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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 50. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 50.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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V 402 - mit der Berliner Correspondenz eine solche auS Hamburg, (s. dieselbe Nr.) welche von der durch vr. H. dort persönlich betrielener Sammlung uud der Denkschrift berichtet, von einem Geheiianiß war längst keine Red« mehr. Und kann man einen vernünftigen Zweck für das Geheimhaltm und Geheimthun erdenken?. Wem gegenüber und in welcher Art war. den» itoS Bekanntwerden des Projekts bedenklich? So konnte vr. H. die Geheimhaltung seines Circularnur der Fassung wegen wünschen, er muß selbst gefühlt haben, daß sein Ich da gr L zu Tage trete. Das paßt freilich nicht für jedermann! -Hgen, nicht für unS, auch nicht einmal für Herrn Hirsch sondern nur für die Clique im engsten Verbändchen, wo Schüler und Freunde bereit sind, unbesehen zu unterschreib 31, zu preisen und zu verherrlichen und gegen jeden zu vertheidigen, was einer der Heiligm und Unfehlbaren schreibt und begehrt. — Genug; nachdem ich bereits 8 Tage vorh er d>rS Circular von einem ehrenhaften Manne, der nur auf einem tadelloffen Wege in dessen Besitz gelangt sein kann, erhalten aber doch kein« Zeile darüber geschrieben hatte, lag gegm die Beröffentlichuug jener Correspondenzen. su jeettv wie oijectiv nicht der mindeste Grund vor. 9)a ganze Vorwurf ist reine Spiegelfechter«. Hält« die Wochenschrift geschrieben: „wir können ans guter Quell« bericht m, daß Hr. vr. H. sein langgehegtes Projekt rc. verwirklichen, demnächst einm Fonds sammeln wird rc.; wir empfehlen die» bestens re." — so würden wir nicht« von Indiscretiov gehört, eher eia Dankschreiben erhalten haben. Aber di« Wochenschrift hat getadelt, Hr. Hirsch hat dasselbe gethan, da mr ß letzterer abekanzrlt und die Wochenschrift mtt Schmähung b Lacht und beiden Indiskretion, Mißbrauch eines „vertraulithen Briefes" vorgeworfen werden. Die Schmähung liegt t arin, daß Hr. vr. H. schreibt: Der Red. der Wochenschrift „ist über mein Unterfangen wüthend." Das ist aber «in« d trch nichts begründete Insinuation, also dev Sache nach rin« Entstellung der Wahrheü, der Person gegenüber eine ungerechte Verdächttgung. Wo ist denn in der Wocheuschrift eine Silb» gegen den Plan der Gründung eines orthodoxen Rabbinersemtnars an sich gesagt? Getadelt ist nur das bereit« mehrfach Erwähnte — die Sache ist nicht nur nicht getadelt, sondern es ist S. 230 gesagt: „noch weniger will ich das Streben des vr. H. an sich radeln; im Gegentheil, Toralenntniß verbreiten ist immer löblich gewesen, und ist «s jetzt doppelt: TT'» fD330n -nrwa*) Klingt das „wüthend?" — Aber schon im Beginn deS er,trn Jahrganges der Wochenschrift, alS das Projekt der Hochschule auftauchte, von einem ortholioxrn Seminar noch keine Red« war, haben wir erklärt, daß wir nicht etzvn^egen das Entstehen mehrerer Lehrstätren für jüdische Theologie seien oder gar für das Breslauer Seminar ein Monopol wünschten. Einst hatten von Breslau bis Berlin zehn und mehr Zeschiboth florirt, und jetzt sollte «ine Lehrstätte für ganz Deutschland genügen?! Nein, laßt doch Viele, laßt alle Richtungen lehren, und möglichst Biele lernen l Ist das di« Sprach« eines Mannes, der über das Projekt d«S vr. H. „muthend" ist? — Soviel zu Nr. 38 der I. Pr. •) Dieser Satz war von mir in jene.Üorufpoadenz emgeschoten, um ter Mißdeutuag vorzubeugen, ater gegm Snlsteüung giebt e« kein Echus mittel. Wir hatten über die Ausfälle in den folgenden Nummern des Blattes noch Abrechnung Hallen wollen. Dasselbe hat aber seit kurzem «inen Ton angeschlagen, eine Art von Correspondenzen, Tendenz- und Sensations-Nachrichten ausgenommen, wie sie sonst nur in Vorstadt- und Klatschblättern niedersten Ranges zum Ergötzen der untersten BildungSschichtrn zu finden find. Die in Red« stehenden Dinge berühren unser Blatt, unsere Person, unsere „Partei", alles was uns angeht, nicht im mindesten — um so offener müssen wir den tiefen Widerwillen aussprechen, mit dem unS ein solches Treiben und Schreiben erfüllt. Unsere Leser werden eS gerechtfertigt finden, wenn wir in keinerlei Polemik mit - den Verfassen solcher Arttkel unS ferner einzulassen gesonnen sind. Wir hätten auch ObenstehendeS nicht zum Druck befördert, und die Rechtferttgung gegen Indiskretion ein andere« Mal gegeben, wenn nicht schon im vorvorigen Blatte der Anfang des Artikels erschienen wäre. Die weiter'noch versprochene Ausführung wird man uns erlassen. — Das Traurigste bei dem ganzen Sachverhiltniß ist der Umstand, daß die Verächter de« positiven Iudenthums auf solche Artikel Hinweisen und sprechen: da hebt ihr euere Frommen!" Daß Herr vr. Hlldesheimer, dessen Verhältnis, als Patron der „Züd. Pr." offenkundig ist, und der kür das Eindringen des ftaglichm Straßenschmutzes in das Blatt vielleicht mehr moralische Verantwortlichkett trägt, als di« nominellen Redakteur, dies nicht «insteht, bringt weder ihm Ehre, noch dem Iudenthum Borthell. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. A-nigsserg im November. Zum Behuf« der Stadterweiterung bezw. Anlage einer neuen Straße wünschte der Magistrat ein Stück des isr. Begräbnißplatzes anzukaufen, der Vorstand der Synagogengemeinde schlug jedoch das Anstnnm ab. Der Magistrat beantragte nun bei den Stadtverordneten die Zustimmung zur Einleitung des ExpropriattonSverfahrens. Die israelitischen Mitglieder des Collegiums opponirten dem Anträge, weil es dem jüdischen Religionsgesetze und unsere» Begriffen von Pietät durchaus widerstrebe. Leichen auszugraben und ihre Ruhestätte zu profaniren, auch viele christliche Stadtverordneten unterstützten die Opposition, doch wurde der Magistrats-Antrag mit 2 Stimmen angenommen. (Hamagid.) (Wir hoffen, daß die Syn.-Gem. zu Königsberg nicht nachgeben und die Sache durch alle Instanzen verfolge» werdt. Ein Mißerfolg würde für viele jüdische Geuieinden einen verhängnißvollen Präcedenzfall schaffen.) I,. Arannschweig, 2. December. (Orig.-Corr.) Die jüdische Gemeind« hat endlich behufs Neubau einer Synagoge einen in der Mitte der Stadt belegenen Platz für 27,000 Thaler angekauft. Herrn Eisenbahn-Direktor vr. Aronheim, langiüMgeS Mitglied des braunschweigische» Landtages, h^ riiWetwa wieder auf ihn fallend« Wahl im BorauS aHMAit. ES ist um so mehr zu bedauern, da er der rinzige^«arlit in demselben gewesen. Kikdesheim, 1. Dezember. (Orig.-Cor.) Prof. Ster» j aus Göttinger, schreibt in der Geiger'schen Zeitschrift Folgen- I d«S über da« erledigte Landrabbinat und di« in dem Hilde«-

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