Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 51.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/5369809-5935003-5935660--1486-5371078- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Autschatt, (Galizien.) Am 11. November, bei Gelegenheit einer jüdischen TrauungSfeier, erschien ein GenSd'arm und verbot sowohl die Zusammenkunft, als auch das Spielen der Musik. Trotzdem, daß der Festgeber ihm erklärte, daß der BezirkShauptmann dies bewilligt hätte, wollte der GenSd'arm davon nichts wissen und fing zu feuern an; er verwundete «inen Knaben von 16, ein Mädchen von 15 und einen Mann von 26 Jahren. Das Mädchen ist von den Aerzten für aufgegeben erklärt, dem Knaben wird man die linke Hand abnehmen müssen, nur der Mann von 26 Zähren kann nach 2monatlichrm Schmerzenslager davon kommen. — Als man diese Gräuelthat telegraphisch nach Wien melden wollte, da war eS den Telegraphenbeamten nicht recht, solch eine Depesche aufzunehmen und fi« haben dem Aufgeber di« Aufnahme verweigert. Sin Landwehrhaoptmann, der die entsetzliche Geschichte Hirte, äußerte sich: .,S» ist schon Zeit, daß die Juden einmal nach Jerusalem auiwandern." Frstckreich. Hstari». Sin noch geltender Gesetz vom 23. Prairial des Z. XII. bstimmt: „Zn den Gemeinden, in denen man mehrere Religionen (ouldoo) bekennt, soll jede einen besonderen Begräbnißplatz haben, und falls eS dort nur einen einzigen giebt, soll er durch Mauern, Gräben oder Hecken in so viel Theile getheilt werden, als es dort verschiedene Religionen -irbt, mit einem gesonderten Eingänge für jede und in einer der Eeelenzahl entsprechenden Größe." Ss ist jetzt vom Deputinen Bayer ein Antrag bei der National-Versammlung eingebracht» dem erwähnten Artikel folgenden PaffuS hinzuzufügen: „Außerdem solle» zwei Stücke des Termins freigelassrn werden, die «in« für die Beerdigung solcher Personen, welche eine anerkannt« Religion, die von der «der den in der Gemeinde brfoigten abweicht, oder welche sich zu einer nicht anerkannten Religion bekennen, die andere für da-Begräbniß solcher, die sich zu gar keiner bekenn«. Diese Abschnitte sollen einen be» sonderen Eingang von der Straße haben." - Motive: Es giebt jetzt eine Gesellschaft von Personen, welch« Gott und die Religion ganz von sich weisen. Da» bürgerlich« Gesetz sichert ihn« Freiheit zu, muß aber auch di« Freiheit derjenigen schützen, welch« im Grund« deS Herzen» einen Glauben hegen." — „Reo. Zsr." setzt hinzu, daß diese Bestimmung auch darum sehr nützlich sein werde, weil man bisher Zuden und Protestanten, welche in einer ausschließlich katholische» Gemeinde gestorben waren, in den für Selbstmörder u. s. w. bestimniten Winkel gelegt habe. Das werde nach der neuen Bestimmung aushören. - Man faßt in Frankreich die. GewisienSfreiheit und die Gleichberechtigung anders auf» alS es bei uns zumeist geschieht. Wir bekennen sehr offen, daß wir jene Auffassung weitaus vorziehen. —' Am 19. November hat der Vorsitzende deS Schwurgericht« tn öffentlicher Sitzung zu dem Angeklagten gesagt: „Während der Belagerung soll Zhr Schanklocal einen Schlupfwinkel abgegeben haben, in welchem Franzosen und Preußen von «iner gewissen Sorte, Zuden und öffentliche Diren cc. - Zn einem offenen Schreiben fordert ein Herr Picart da« Central- Eonfistorium auf, gegen den Derläumder Recht zu suchen. „Univers Zsr." druckt da« Schreiben ganz ab, „Arch. Zsr." geben nur einen Auszug und lassen den „Derläumder" weg.! Wir glauben, eil gebe ein französische« Sprüchwort:! j'appelle un chat an chat“ — Zn Beziehung auf den Leitartikel in Nr. 45 unserer! „Wochenschrift" von Herrn vr. Rülfl) bemerkt Herr Bloch, Redact. deS „Unirers. Zsr." daß die Zde« der Gründung der „Alliance Zsr. Univers" nicht von Carvallo, sondem von ihm selbst herrühre, er habe sie jenem an die Hand gegeben, und derselbe habe dann im „Univ. tfr" selbst im Zahre 1851 darüber einen Artikel geschrieben:*) Lllmällieu. Autareß. Die „Rum. Post" reproducirt einen laugen Artikel der „Paula" (eines im Uebrtgrn gar »icht judenfreundlichen Blatts) gegen die „Tromprtta Carpatzilor", dem wir folgend« Sätze entnehmen. „Kein inländisches Blatt hat den Zuden so groß« Dienste geleisttt als „Tromprtta". Während die Re>,ierung und dir Presse die Behauptung des Auslandes, daß in Rumänien die Zu'oen verfolgt «erben, bekävlpfen, reizt .Tromprtta" da» Volk gegen di«Zuden und andere Fremden auf, und schreit, daß sie jetzt ausgerottet, verjagt, gefressen re. werden müssen. Wie sollten un« die Fremden nicht Barbaren und Wild« heißen, wenn sie „Tromprtta" lese i? Liest rin Fremder einige Nummern der „Tromprtta", so muß er Angst kriegen, nach Rumänien zu kommen. Und n er ist der Sigeathümer und Shef-Redacteur der „Tromprtta"? Cisrr Bolliac, Sohn des Zuden Avram Polak, einstigen Einwohners von Smyrna, dessen Ende wir nicht erzählen, dr wir die Tobten, selbst wenn sie Zuden waren, achten. Aber Zhr Bruder» Herr Christ, Cäsar Bolliac, wohnt jetzt iu Sllistria, heißt Moses Pollak, trägt Oh> - locken und treibt Handel mit Antiquitäten (alten Kleidern). — Damit Herr Bi liac dem Verdachte, als sei er eia Zude, entgehe, stempet er alle Welt zu Zuden und Zudenfreunden. Ader, vergebene Mühe, Meister Pollak. — Warum, versuchen Sie eS aicht für die Zuden zu schreiben? Seien sie überzeugt, daß ü diesem Falle alle Zuden zu Zhuen gelaufen käme», um Zhncn rin großes Stück Geld zu geb««, damit Sie sie zu lob«n aufhören, denn Sie erweisen chnm «inen großen Gefallen oenn sie dieselben sowie bis jetzt zu beschimpf« fortfahrm." Aus Aafftt bringt ,Hebr. Leader" nachsteh«dm Berich: der ein warnende» Beispiel geben könnte, wenn unsre „Chassidim," unsre o thodor« Separattonslustigen, sich warn« lassen möchtm. „Unter der Regierung des Fürst« Cusa galt für die Zudengemeinde -.ln Statut, kraft dessen dem Vorstand« da« Recht znstand, »ou allen Zsr. Einwohnern CultuSsteuer rinzuziehen. Da krmeu au« Pol« die Chassidim und begehrt« *) «ir bemerken Herrn «loch auf feine «nmerku», «. 200 M Hefte» »am 1. Deiember, bah wir s. Z. ganz »bjeeti» die «sfenkundtge Dhachsoche berichtet haben, dt» französisch« «ammer habe, abweichend aon den Bolkloertrriungen Deutschland«, England», Italien», u. s. w. kein «an gegen di« Stumönischen Zudenverfolgmigen gesprochen. Ein« „iaiiuuatiou aalreiUuito“ war da» nicht, sollte e» nicht sei», tüir wissen, daß di« N itionaloersammiung zu viel in und mit sich selbst zu thun hqt und — dich sie da» sran,»fische Volk nur iheilweise vertriN. Dm Notenwechsel zwischen ttanufat und «ashburne haben «ir nicht erwihnt, »eil wir dergleichen nachgerade satt hatte». Und Herr v. selbst»! — Dir »nin. auf S. 221 ist richtig, »ir msthtm aber in Betreff der Quell«,-angab« bei „Perm. Rachr.", obgleich un» weil wir gern «nun cniqo« geben, stet» «in 6. E. 8. 0. hinziisügm.