärt, es sei ihm von der Sache gar nichts bekrnnt, und di« fragliche Behauptung sei eine Lüge, "ipe- Was sagt nun Vr. Lelmiann Y Zuerst läßt er sich im Hauptklatte seiner Nr. 10 eine Korrespondenz au« München schreiben, worin aus einem Anlasse, der mit der „Wochenschrift' nicht in dem geringsten Zusammenhang steht, diese mit eine: Fluth von Schimpfworten übergoffen wird, d. h. der Bericht aus München bildet di« Handhabe, der Ausfall gegen unser Blatt die Hauptsache, und einige ächt „Israelit'sche" machen den Schluß. Nachdem o da« Gemüth de« rthodoxen" Lesers richtig vorbereitet ist, erklärt stch vr. Lehmunn persönlich in der Btilage. Zuerst wird instuuirt, man könne nicht wissen, wer jenen Brief geschrieben habe, die Unterschriften seien nicht mir abgedruckt. (Eigrntllch hätte man dem Hegemon daL Original vor legen und um sein Imprimatur nachsuchen müssen!) Dann heißt es: „unser Korresp hält seine Mittheilung vollständig aufrecht, denn der Mann, welcher die Scheidung beantragt«, hat gesagt, da« Krakauer Rabbinat erkenne das Wiener nicht fiir dazu befähigt an." Also ein Subject, welches in. unsrer korr.jp. mit Namen genannt und als «in solches bezeichnet war, wie deren so viele au« den slawische» Ländern herüberkomme», Menschen, deren „Frömmigkeit" ganz.nach dem Herzen bei vr Lehmann sein mag. auf deren Wort und Treue aber nieinond einen Pfennig giebt, weil Heuchelei, Lug und Trug ihr ».'eben erfüllen — ein solches S ubjrct hat es gesagt und darum kann man die Behauptung, selbst dem officiellsten Dementi gegenüber, aufrecht halten II Unsre Leser nxr'xn über ein solches Verfahren selbst urtheilen. Sie mögen jedoch nicht sagen, daß Hr. vr. L. diese Kunstgriffe bei den Mainzer Jesuiten oder von Ehren-Eigl-Zandrr gelernt habe; er hat das nicht nöthig. Stettin. 19. März. Wie wir aus den un« freundlichst übersendeten Aushängebogen ersehen, ist der Druck der deutschen Ausga!>e des Berichte» der Alliance I. U. bereits beendet. Diesel! e ist früher von dem Lehrer Klingeustein in Ingelheim besorzt worden, wir geben über den.Anlaß der Veränderung den Bericht der „Revue Jsraelite" (Nr. 8), bekanntlich eines s:hr unparteiischen und in den Angelegenheiten der Alliance auf's genaueste informirten Blattes. ,Hr. Klingenstein erfüllt seitdem (seit ihm der Drdit entzogen worden) die Welt (??) mit 'einen Klagen, er gebrrdet sich als Opfer einer religiösen Partei und als Märtyrer der Sache des Fortschritts. Da wi: wissen, daß das Centrallomits auf's sorgälttgfle beniüht ist, stch außerhalb aller religiösen Parteien zu halten, so wer es uns ganz unglaublich, daß Hr. Kl. den Orthodoxen geopfert sein sollte, wir haben uns also erkundigt und theilen zur Erbauung unsrer Leser folgendes mit. Bei Versendung der Berichte der Alliance pflegte Hr. Kl. den . Paketen Numinern seines Blatte« beizulezm und bediente sich o der Decke der Alliance, um für seine Zeitung Propaganda zu machen. Auf Klagen, welche von verschiedenen Seiten in Deutschland eintiefen, verwahrte sich das Eomitä bei H. Kl. und schrieb ihm am 13. Juni 1870: „Wir wollen außerhalb ller religiösen Streitigkeiten bleiben, die, Beilegung Ihres ZCi * > Oi/ i» n k )

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