Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 51.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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411 sammelte sich zu einem von den Berliner Delegieren für die auswärtigen veranstalteten «Festmahle, ohne daß baS Schicksal d«S 1 entschiede» worden wäre, man verschob die Ab' Stimmung über die verschiedenen Anträge aus die Mitlwoch- Morgrnsttzung. Folgende aus einem Kompromiß hervorgegangene Fassung des ij. 1 erhielt die Majorität: „Die israelitische Allianz in Deutschland*) har gleich der Alliance isr universelle und in Derblndang mit ihr den Zweck, die allgeineinen Interessen der Israeliten (oder Inden) wahrzunehmen, den moralischen und intellektuellen Fortschritt derselben zu fördern**) und bedrängten Glaubensgenossen Hilfe zu gewähren." Diese Fassung im Verein mit der von der Commission zu Beginn der Miltwoch-Abendsitzung beanrraglen und einstimmig angenommenen Resolution: „Die 'Versammlung beauftragt das Präsidium, dem Central-Comtä der „All. isr. unio." in Paris von dem Gang und Erfolg der Berathungen Mittheilung zu machen und dasselbe zu ersuchen, sich mit dem angenommenen Statut einverstanden zu erklären, und dem gemäß die Localvereine und einzelnen Mitglieder der „All. isr. univ." in Deutschland an zu weisen, sich der „Israelit. Allianz" anzuschließen — nebst der ausdrückliche» mündlichen Erklärung des Vorsitzenden, daß im Falle des Nichleinverständnisses des Pariser Central- Comitss Alles beim etatu« quo ante verble bei» solle dies Alles zusammen.: Fassung des § 1, einstimmige Resolution, und mündliche Erklärung, bezeichnen aufs Unzweideutigste den nach heißen Kämpfen errungenen herrlichen Sieg der Alliance israslile universelle! Wir werden auf manches interessant« Einzelne, das die Versammlung bot, nach Erscheinen der Protokoll« zurückkommrn. Berichte und Correspvndenzen. Deutschland. Aerti». Einem israel. Kläger war die Ableistung eines Eides aufersegl worden, und von demselten die Entscheidung des Prozesses abhängig: gemacht; der. Mann erklärte fich auch: zur Abeistung des Eides bereit, aber nur bedeckten Hauptes, da er nach seiner religiösen Vorschrift den Rann» Gottes nur bedeckten Haupte» ausspratzea dürfen. Rach langer Berathuug erklär« das Gericht» daß das verlange» de» Partei nicht habe bewilligt werden können, und daß, da dieselbe dabei beharrle, dies als eine Weigerung der Eidesleistung anzusehen sei. Das Gericht habe weder Toleranz noch Intoleranz in religiöser Beziehung zu üben, sondern nur das bestehend« Gesetz logisch auSzulegen und auSzuführe«. Das betteffende Gesetz schreibe vor, daß der Eid der Juden unter Erhebung der rechten Hand geleistet werden solle. Jede andere Form »I von den »Mm vor^schlagrnm Slawen — ct waren, glaub' ich, fiebrn; deutscher Zsraelürnbund, Bund deutscher Israeliten, Zsraetstrnbund in Deutschland, di« allgewein, israelNtsche «lliance (ln Deutschland) u. s. ». — vereinigtrn fich aus dm odtgm di« meiftm Stimmen: 27. **) Der Pass«»: „sär ihr» SleichberechNgung einzotmm," «uw« au» allzu graßer Amgstlichteit »tcht «it anfgmammm.- sei ausgeschlosrn und absichtlich vom Gesetzgeber ausgeschlossen wori>en >9«be der Richter da« Aufsrtzen des Hute« zu, so muss,: er, wenn ein solch« Bertai^en gestellt werde, auch den Gebrauch der Thora, d« Gebetmantels, der Gebetschnur mit dimisrlbrn Rechte gestatten, also gerade das dulden, was daS Gesetz habe abschaffen wollen! Demgemäß war angenommen worden, die zum Eid« verftattett Partei könne oder wolle »en Eid nicht leisten und war der Prozeß d«- halb zu Ung! lasten derselben entschieden worden. Soweit die Thatsach«, wie die „Gerichtszeitnng" ste schildert. Dieselbe bemerkt auch, daß die im Jahre 1869 den Entwurf des neuen Gesetz« über den Iudeneid berathende Commission t« Abgeordnetenhaus« aunahm, „daß der Richter demjenigen, ter sich in seinem Gewissen gedrängt fühle, beim Schwur den Kopf zu bedecken, in dieser Beziehung verständige Nachficht werde zu Theil werden lassen." Daß dose Bestimmung nicht in das Gesetz ausgenommen ivorden ist, st zu bedauern, obgleich wir nicht behaupten könne», daß es dem Juden rituell verboten*) sei, den Eid, wie er jetzt normirt ist, unbedeckten Haupt« zu leisten; viel schlimmer is: «, daß die Bestimmung d« alle« Gesetz«, welche den Juden an Sabbath, Feiertagen re. von der Eidesleiftung befreite, nicht in das neue Gesetz übergegangen ist. Eine Abänderung gehört zu den dringlichsten Defiderien. v. 13. December. (Or. Corr.) Ein entsetzlicher Toresfall, der auch in weitem Kreism Thellnahme zu wecken geeignet ist, erfüllt seft gestem die Höhrer d« jüdisch-thrologischm Seminars und alle Näh erstehende:! mit Trauer und Bestürzung. In Joseph' SihUiibi ward« der erwähnten Anstalt1 ein Zöglüig ratrfffra, dtt veLmögd seiner Begabung, seiner vielseitigen Bildung und selner wahrhaften Begeisterung für dm gewählten Beruf eint hoffÜmigSreiche Zukunft voi sich hatte. Aus fefne*-' Väterstabt^ Bäja in Ungarn war er, der einzige'Sohn seiner^ Eltem, (Herr Rabb. vr. Perl« in München verliert in dem HIngegangenm einen Reffen) nach Br«läu gekommm, um fich 'zuui'Mbbinev' ausznbildtni' Wenige Wochen daraus überfietkhw'rilie schirftte * Krankheit, u elchv nach zwanzig Tagm seinem^ Lehen ein Ende " machte.' T«'tz seiner Iugmd (er starb nriiarehw Jahre alt) war er schon schrffistellerifch in die Oefstkltlichkm getretittt.'"Di^ Spalten dies« Bl. und auch ander«' jützistM Lkätte? brachten gelungene tn utsche Gedichte ans seiner Feder und im Feuilleton der Prster ,, Reiorm" (»ta groß« politisch« Organ) «schien von ihm ver einigen Monate« noch eine Reih« trefflicher Artikel über spanisch-jüdischer Dichter, weiche' auch' schöne' Uebertraguns.m in ungarischer Sprache enthalte». — MLßm nebst den anderen Beweisen von Theilnahm« auch diese Zeile» daz» beitragin, dm hart getroffmen Eltern und verwandten' einigermaßen Trost und - Lindemng ihr« >'Schmerz«' zu ge» währe«! — > Bei der letzhin vorgmommmen Stadtverortzttetmwahl Ist kein einziger Polt durchgrkvmmnt. Daß dieser Erfolg nur der jüd Bevölkerung zu verdanken war, hat 'unter dm Zeitungen, welche dieThatsache mit Freude berichten, keine hervorgehoben. Di« Wähler bestehen zu fast ganz gleich« T!,eilen au« Pol«, Den,schm und Juden., letztere gebm also den Ausschlag. -) Dt, «letzetrn der, „Jüd. Pc>". »elch« «>i -gro|«i «irtonk M S^gichell. bebvw«». haben »«hl nicht Pli». «..Jsr.-Mrl. S 203 »- setzen; nach dt fee «moeüät kam selbst von «tarn, VttuptT in unserem sollt'nicht bi, «chb leint