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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 13.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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98 btt zum 9. oder IV.Zahre. Doch müssen wir gestehen, daß et unter Umsänden auch recht vorthei lhaft sain kan«, sogar nur solch« jüdisch« Elementarschulen zu haben. Daß »or de« 10. Jahre der Religionsunterricht wohl nichts Anderes als Ein; auken unverstandenen Gedächtnißstvffss und „Oien" sei, ist ein« Anschauung, der wir ganz und gar nicht »eistiwmeu können. Ein Lehrer, der so Religio» bis zu« S. oder 10. Zahre des Schülers unterrichtete, der ist kein Lehrer. Wir können daher wohl sagen: Die Conununalschulr ist zu empfehlen, das Recht konfessionelle Elementarschule» zu errichten und zu erhalten, muß der jüdische» Gemeinde gewahrt weiden. Herr St. fügt im Anschluß an seine Kritik der Theftv 11. 1. 2. 3. drei Erweiterungen hinzu» und zwar: 1) Jüdische Elementarschulen und jüdisch« Elementarlehrer seien vollständig den christlichenj gleichgestellt- 2) An confesfionslosru gemischten Schulen sei auch eia« »erhältnißmäßige Zahl jüdischer Lehrer» die zngletch!>cn Religionsunterricht zu «rtheilen haben, anzustellen. 3) Zn di« Vorstände gemischter.Schulen soll auch «in Zud« wählbar und als Schuklnsprctor einer jüdischen Schul« auch ein Jude zu ernennen sein, wenn eia olcher mit den geeigneten Fähigkeiten stch vorstnd». Wir stimmen auchdiesen Enveiterungen villständtg zu. Für Rr. 1 derselben hat aach Rector Horwitz in seinem Gutachten siä, ausgesprochen. Und da es stch einmal um das handelt, was wir vom Staat« der Parität wegen fordern »ollen, sr ist es klug und gerecht, das gesammtr Gedielter Parität im Schulwesen zu berühren, weil der Religionsunterricht dao m auch seine» Nutzen wird ziehen können.^ Deshalb halten auch wir di« Erweiterungen 2 u. 3 für zutreffend. Die weiteren Bemerkungen des Herrn St. zu These 4—9 verhalten stch zustimmend, ausgenommen die Bemerkung zu These 5, bi; vollständig gerechtfertigt ist. Fassen wir auch hier da- Gesagte zusammen, so stimmen wir dem Herrn K. in dem Wunsche bei: 1) daß tüchtig« Religionslehrer herangebildet werden mögen; 2) daß Eommunalschulra mit gesondertem Religionsunterrichte zu errichten seien; halt« aber dies nicht für Dinge, die wir als Juden der Parität «egm vom Staate zu fordern habe», sondern für schön« Aufgaben der pädagogischen Bestrebungen der Juden und bei Staatsbürger im Allgemeinen. Wir stimmen ihm bei in den Forderungen: 1) vollständiger Gleichstellung jüdischer Elementarschulen und Elementarlehrrr; 2 angemessener Berücksichtigung jüdischer Lehrer bei ronfessionüloseu Schulen; 31 betreffs der Schulvorstände und Inspektionen jüdischer und gemischter Schulen. Wir stimmen ihm aber nicht bei: 1) in der Ansicht, daß die Ausführung der Parität armen Gemeinden nur durch Hülfe jüdischer Gemeinden zu ermöglichen sei, sondern halten es unter den vorhandene» Umständen für Pflicht des Staates, wenigstens mit zu succurriren; S) daß die organisatorischen Eingriffe zu Gunsten weniger jüdischen Kinder unbillig, noch weniger darin, daß sie unthunlich feien; 3) daß der Religionsunterricht bis zum 9. oder 10. Jahre in Nichts'«ehr als „Einpauken" und „Oren" bestände. 8. Vs, österreichische Ministeno» und der Verein .^chsmer Isrsei«. ^ralcrf, 10. März. Die Metropole der jüdischen Gemeinden Galiziens birgt in ihrem Schooß« den Sitz des Vereines „Schomer Israel," der, wie schon sein Name zeigt, die Interessen seiner Glaubensgenossen zu wahren bezweckt und hier als Repräsentant der Juden Galiziens betrachtet werden kann. Die Nothwendigkrit der Gründung eines solchen Vereines war so allgeuiein fühlbar, daß er im Verlauf eines Jahres an Größe und Zahl seiner Mitglieder wie noch keiner der bestandenen gewachsen ist. Seit der Zeit fing inan in Lemberg an, der Politik «in größeres Anrecht auf Beachtung bei unseren Glaubensgenossen in Galizien zu verschaffen. Mit gewohnter jüdischer Treue und Ausdauer hielt man zur Verfassung, litt alle periodischen Störungen in ihrer Existenz mit durch und kämpfte gegen ihr« Feinde in unserem Land«. Dieses polittsche Bewußtsein brachte auch herrliche Früchte; Gemeinden, denen Politik kaum dem Namen nach bekannt war, griffen die vom Vereine „Schomer Israel" ausgegangen« Parole auf und schlossen stch unS an. Die Regierung konnte auf eine Partei rechnen, die in Galizien Handel, Industrie und reiche Besitzungen vertritt. Bei der Umwandlung der bisher so schlechten Wahlordnung in eine »olksthümlicherr und rattoneller«, haben di« galizischen Juden, angeführt von dem Vereine, ihr Möglichstes geleistet, und fast schien es einen Augenblick, als ob auch das Ministerium diese Treue anerkennen und belohnen werde. Der Verein richtete an daS Ministerium eine Petttion um Theilung Lembergs in zwei Wahlbezirke, einen, der aus dem 2. und 3. am meisten von Juden bewohnten viertes» und einen anderen, der auS dem 1. viertel und der inner« Stadt zu bestehen hätte, wodurch wir Juden einen Abgeordnetensitz gegen den Willen unserer Polen erhalten könnten- Die Verfassung hätte sonach einen sehr wichttgeo Abgeordnetensitz gesichert, und wir wären rben im Interesse der liberalen Regierung noch mehr angeeifert worden, ferneres Terrains für sie zu gewinnen. Leider ist nicht immer für die Regierung das maßgebend, waS für den beschränkte» Unterthanenverstand gilt, und auch Minister müssen ihre Uebrrzrugung sehr oft fremder, wenn auch nicht richtiger, opfern. Derselbe Minister, der im Ausschuss« öffentlich erklärte er habe gegen die Eintheilung Lembergs in 2 Wahlbezirke nichts einzuwenden, geräth 24 Stunden darauf in Ekstase und nimmt den ScheinliberalismuS zum Vorwände, indem er erklärt: er wolle keine confessionellen Wahlkreise bilden. Ich würde mir bloß die Frage erlaubt haben, ob ein Wahlbezirk deswegen schon confesstonell ist, weil — er eine Majorität von jüdischen Wählern aufweist, während in anderen Kreisen GalizienS die jüdischen Wähler sehr spärlich vertreten sind. ES scheint, daß unser Herr „Premier" bloß den Juden gegenüber so streng confessionSlos vorzugehen beschlossen hat, denn wie könnte man sich sonst denselben Herrn Minister als Statthalter deS „glaubenSeinheitllchen" Tyrol denken. ES sei »

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