Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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22 Crrlscrona, zwölf Meilen von hier, zu senden. Auf eine an den ftftnig gerichtete Bittschrift ist nun den Israeliten ein ansehnliche- Stück Land zur Anlage ein Friedhofes unentgeltlich überwiesen worden. Die Israeliten haben darauf 1300 Hgsd. zusammengelegt, um eine Mauer u. s. w. herzustellen. jtiitrywt. „Liverp. Mercury" vom 27. December berichtet sehr «ingrheud über die am 26. vollzogene Grundsteinlegung einer neuen Synagoge daselbst. Hr. Samuel, dessen Baker einst 1807 den Grundstein der alten längst zu eng gewordenen Synagoge gelegt hatte, vollzog den Act heute. Synagoge ist auf 840 Personen berechnet und wird etwa i 0,000 Pf. St. kosten Aus den sehr ausführlich mitgetheilten Reden x. bei der gottesdienstlichen Frier wie bei dem später folgenden Banket, führen wir eine Bemerkung an: „Eine Magistratsperson unserer Stadt, sagte ein Redner, hat imlingst constatirt, daß noch nie ein Jude oder eine Jüdin ivegen Trunkenheit vor ihn gebracht worden sei, und selten wegen irgend eines Verbrechens." EaikiPoki. Rach einem Berichte des „Levant Herald" ivurden neulich auf dem jüdischen Begräbnißplatze die Uebereste eines kleinen Mädchens und eines jungen Mannes, oberlächlich verscharrt, aufgefunden. Man hegt den Berdacht, daß vallachische Schäfer ein Verbrechen begangen haben. Es -errfchr nämlich unter diesen Leuten der schmähliche Wahn, raß Iudensteijch ein Hauptmittrl gegen alle Hautkrankheiten ei. Wenn Seuchen unter ihren Herrden herrschten, sind immer zahlreiche Juden auf geheimnißoolle Weise verschwunden. Znstrakien (Auszüge aus „Austral. Isr." im „Iew. Ehr.") Saul Samuel, früher Schatzmeister der Eolonie Reu-Südwales' ist in da« Oberhaus der Eolonie berufen worden und vertritt, als Bicepräfident des Raches, die Regierung bei der Kammer. — In Sydney ist ein Zweigverrin der ^nglo-^esttsd-Xssoeiation gebildet. — Unter Borsiy des Lord-Mayor hat in Melbourne ein Meettng zur Unterstützung der Hungerleidenden in Perfien staltgeiunden. — In St. Kilda bei Melbourne hat sich eine israel. Gemeinde gebildet und wird eine Synagoge erbaut werden. Feuilleton. Unsichtbare Kesseln. Original * ttoofUc auf dem jüdisch - amerikanischen Leben von I. A. -ichtrutzerg in Ncw-Nork. -fünftes ftspftel. Auf das unisone: Herein! ttat ein wohlgekleideter Herr rin, dem ein ebenholzschwarzer Reger, einen leichten Palttot auf dem Arme, folgte. Beim Anblick des Herrn, der übrigens durchaus nichts Abschreckendes an sich hatte, sondern sogar sehr nobel und gewinnend aussah, durchlief rin eisiges Frösteln den Körper Bettha'S und concentrirte sich in ihrem Herzen, das sich mit tiefem Weh erfüllte. Bertha schrieb dieses, der vorhin gehabten Auftegung zu; wollm wir es Ahnung, oder Instinkt nennen? Ahnung der Seele vor einer noch unbekannten Gefahr? Kurz das Gefühl, das Bertha beim Anblick dieses Mannes dnrchschauerte, war dasjenige, wovon wir sagen, wenn es uns br'ällt: „Es gehl Jemand über unser dereinstkges Grab." ( Henry Deermoore erhob sich aus seiuein Stuhle, um den . Herrn höflich nach seinem Begehr zu fragen, denn einen! Mann «üt schwarzem Diener hatte Houstonstreet nicht alle j Tage auszuweisen. Der Neger hatte sich vor die, hinter ihm geschlossene Thür posttrt und blieb schildwachartig davor stehen. „Wie, sagte der Herr einigermaßen verwundert auf die ' höfliche Frage Deermoores. Wie? Sie kenncn mich nicht mehr, ' lieber Freund? Habe ich mich denn so sehr in den kurzen vierzehu Jahren verändert? Ich bin ja ihr alter Freund Sleinberg oder Stonehill wenn Sie besser wollen." „Doch nicht von — der Seymour-Plantage bei River» town?" fragte Deernwre zweiselnv. „Freilich, freilich, lieber Freund! Ganz derselbe, und! hier ist meine Hand, heißen Sie mich willkommen, wenn ich! Ihnen angenehm bin." j Henry griff freudig nach der Hand de- Fremden und I sagte: „Nun wahrhaftig, dann sei mir willkommen, und mache s Dir's so heimisch als niöglich bei mir. Sieh, da« freut mich, : Dich einmal wiedrrzusehen " Sich zu Bertha wendend, welche j dem Fremden einen Sitz anbol, sagte Henry: „Hier meine! Tochter Bertha, mein Bruder Moh und dessen Fran; diese» mein Freund, mein alter Freund Stonehill, den mir eilt gute» Ungefähr in s Haus bescheert." i Herr Stonehill, so müssen wir ihn auch nennen, machte einige Verbeugungen, deren eine, besonders lange währte und zieinlich tief war, sie war an Bertha gerichtet. Der an der Thüre stehende Reger, äffte seinem Herrn genau alles nach, waS einigermaßen komisch aussah. i „Bei Gort!" sagte Deermoore, als Alle wieder Platz ge-! nommen, „ich hätte Dich nie mehr erkannt, wenn Du nicht selbst gesagt, daß Du Stonehill bist. Mir scheint aber, fuhr er nach nochmaliger Fixirung des Besprochenen fort, daß Du früher hellere Haare hattest, oder nicht?"; „Du magst Recht Mafien, lieber Freund", enlgegnete ' Stonehill und setzte etwas v'rlegen hinzu: „Man kommt in! die Jahre, und muß sich vorsehen, nicht zu alt zu erscheinen, , daher mag es auch hauptsächlich kommen, daß ich Dir fremd j vorkam." (Fortsetzung folgt) l! -! 3lns de« Wiener Serichtssaale. (Schluß.)! Richter (zum Angeklagten): Sie hatten eine Vorladung! für 10 Uhr, warum kamen Sie nicht um diese Stunde? — | Angekl.: Wann ich Hab'G'schäft, kann ich nicht wegen Iud davunlaufen. I Richter: Sit hatten eine Vorladung für 10 Uhr und i können sich beim Kläger bedanken, daß kein Contumacial-Erkenntniß erfloffen ist. — Angekl.: DaS wär schön, wann [ wurd' Bürger wegen Iud maffacrirt. Richter: Es sprach Niemand davon, Sie zu maffacriren. j Hören Sie auf das, was man Ihnen sagt. — Angekl.: i Ich bin nicht taub. Richter: Sie werden von dem Kläger beschuldigt, ihn! beschimpft und geohrfeigt zu haben. Wie trug sich da« zu? | — Angekl.: Iud hat mich Hund g'schimpst, Hab' ich ihm „Watschet" geben das ist Alles.