Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 4.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/5369809-5935020-5935686--1538-5371125- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
«»: 99 kn Herrn Rabbiner auch zu einer Sabbath-Ehanuka-Peehigt aufzufordern, welche« Wunsch« derselbe bereitwilligst und in befriedigendster Welse nachkam. Wir' heben aut dieser durch geistreiche Midraschim-Anwendung glänzende Predigt folgenden schbntn Gedanken hervor. Redner sprach, auf die Mackatäer übergehend, auch über dir Deutungen des Wortes 'SSV! nach der" eine!« (wonach et «Ine Abbreviatur der Dort« *NS2 "8 u. f. w-' sei) sehe man in jener Heldeniamilie ein Priesterthum verkörpert, das weit entfernt sich selbst göttliche Eigenschaften beizulegen, vielmehr auf sein« Fahne die Worte schreibt: „Wer ist wie Du, o Gott!'' — nach der andern (die in dem Wort« eine Heldenbezeichnung erblickt) sehen wir zwar da« Priesterthum muthig kämpfend auftreten, aber wofür? Füi Religion« und Gewiffentfreiheit;' et war keine Drachensaat, sondern eine „i'ichtsaat". Me jene autsäeten. Wenn Priester fiegen wollen, dann müssen fi« Licht, nicht Finfterniß zu verbreiten suchen. Sonntag Nachmittag fand di« Gedächtnißfeier für den obengenannten, kinderlos verstorbenen Geichrten, in dem von Zuhörern — nicht blot jüdischen — zahlreich besuchten Tempel statt. Diese von der Gemeinde H. veranstaltete würdige Feier ehrt jenen Tobten nicht nur, sondern auch di« Gemeinde, die ihrem Gelehrten rin solche« Andenken bewahrt. ® Mößm«, im Januar. (Orig-Eorr.) Ich schreibe Ihnen von den durch die vorjährige llrberschwemmung nnr allzusehr bekannt gewordene» Ufern de« Goldbach; man steht et dem schmalen so harmlos dahinstießenkn Bächlein gar nicht an, das» et in schänmendem Wogendranqe vor brrzem erst den iürchkerlich« Kamps mit den „Gebilden der Menschenhai:«" aufgenommrn, und so viel Unheil gestiftet: ich gedachte dieser täuschenkn so friedlichen Oberfläche, alt ich jüngst dir sehr ansehnliih«, in nicht allzugrober Entkernung vom Goldbachr gelegene jüdische Sultutginndindr Saaz besucht«, »»selbst vor kurzem eine Prachtfynagoge erbaut worden ist. Der Boden scheint dort, »ft die Ufer de« Golddachet im Vorjahre, tief unterwühlt, so daß et bi« jetzt zur Wahl einet Rabbiner« nicht kommen konnte, obwohl rin solcher in Saaz wirklich mehr alt bloßer Luxusartikel wäre.*) Saaz hat kein« jüdische, nur'«ine sehr ungenügend« -t-rist- «dw Schule Wie eine so reich, Gchneinde,' welch, eben durch den großartigen - Synagogenbau gezeigt har, was sie vermag, ihre jüdisch« Schule «ingehen lassen kann, ist wirklich^ nicht zu begreifen. Der schönen und leistungsfähigen Gemeindr wäre Fortschritt auf jüdische« Gebiett sehr zu-wünsch««, und müßte dafürwahr bei den Kleinen cmgefanaen wtrden; - - die schön« Synagoge alein tßutt- «vabrlich' nicht. Im abgelausenen Jahre höben überhaupt unsern böhmischen Eultusgemeinden, besonder» Eiker im Synagogen bau entwickelt, so hat auch die'sehr wackere -Gemtind«: HrnMm-Mefdz mit großen Opfern «ine prachtvoll autgrskhmückte Synagoge her- •) Sir emtthnrn M Mts» SGtzentzttt, »atz wir wr mchr««« Satei «ine», uurzu «Ehrlichm, AniG üb» »m Abschied de« He». Kaddvr. Krank (jetzt in Liuz» «>» Saaz ahalen haben. Daß Mc|ec den a&ti Sun erstreb« und viel Gute» »zielt hat. «heileu »tr gerne mit, da« llebrlge bleibe schon au« dem Sttmde un-ednnk», «eil unsre ktser über da» veefabken bbhmischer «eu^deu. mthr al« ihnen lieb ist. hbrrn. vah e« Hrn. Dt. Fr. «ief schmerpn mit«*, da» »er«: «i» Hau« »W» Du baue», resp. etmveihen. und nicht darin »ahnen, wirken — «■ sich erfüllt zu sthe». ist Var. Desto a»ertrnne»»!«r«her der Ge, Mchphnttcht und dach »arm mahnende Ta» keiner (auch gedruckten» «bschtetzsrtdt. ,«ed> stellen lass«,, haß aher tn gerechter Würdigyng de« Zwecket »»ich eia schöne», ger^NWiget Tchulhaut erbauet und eingerichtet, nur istaizch digse Gemesnk gegfnwärtjg noch immer ohne Rabbiner, obwohl der Semeindegetst daselbst et« e»ti nent friedlicher ist. — Auch bic ansehnlich« Lultgemeiude Reu- . vidzow im Iv iner Kreise hat i« abgelaufenen Jahre einen sehr kostspielige» Dempelbau vorgeuommeu, und wurde die« auch mit Orgel »ersehene Gottethau« am jüngsten Gabb.6d»u,d» vom dortigen Prediger Hrn. Etsnrr feierlich eingeweihrt- — Sorben lesen wir di« Zeitungsnachricht, daß der sehr verdienstvolle Eultutvk rsteher Herr,, I, kederer in Saaz von Sr. Mas. dem Kaiser von Oesterreich mit,dem goldenen Berdienstkreuz« mit der Krone decorirt wurk Herr Lederer ist nach dem Urtheile llller, die ihn keunen. «in ächt jüdischer Biedermann und ve«dt«nt diese Autzeichuung im vollen Maße- Jtretts., 13. Januar. (Orig.-Eorr.) Hier hat sich jüngst ein „israelitischer Leseverein" conftituirt, der sehr ersprießlich zu »erden verspricht. Der Gedanke, einen solchen Verein unter der tsr. akademische» Zugend zu gründen, entstand bereit« gegen Ende de« Jahre« 1870. Di« Statuten wurden im Januar 1871 von einer dazu gßwähltea Lommission autg, arbeitet, von der Generalversannnlung genehmigt und von der Statthaltern bestätigt, und llegrn nunmehr gedruckt vor. Km .'8. December fand die Eröffnung de« Lesevereint statt, wobei die Gründer desselben, die Her« Feuermaan, Propper und RosenblaU angemessene Reden über de» Zweck de« Vereint und die Bedingungen seiner Existenz hielten. Kaum zwei Wochen existirend zählt derselbe berrilt üb« 120 Mitglieder. Möge er sich friedlich forteutwickrtn und feine Aufgabe, (J«:ltur zu fördern, erfüllen! Mp». Va» hier wird der franzistschrn „Tempt" Folgende« üb« „die Rolle, welche di« Juden in der italienischen Politik spielen", geschrieben: Pint IXhat in seiner Weihnachtt-Erp<ctorat«on auch dir Jude», mit einig«-Schmähworten bedicht, „flr schreikn Gotteslästerliche» und Schandbare« in sl,ren Blättern", lautet sein ungerechtfertigtrr Vorwurf. Natürlich, dir päpstliche Welt, gewöhnt die Juden nur alt big Paria« der menschlichen Gesellschaft zu betrachten, war ganz besonders darüber erregt, baß Ghetwbewohner zu Mitglieder' kt riechen Muoicipalralh« ewporftiegen (wie Piperno unhr-Alatti).. Man chut überhaupt im Batican so, al« «d oum gar sehr auch über die Juden sich zu beklagen hätte, und Puch läßt sich gern als Echo solcher Eindrüile gebrauchen. , U»d doch,.,kan» ich sagen, giebt es nicht» Ungeiechteres. als-diesen vonvurs und dies« Klage. Die jüdischen Journalisten sowohl wie Hs« Deputirten gehöre» durchweg in all« politisch-religiösen. Fragen der ge: äßigtea Partei, dem rechten Eenttum, an. und-sie verleugoen diese ihre gemäßigte Haltung bei keiner derdiese« Gebitt berührend» Frag« So hakn in kr Orkns-Generalat-Angelegenheit sa,t sämmt liche jüd. D«putirtr(Dina, Maurogonat» rc ) für kn Sri zwei. d. h. gegen die «utschltrßnng kr Jesuiten, gestimmt*), was ihu« selbst einige kr freisinnig« katholischen Blätter ükl gerummen hakn. — Wir «öchtm nicht •) Bckmmtli« »arm Mt jüMsche» »tzgtmsxettn tm Mutsche« -arlam»> Mt m »Mttmuumtz ab» M>» Itsni«t»tzestd mm d» Pckcht» «uslchr «leitet.