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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 8. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 8.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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61 ten, bevor der Antrag auf ihre Subventionirung gestellt wird. Mir ist ein Fall bekannt, i» welchen, au» einem kleinen Städtchen mit günstiger Begutachtung seilen» de» AmtShauptmanne», eine deSfallsige'Bitte an einen Landrabbiner gestellt wurde. Da jedoch die Leute sich nicht verpfl chten mochten, wenigsten» an allen Fest- und Fasttagen für Minjan zu sorgen — mußte der Landrabbiner den Antrag ablehnen. Gewissenszwang ist also nicht vorhanden, sondern einfach die Erfüllung einer Verpflichtung, auf Grund welcher der Zuschuß gegeben wird. Wollen die Leute dieser Verpflichtung lo» und ledig werden, so haben sie ein einfache» Mittel — sie verzichten auf die Subvention, erklären damit, daß sie keine Gemeind« bilden und sind damit auch von all den An» sprüchen frei, welche an eine Gemeinde gestellt werden! Oesterreich. Mit», 13. Februar. (Or.-Corr.) Der „Israelit" hat entschieden kein Glück mit seinen Sensationsnachrichten aus der hiesigen Gemeinde. Jede Nuoimer derselben weiß pikante und interessante Neuigkeiten von hier zu erzählen, bei denen nur die Kleinigkeit auSzusetzen ist, daß sie nicht wahr sind. Jüngst befaßte sich das Blatt sogar — horribile dictu — mit einer leibhaftigen Theaterdame; Frl. Krey heißt di» Dame, und Herr vr. Güdeman soll sie in den Verband des Zudenthums ausgenommen haben. Dieser an sich ganz harmlosen Geschichte giebt der „Israelit" eine» recht pikanten Beigeschmack, indem er daraus folgert, daß Herr vr. G. bestrebt sei, ein ,^kehal Gerim" (Proselyten-Gemeinde) zu schaffen. AuS sicherer Quelle kann ich Ihnen mittheilen, daß an der ganzen so hübsch erfundenen und so phantastisch ausgestatteten „Neuigkeit" kein wahres Wort ist, so weit sie nämlich die Person des Herrn vr. G. betrifft. Uebrigens hätte sich Herr vr. G., wenn daß Fräulein mit ihrem Vorhaben wirklich zu ihm gekommen wäre, gesetzlich gar nicht sträuben können; wozu also solche Dinge an die große Glocke hängen? Das „Kahal Gerim", wel ches der „Israelit" mit seinem prophetischen Blicke um Herrn vr. G. entstehen sah, zerfließt ebenso wie die Orrhodorie gewisser Leute, wenn man sie etwas näher in Augenschein nimutt. Da ich nun schon einmal den Vernichtungskrieg gegen die Phantasiegebilde müßiger Scriblrr begonnen habe, so will ich ihn auch auf das neueste Hirngespinnst ausdehnen, womit sich der Correspondent des „Israelit" wohl nur zur Kurzweil seiner Leser einen FaschingSscherz 'erlaubte. Dies mal handelt es sich ebenfalls um eine Frau, diese sollte aber nicht bekehrt, sondern von ihrem Gatten geschieden werden. Ein übelbeleumundetes und berüchttgtes Individuum, das während seines hiesigen Aufenthaltes Schulden gemacht (die nur durch Mithülfe des Herrn vr. G. beglichen wurden), daS tarnt späterhin auch anderswo durch betrügerische Vorspiegelungen erhebliche Summen erschwindelte und damit daS Weite suchte, ein Zndividum, das sein Leben nur durch Betrug und Heuchelei fristen kann, indem es die Schwächen gewiffer Leute ausnuhend stark in Chassidismus macht, augenblicklich aber sich in Krakau in Haft befinden soll, wollte von seiner Frau geschieden sein. Auf dringendes Verlangen deS hier wohnenden Schwiegervaters, der seine Tochter nicht mehr dem schändlichen Menschen angetraut wiffen wollte, mußte der ScheidungSact vorgenomme» werden. Emanuel Donath, so ist der Name des Subjektes, für welches der ,Israelit" so mannhaft «insteht, verlangte nun, daß der ScheidungSact, dw durch einen rrbv bewerkstelligt wurde, nicht in Wien, da ihm da» hiesige Rabbinat nicht fromm genug sei, sondern in einer andern Gemeinde vor sich gehe. Nur dann sollte die Scheidung hier stattfinden, wenn sich Herr Spitzer, der hiesige Er-Rabbinat»affeffor, dazu verstehe, diese zu vollziehen; Herr Sp. lehnte aber ab, weil er — mußte. Diesen nicht der Rede werthen Vorgang legt nun der „Israelit" so auS, als ob das Krakauer Beth-Din erklärt hätte, daß e» da» hiesige Rabbinat nicht anerkenne und ihm daS Recht, e nen ScheidungSact nach rituellen Satzungen vorzunehmen, abfireche. Das Krakauer Beth-Din hat aber niemals eine solche Aeußerung gethan. Das kann ich Ihnen nithigenfalls bew eisen, und wenn es der „Israelit" wünscht, soll er eS auch ei fahren, wie er von seinen Correspondcnten ad majorsm voi gloriam — dupirt wird. Zur Sach« muß ich noch bemerken, daß hier eine m^» '"3 Bl eine Unmöglichkeit Ist, weil das Gericht die Gegenwart des Gatten unbedingt fordert, woraus also klar hervorgeht, daß ein hiesige» Rabbinat die erwähnte Scheidung unter keiner Bedingung hätte vollziehen k innen. Es ist übrigens gar nicht gentlemanlike von den hiesigen Berichterstattern des „Israelit", daß sie, nachdeni sie doch sonst um die Gunst des Herrn vr. Güdeman gebuhl. und die Wohlthätigkeitsanstalten der Gemeinde in Anspruch genommen, hinterrücks dieselbe Gemeinde verdächtigen und verleumden. Wenn die Leute einmal „gelernt" haben, novon ihre Correspondenzen wohl keinerlei Beweis liefern, tann sollte ihnen der talmudische Ausspruch bekannt sein: „'Wirf niemals einen Stein in den Brunnen, aus welchem Du einmal getrunken." Diese Ermahnung sei für heute genügend, sollte sie es aber nicht sein, dann will ich den Leuten auf die Finger klopfen, daß ihnen jede Lu ft zum Scribeln vergehen soll. Der „Israelit" möge es sich aber ein für allemal zur Warnung sein fassen, nicht Alles, was in seinen Kram zu paffen scheint, für baare Münze arzunehm:n. P h i l a l e t h e s. P 8. Nachträglich bin ich in der Lage, Ihnen fo'gendrs Schreiben bei! Krakauer 2'7'3 in Abschrift zuzusenden: 'VS *|t» 12 717B7 1371203 17^3 ^>107* 117331., 7*3* ^13.7 n:in,7 377 mn^ni irr» nx 7V77 17133 71703 ^lp 177137 DTP '3713 71'* 7»* bv sv71 7'V3 2"737» 701* "7111171*» *,3*7,70 2'7'3 110»3 0-7337 7"30^ r717l? 7317 11*20 fOJ '7700 71'7^> D’^IDC J2710 .737 01»ö s'371' 11* ]'*» p72 11-7737 ^>31*? 70X^1 »71- 01,30 71713 im1?»*» **?1 . . - - »7101? 1170* X1? 2"737 71333 b?rb 77071107 01» 1"7 1111»*? TB1?!) **?1 77- D»7 7"3X 37m 2"737» 1"7 70X1? '3 «1*1 fP-llö 377 7133 7* T-BST1? *33T 7*730 fBl 7707 D'PlDB 7"3X JK02T1 7»ö 77*710 0'73»3 37117 i?l?137 0377 '*?1X1 113 7p» 0'73 '37137 '3 ,3727 11-7 7'31?' J3713 D'T73 77* «'* 77* 0V3 7*17 7V1SV7 011* 77p'? .713 13-70 ',313 1^7 7»* s-77 7* OT-'lv s7-^ Nachbemerkung der Redaktion: Wir werden abwarten, ob die'orthodoxen Journale, Israelit, Schewes, Achim u. s. w. durch >»en Abdruck obigen Briefes ihre Insinuation — wie es ehrlichen Menschen gebührt — wiederrufen werden! & Aus d t« Aöhmische», Ans. Februar. (Or.-Corr.) Gleichsam als ivollte ich die geehrten Leser der „Wochenschrift" überzeugen, daß an dem vielgeschmähten böhmischen Israel denn doch nicht, wie man sagt „Hopf« und Malverloren", führe ich sie heute wieder durch die gesegneten

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