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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 12. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 12.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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94 Ta» nU Bezug hierauf an d>e italienisch« Rrgieeupg gerichtet« Gesuch fand die schleunigflc Berüch'ichtignng, so daß» mir bereit» ior 8 Tagm der Bibliothekar der Sapimzaein Circular de< Staat-Ministers zagen konnte, in welchem säwmrltche »libliothekm des Reiche», in denen handschriftlich« Sammtunge, sich befinden, «gewiesen werden, mir in jeglicher Weise bei Benutzung derselben «ntgegrnzukommen. Zinn galt e» n»h eiue schr große Schwierigkeit zu beseitigen, eine.bange Sorge zu lösen, die ich von H«se au» mitgeuommm hatte. Es galt nämlich, die Erlaubnist für die Benutzung der unter päpstlicher Verwaltung stehenden Baticana zu erlangen.^ Aber auch sier gelang eS mir, indem der erwähnte Bibliochekar «in« lk-elegeuheit benutzt«, bei der er dem Cardinal Antonelli ein Bittgesuch für mich unterbreiten konnte, das auch vä» einem in der numismatischen Abtheilung angestelltrn Gelehrten, an d« ich ebenfalls empfohlen war, auf» Wärmste unterstütz« ivurd«. Ich erhielt «ach einigen Tagm die Erlaubniß, nach beendigtem Carneval meine Untersuchungen in der Bats« cana leginnm zu dürfm. Die Zwischenzeit konnte ich für «ine genaue kkmutnißnahme der für die jüdische Literatur fast noch unbmutzttn Casanata, die nach der Baticana die größte in Ron ist, venverthrn, indem mir der Bibliothekar, ein überaus fr nmdlichrr Dominikaner, auch während der Earnevals» zeit ausnahmsweise in einigm Stunden täglich dm Besuch der Bibliothek gestattete. Seit 8 Tagm bin ich nun vier Mal in der Woche, da außer Sonntag auch am Donnerstag geschlossen ist. Bormittags von 8—11 Uhr in der Baticana, Nachmittag» von 2—5 Uhr in der Casanata beschäftigt. Auch di« anterm hiestgm Sammlungen werde ich s. G. w. nach Absolvimng der letzterwähntm Bibliothek kmnm lernm. Ich darf hiwbei einen Umstand, der mich bei» erstm Besuche in der vntteana überraschte, nicht »erschweigm. Einer der Bibliothekare, Professor der semitischen Sprachen, ttat nämlich an mich mit der Krage heran, ob ich dmselb« sei, der da« N«schi-Werk, welches er so hochschätze, «dtrt habe. Eine solche llnerkmnung konnte mir in diesem »ugmblicke nur willkommm sein und sie erwies sich auch in der Thal so, daß ich, der Jude und Deutsche neben 8 anderen Bevorzugten, unter >enm auch der berühmte Profesior Mommsm, jede Schüchtemhett im Berlangrn nach dieser oder jmer Handschrift lald ablegcn durste. — öd der Fülle des gebotmm Material» wird dir Schwierigkeit meiner Aufgabe nicht zu vertmnm sein. Nicht seltm muß ich mich damit begnügm, die Irrthümer in dm hiestgm Catalog m zu berichttgm, damit für die Zukunft Ander« der Weg für eine richttgere «enntniß und Bmutzung des Borhandme, gezeichnet werde. Nur zwei Beispiele hierfür. Es wird in Catalog eine Handschrist Or Santa bezeichnet. Hastig zriff ich damach in der Hoffnung, dm noch nicht aufgefundenm Theil (Nefikin) dieses wichttgm Werkes vor mir zu habe,. Was fand ich aber? Dm Maar zu Pesachim, beginne, L mit Tb "ITH* Eine andere Handschrift enthält einm Crmmentar zum Prmatmch, der im Catalog einem Autor „ugeschrieben wird, der 200 Jahre später als der Schreiber selbst gelebt hat. Doch genug hiemon; ich berichte Zhnm >iu anderes Mal über dm Fortgang meiner Studim. Briefe an mich gehen unter der Adresse „8ignors 8atnuele Clotri per Bott. A. Berliner » Korr», ri» Fimnara 52“. Dr. Berliner. Vermischte und neueste Nachrichten. . , :V i Vr.-Jiri«»ta«b. Die .Jkat^Zeit.". bringt von hier im Anseratmtheil eine recht energisch« Erwidenmg gegm rin« echt Haman'sche Amßemog eines hiesig« Magistrat-Mitgliedes. ES handelte sich hier um eine Subvmtton der städttschm Commune für die jüdische Gemeind« de» 'Ortes, zur Unterhaltung eines Religionslehrers, di« da» Ltadt«rordrietrn »Collegium bei dem Magistrat beantragt. Dagegen plidirte «tu Magistratsmitglied-»örtlich wie folgt: ,Ai«-Inden stad nur^ein geduldete» Volk; ihre Rechte find in keiner Weise vom Staate anerkannt, selbst nicht die Berfafluag hat sie ihnm-gewährleisttt. Sie gehör« za dm Dissidenten, mn welche sich Niemand zu kümmern brauch«, weder der Staad noch die Gemeinde, in der st« stch befind«. MÜ einem Worte: sie sind vogelfrei." Er -schließt seine Philippiea gegm die Zudm mit dm Wort«: „Wir müssen überhaupt sehm, daß die Juden nicht überhandnehmm, dmn sie faagm an, uns zu verdrängen." ES fehlt« zur Elasfizität dieses oratorischm Meisterwerke», heißt es in der Erwiderung u. A., Nicht», als der Zusatz weiland- Lönig Pharao'» von Aegypten: ergo ist jedes ueuge» borene Anibelein der Hebräer in den Binsensee von Pr. Frtedland zu werfen. . Krautfurt a. b. H. Zw hiesigen groß« Handwerkerverein hiett Herr Lehrer Weyl einen Bortrag über «opernikus, der, wie verlautet, durch den Druck verbreitrt werdm soll. Mle». Am S. d. Ml», fand die feierliche Schlußsteiulegnng des Rothfchild'fchen Hospitals statt. (In nächster Nr. Ausführlicheres.) . .. ' * ' — Der Hiesige Gemeinde-Borstand hat dm öfterr. General- Consul v. Schlechta in Rumänim um sein« Intrrvmtton in Sachm des rumän. Spirituofm-Gesetze« dinschrtstlich ersucht. Da» Gesuch bringt di« „N. F. Pr/' vom 15. d. Mt». Au» dem Schlußpaflu« ist erfichttich, daß auch „seit«» der Gemeindevorstände der kaiserlich rasfischm und königlich holländischm Staatsbürger eine gleiche Bittschrift «, ihre resp. Herrm RegtemngSvertreter übergebm wurde." (Rach dem Stande der Dinge — vergl. unter Bukarest — wärm Petitionen an den Fürstm «arl selbst vielleicht «och am wirksamstm. Red.) Aralla«. Einm angmehmen Eindruck machte hier die vor einigm Tagen stattgehabt« Ernmnung des Herrn vr. Joseph Ettinger (Israelft), bisberigm Docmtm der Geschichte der Medicin an der hiesigen Universität, zum außerordentlichm Professor. Arad (Ungam). Die Direction de« ungarischen -Nationalmusrums in Pesth hat beschlosim; die Büste Aron Chorin's (ehemals Rabbiner in Arad) in dir Reihe der berühuttm Männer Ungarn» aulzunehmen. Da daS Musmm große Ausgabm hat und über keinm Ueberflußmaterieller Mittel verfügt, so hat die hiesige Gemeinde beschlossen: die lkostm zu bestreiten. Der in Rom lebmd« Bildhauer Aradi, ein Enkel Ehorin's wird die Marmorbüste seine» Großvaters noch im Lauf« diese« Jahres vollenden. zsntareß. Der Senat hat da» Gesetz über da» Spirituosm-Monopol, welches die Judm ausschlteßt, mtt 81 gegm 7 Stimmm angenommen. So meldet die „Rum. Post" vom

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