Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/5369809-5935020-5935692--1582-5371164
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- - 70 ftciium für Vollsauftärung zur Begutachtung übergeben war-! thums redigirt von Reinherz und Radin." DaS Blatt, ein den, um denselben mit den gegenwärtig einer Revision-unter« j Quartbogen i» hebe. Ouadratschrift, aber in rein deutscher li«( enden Gesetzesbestimmungen über Schulbildung der Hebräer I Sprache, ist zunächst für die Zuden in Rußland und ganz in Einklang zu bringen. ES sollen also di« Angelegenheiten! speciell für die grauen bestimmt. „Wir kennen, sagt daS der Zuden von den Angelegenheiten der übrigen Religion»- < Programm, die Zustände unsrer Bruder (in Rußland); die gestllschasten getrennt werden.! Bäter sind durch Geschäfte und sehr oft durch Sorgen ver»; hindert, ihren Rindern eine gute Erziehung zu geben, sie gute Hnnanicn. , Sitten zu lehren, das Kind ist also auf die Erziehung der Zi«T«reA. Wir haben gegen Ende v. Z. statistische ' Mutter angewiesen, daher wollen wir mit nnserm Blatte auf Ro izen aus rumänischen Blättern über die große Sterb-! die Kranen wirken, die nur jüdisch lesen kennen. Sie sollen lichkeit der christlichen Bevölkerung Rumäniens gebracht. Die hören was in der Welt vorgeht, wie es mit unserer Religion Zahlen schienen wirklich fast unglaublich, wenigstens gegen! steht, und es ihren Kindern erzählen." Das ist ohne Zweifel die Erfahrung aller civilisirten Nationen. Wir haben jetzt , ein sehr nützliches, und höchstwahrscheinlich auch ein zweckein« abermalige wirklich entsetzliche Bestätigung. „Der Chefarzt der Hauptstadt veröffmtlicht einen Ausweis über die Populations-Bewegung in der Stadt, im I.. 0. und HI. Trimester des Jahres 1872. Di« Sterblichkeit, sagt der Bericht, ist bedeutend, denn ivährend der 3 Trimester des Jahres 1872 wurden in der Har ptstadt 3810 geboren und es starben 5297, d. h. eS starlxn 1487 mehr als geboren wurden. Da außerdem noch in ten Jahren 1868, 1869, 1870 und 1871 die Todesfälle zahlreicher als die Geburtsfälle und nicht allein in der Hauptstadt, sondern in ganz Rumänien waren, so folgt hieraus der Schluß, daß die Bevölkerung anstatt zu wachsen, in fortwährender Abnahme, zum Schaden der Natton und des Fiscus (!) begriffen ist. Welches mag wohl, fragt der Berichterstatter, der Grund eine« derartigen paradoxen Zustandes fein, und wie kommt eS, laß während die christlichen Gemeinden eine |fo abnorme Sterblichkeit aufweisen, bei den Israeliten im Gegentheile ein leberschuß der Geburten über die SterblichkeitSfälle sich zeigt? Der Eulturgrad eines Bolkes, heißt eS am Schluffe, und sein Eultuszustand, sind bedeutende Faktoren für den Stand der Bevölkerung." Zu den Kennzeichen de» Culttir- und Sittlichkeitsgrades in Rumänien, setzen wir hinzu, gehört auch das Factum, daß jüngst in der Kammer ein Abgeordneter wörtlich gesagt hat: „in unserm Magistrat wird gestohlen!" Der Bürger« meister har darauf vorerst seine Demission eingereicht - weiter verlc utet weder über eine Anklage gegen den betreffenden Deputiiten noch gegen den Magistrat ha« Geringste. Vermischte und neueste Nachrichten. Äerti«, 19. Februar. Herr Joseph Lehmann, der um die Wiffenschaft und Humanität hochverdiente Herausgeber des seit 42 Jahren bestehenden „Magazin für di« Literatur d«S Auslands" (das erst seit Beginn dies. Jahre« eine Er- JMitirunfl erfahren) ist heute im 72. Lebensjahre plötzlich gestichen. J>tiffekd«rf. Zum Rabbiner ist der bisherige Direktor der hiesigen israel. Lehrerbildungsanstalt, Hr. Dr. Plato, er« wählt worden. Aus K-«1ß^»«rg erhalten wir die am 10. Januar aus zegebene Probenummer einer neuen Wochenschrift: „Der jüdische Grenzbote, Familienblatt für die Interessen des Judenmäßiges Unternehmen. Auf nähere Miltheilung de» Inhalts gehen wir nicht ein, weil das Blatt für unsere Leser doch nicht geeignet wäre, wollen jedoch gern hinzufügen, daß eS nicht bloß, wie man »ach len mitgetheilte» Programiiiworten! glauben könnte, Reuigkciteu berichtet, sondern auch belehrende l Artikel bringt, daß eü für Religion, Iudenthum und Bildung I eintrete» will, und daß dem Unternehmen daher bester Erfolg 1 zu wünschen ist. Wie aus der Probe hervorgeht, sind mitl unter deutsche Ausdrücke durch hebräische erklärt — so z. B. au» „Prophet, Egypten, (nd, Stufe rc." durch die hebr.; Worte — es muthet den deutschen Leser seltsam an, wenn es aber zweckmäßig ist, so ist es auch vernünftig! Atta««. Der israelitische Feuerungsoerein von 1864 | ist nicht nur der stärkste jüdische Verein in hiesiger Stadt, l indem derselbe zur Zeit 208 Mitglieder zählt, sondern auch! einer derjenigen Vereine, welche in ausgedehntem Maße ihren humanen Zweck zum Segen der Armen und Dürftige» verfolgen. In der am Dienstag Abend abgehaltene» Versamm-! lung der Mitglieder des Vereins wurde der Jahresbericht vorgelegt, demzufolge im verflossenen Jahre die Einnahme des! Vereins sich auf ca. 1200 Mk. bezifferte, und konnten j wiederum 40 Portionen Torf und Steinkohle», jede zu 7'/,! Hektoliter, oertheilt werden. Zum Präses, an Stell« des I zurücktretenden A. Kauffman», wurde A. Holländer gewählt; > außer diesem besteht der Vorstand noch auü den Herren j L. Marcus, A. Marcus, A. Ettlinger und A. Joseph. Wie«. Die von Hrn. Dr. V. A. Frankl gegebene und vom Eultusministerium und dem Wiener Magistrale freudig aufgenommene Anregung eines europäischen Eongresse» der Leiter und Lehrer von Blinden-Jnstitulen ist in diesem! Bl. bereiterwähnt. Der freundlichen Uebersendung de« Programms entsprechen wir durch die Mittheilung, daß der Eongreß am 3. oder 6. August beginnen wird, daß von den Leitern bedeutender Anstalten Vorträge u. s. w. angemeldet sind nnd Dr. Frankl alS Präses weitere Auskunft ertheilt. Land««. Das persische Hülsscomilä de« Board os Deputie« hielt Ende v. M. eine Sitzung, in der ein General-; bericht erstattet wurde. 18,991 Pf. St. sind eingegangen, j abgesendet bis dahin 17,975 Pf. St. Es wurden Berichte! des Rev. Rob. Bruce, Vorsitzenden des Hülfscomitö in j Zspahan, verlesen, welche die Bedeutung deS Geleisteten aner« | kennen, Tausende sind buchstäblich vom Tode errettet worden. Di« Roth ist im allgemeinen vorüber, doch sind noch im Januar von einzelnen Orten Telegramme eingelaufen, ■ welche über große Noth klagen. j Der Bericht der „A. 1.11." für daS 2. Semester I 1872 ist soeben versendet. (Wir bringen nächsten« AuSzüge.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.