Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 12.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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93 %it jüdische Zug«b Nikolsburg« so verdient« Lehrer Herr H. Gpielmaa» seine» 70. Geburtswg »nd «erden Vorbereitung« zu einer Ovation für denselben wn seine» Schülern getroffen. Jhu Augar»» Snd« Februar. (Orig.-Corr.) Die Blüthen de< beglückenden Friedens zeigen sich im tanbc", der kalte Hanch der Uoversihnllchkett scheint de» »Ilde» Früh« lingswehen der »nieder erwachende» Brüderlichkeit weichen zu «ollen — doch dürft» wir schon FriedeusliHer erschallen gaff«? Wohl scheint allwülig das Bewußtsein sich zu reg«, daß der starr« Gm» der Partei« die Theilnahme an d« gemeinsamen Angelegenheiten des einig« ZudenchumS und der Reltgwn in allzu hohe« Maße beei»trächti,;t und ein friedliches Zusammenwirken der Kräfte auf dft Da,»er unmöglich zu «ach« droht, allein der Ziveiftl an dem infolge vereinzelter erfreulicher Kundgebung« ist dran doch auch in all« Schicht« der tsr. Bevölkernng zu tief ge»ourzrlt und schwer zu erschüttern. Gleichwohl müffm wir dal Borgehen der vor Jahresfrist »«gebildet« Fortschrittsgemrinde in Preßburg mit offener Fr«d« begrüß«, welch: in einem vom 2. Februar dalirt« Circular dm erst« Schritt zur Einigung gethan hat, tnde» sie der orthodoxen Gemeinde Friedens- Vorschläge machte, die d« guten Will« und das ernst« Streben erkenn« last«, dft Aufgab« «in« Reltgumsgemetnd« mit Eifer zu erfaff« und zu erfüllen. An bcr hauptsächlichst« Bedingung, welch« gestellt wird, dürft« mommtan dft Verhandlung« sogar scheite«, denn es wird nichts geringeres als die Entfernung des ohne Zustimmung der meist« Genieindemitglieder sungftmd« Rabbiners Herrn Schreiber verlangt, der urnnittelbar nach dem Ableben seines selig« Vaters von einer Minoriät als deffm Nachfolger proclamirt worden ist. Trotzdem ist es ein erfreulicher Beweis der wiederkehrend« Besonnenheit, daß dft Wiedervereinigung nunmehr angebahnt worden uttb doppelt erfreulich ist es, daß dft Anregung hierzu grade von Preßburg, und hier von fortschriulicher Seift ausgegang« t't. D«n aus de« andern Lager stad trotz der fortivährend herrschenden Gftichgültigkeit gegm den im Erkalten begriff«« Streit Zeich« des Fried«sbchürfuistes noch lang« nicht zu «nvarten. Die Führer schein« die Losung der passt»« Opposition ausgegeb« zu haben und gehallen sich jetzt in der Dulderrolle, wobei sie natürlich nicht verstumm ihr Ansehen bei geeigneter Gelrgmhelt zur Geltung zu bringen, ja ste scheue» sich nicht, selbst mit de« katholischen Klerus gemeinsame Sache zu machen, wo es die Absichten der ikongreßpartei zu hintertreiben gilt. Zn Raab sollte am 16. v Mts. die Berathung über die Errichtung einer Simultanvolksschule vor sich geh«» bei weicher die isr. Gemeladevertreter ebenfalls ihre Stimmen «bzugebe» berufe» waren. Ti« Sache gewinnt einige Bedeutung durch den Umstand, daß die Häupter der Schomrehadath mit den bischöflichen Abgesandten stimmten. Die Geschichte ist eine alt«, daß die Gegner de« Lichts und des öffentlichen Unterrichts sich überall dir Hände reichen. Hollssß. F. chrovouhag« im März. (Or.-Corr.) Ein schtne«, den vetheiligten zur Ehre gereichendes Fest wurde Anfang« dieses Monat» im Sckooße der hftstgea Gemeind« begangen. , Der Herr Oberrabbiner V. S. Bernstein feierte am > 2Z. Februar sein Lüjährige« Amtsjubiläum. Ausgestattrt niir s umfangreichem talmudlschen Miss«, bewandert in den prosanm Wiffmftmftrn. ein Fr«ud der Bildung und der Kmntntß und deunoch durch und durch ein orthodoxer, rechtglänbiger fto«»uer 1»rt der zahftpich« seine« Sprengel angrhbrmd« Gemeind«, dazu ein Achter Jünger Ahron's, ,,d« Frieden liebmd und st n fördernd", das ist in kurz« Umristm das Bild de» Mannes, der einem hochangesehmm, «dl« «almndbefliffenm Gesihlechte entstammt, am 28. Februar, 1. «nd 2. März wohioerdimft Ehrentage verlebft. Die Stätte, an ' der der Zubilc r seit 25 Jahr« wirkte, das Gotteshaus, war . Abend« gtschmukvoll «rftuchttt und mit Blum« geschmückt; Lichter und Blum«, Symbol« des Gotteslichtes, das der würdige Hirt seinem Amtsantritte angezündet und Blumen. .Beweise dankftirer Aaerkmoong von Sett« der Gemeind«, die sein Wirken zu würdig« weiß. Beim Morgengottesdimste sprach der Schwager des Gefeierten, der Oberrabbiner von Nymegm, Herr Z. Lehman«, der vom Haager Vorstand« .hierzu eingelaxn ward« war, Warft, die auf Geist und . Heiz des Zublars und der Anwesatden ein« tief« Eindruck zurückließm. Auch Herr Bernstein ergriff das Wort und dankt« dem himmlischen Later für die Gnade, daß er ihn dies« Tag hnb« erleben lassen, dankt« unftr Thränen der Gemeinde für die zahlreich« Zeichen der Anerkennung, der Freundschaft »nd der Anhänglichkeit und knüpite daran die Hoffnung, Gott möge ihm noch lange da» Glück schmk«, seine (Gemeind! zur Lieb«, Frömmigkeit, Tugend und Gottesfurcht anspornm und ermahnen zu dürfen. Das war die offieiell« Feier. Um 12 Uhr begab sich der Vorstand und die Repräsentanz in die Wohnung des Jubilars, wo der Präsident des Vorstandes Mr. D. Polak Danftls eine kernhafte Ansprache hielt, dir von Bernstein ebenso gehalwoll beantwortet wurd>. Auch der früher« Zustizminister Godeftoi, .Mitglied der 2. Kammer der Abgeordneftn, sowie der Oberrgbbiner der pottugftsischen Gemeind« Ferrare«, und andere Nolabilitäftn brachten ihre Glückwünsche, während «in Chor hon Jüngling«! der beiden israelitisch« Religionsschulen, sinnige Gesänge, von Herrn Herschel gedichtet, vortrug. Daß ys an kostbaren Geschenk« bei dieser Gelegenheit nicht fehlte, sowohl von (seiten der Gemeind« al« auch von Vrivaten, von Vereinen, so von dem jüdischen Gewerbeverein „Gegenseitige Hülfe' , braucht «ohl kaum erwähnt zu werden. Eine Serenade un5 ein Fest in Freundeskreisen schloß die Frier für di« nächste Umgebung. Sonntag kam eine Deputation von der Rot erdamer Gemeind«, den» interimistischer Rabbiner B (seit dem Abgänge des Herrn Oberrabb. vr. Äsaacsohn pach Filehnei ist, geführt von Her« Z. van Raalft jr. überbrachte warme Glückwünsche und kostbare Geschenke, Znchrn der Anerkenr uug und Dankbarkeit. Wir schließen unser» Bericht mit den Wunsche, möge der Jubilar noch lang« Jahre, gesund an Körper und Geist, sich der Achtung und Lieb: seiner Gemeinden erfr«en und fortwirkm zum Heil und zur Ehre des Z,,d«thum«! Ztatien. Mo», 6. März. Mit Bezugnahme auf meine Mit« theilung vom 2. v Mts. •) «vollen Sie mir gestatten, Ihnen von Rom tü über den Beginn meiner Thätigkeit berichten zu dürfen. Am Tag« nach meiner Ankunft begab ich mich zur deutschen Gesandtschaft, wo ich zu meiner Freud« erfuhr, daß die in nein«« »origen Schreiben erwähnte Empfehlung Seitens bei Her« Reichskanzlers bereit« eingetroffm sei. •) CtiiTso ß. ,Kempen" ju lesen u. „®mug«n".