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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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387 fett» Recht« ist der Magistrat kompetent, ttter alle EtaattangelegenieUea *u beschließ», »eil er ein Mitglied fir da» Herrenhau» prisensirt. W»n die Mische Gemeinde gfanbt» ihren Kinde» dadurch eine »esentltche Erleichterung verschafi» zu Honen, daß denselben für d» Reltgionlaaterricht ein städtische« Schullocal. etwa in der Realschule, überlass» »trd, so »trd sie für ihre etwaig» desfallstg» Vorschläge bei der Stadtverordnetenversammlung, sofern sie dersett« vom Magistrat unterbreitet werden/ gaoiß da» «ögvchftf Entzegmkmnm» und. die unparteiischste Prüfung zu gemtüigm haben. Daß dio Gemeinde schon früher ein« derartig» Antrag bei'» Magistrate gestellt und damals ein» ablehnend« Bescheid erhalt» hat, konnte ich nnmäglich »iss» rc. vielleicht läßt sich dies», Wunsche in Folget» neu» Schuttaul» gmüg»." Wie die,Sach» Leg«, Hütte sonach uur der Loestaod her Gemeinde die ntchjg», Schritte zu chun,, um die gewünscht» Erleichte»ng für die jüd. Schuljugmd burchzusetzm;, ab er nur ein« Wnnsch anüsprech«, «der ein 9U$t. farde» werde, dürfte für da» Resultat unerheblich sein; ans ein Ent, gegenkommm wird nach dieser Zusage de» H«. L. jedenfalls zu rechn» sein. — Schade nur, daß Hr. L. diese seine Antwort nicht sofort auf die Interpellation gegeben, dann «ür; Manche» erspart geblieb». , IL Merlin, den 12. Novpnber. (Orig-Eorr ) Der Leitartikel in Nr.. 46 dieser Zeitung.berührt den wunden Fleck auch de» hiesig» Judmlhum», und e» ist wahrlich hohe Zeit auf Abhülfe zu dring». Hier,, sehe ich , die Aufgaben, welche die Rabbtue» gu ,erfüll» htstm^ gang abgesehen von der» religiöser Richtung. D««d daß, muß sich doch schließlich der radikalste Reformer sag», daß die religionslose Erziehung der Jugmd, Wie fie untsr. den. Jud» . gang und gebe ist. zu uichtg^Anderm führt, al» die heraomgchseade Generation irgend einer Sekte in die Arme zu werf», bei der oau einer geistig» Aufsafsung der ewig» Wahrheit» am allerwenigsten, die Red«. sein wird. E» ist nicht nöthig, die Stufenleiter zu verfolg«, Hst dahin führt; wer sein Auge nicht verschließt, de« »erd» sich Beispiele g»ug »ufdrängen., Wa» nützen , die schönst» Prißsgfm, die gewähltest« Wolle. Hier heißt/es : „sich in den Riß stellen!" Die Schule alle« ist es, hie Ahhülfe schass»,kann. und da lieg» hier,,wie vielleicht irirgend« weiter, hie betrühmdst» Thotsachen vor. E» ist i« Verhältnisse zur Gesamnstzohl eine^ verschwindenkleine Zahl von Kindern, die Unterricht in den'Ochern erhalt«, Hst da» Religionileben der Juden einmal bed.. ^m. Aber auch dag Surrogat dafür, der eigentliche Religionsunterrichts wird unreiner spärlich» Zahl zu Theil. E» ist nicht immer Gleichgültigkeit der Elte», welche daran Schuld, hat» e« ist der Mangel an Schul». Bei der grob« Ausdehnung Berlin» kinn« die in entfernter Gegend'Wohnend» die Gemelndeanstalim nicht besuch»; nicht Jeder ist in der Lage die» durch Privatunterricht ersetz» zu kaff», und so wachs» Tausende von Kinde» auf,ohne eine Spur jüdischen Unterricht». Ist da» nicht wahrhaft traurig? Die die Zeitung» bericht», will die Gemeinde-Verwaltung die Zahlung de» Schulgelde» auch in der jüdisch» Gemein beschule aufhÄm. Sollte es nicht richtiger sein, die» besteh» zu laffm und lieber auch in den mtfemterm Stadttheil» jüdische Schul» zu erricht»? Ich will nicht anklag», nicht verdächtig», aber es scheint «er doch, al» hätte dag Uebel nicht so «eit komm» dürfen. Gründung von-jüdischen Schul« i« all» Stadttheil«, wo da» Bedüsfuiß I«ch so klar ist, lechtzeitig Sorge trag»; Rabbin», welche wissen, wa» ihr Amt von ihn» fordert, dazu anregm. Da» väre bester als Gebetbücher «ach», über Veredelung und Verschönerung bei Gottesdienste» Phras» drechseln, ",nd gottesdienstliche ^vocfUüuugen^' ged», die wohl Zuschauer und rielleicht auch Zahlt» hpcherlock», zur Erhaltung de» Jubmthnm» aber wahrlich Nicht» beitrag«. F. Mo» Mheiu, 14. Rov. (O-ig. - «orr> Am V, d» S. »«ander, muh: in Siegbnrg ein seltene« und schöne» Fest gefriert. S» galt iaf alc» ehnpürbig» Her» Sammet ILallertzeim, der seit gerade fünfzig, Jahr» de» Amte »der, richtiger dem Beruf» eine» Rohel ftch gewidmet hat, in, einer q*f;cincft«m Jnbchftchr den. 8sichdrWf> dm allgemein» AnerkerHWg und- Verehrung gc,.gehen», welche der rüstige uud in. stm» Berusspsvchd noch, thütigp Jubilar nicht nur in der Csememde, sondern, im gurzm Siegkrei» und. poch darüber hinan« genkfrt. DtrftOt, iporbe Hoch eine» fei«» tägllch» Gottesdienste non dm Mit«liehe», de» Kestcomitö» in daß mtt Lorbeer und Blum« reich geschmückte Local dm Che»» geleitet, woselbst Herr Ab»>ur» Hoffmann t» Namen der vielen Hundttte, die zu dem Binde Abraham» durch b» Jubilar geweiht worden, eine innige und warme Anrebe, hielt, dem Jubilar, „dem zweiten Bäte e,"-für seine Müh» und die groß« Opfer an Zeit und.Gelb, die derselbe in allen Verhältnissen ffli die Religion der, vätrr. nnd ihre Bekenner gebracht, tiefgefü»Uen.Dank, auisiprach uub ol« ein schwache« bleibende» Zeicher der Anerkennung ein» herrlich» mit sinniger hebräischer Inschrift geziert»,Pocol überreichte., Daraus uahm Herr Samuel kärger als Prüfe» der. Gemeind« de« Sieg, kreise» da« Won. Seine Rche mit, einem schwungvoll» im klassisch« Hebräisch «faßte»Gedicht einleitend, hob tf hervor, wie, auf b» Hei» Jubilar, die Amnenbung de» Verse« nahe liege: DT3 mir» 21M Qjna 5« «Ottn, daß derselbe eigentlich ein Dvtpeljubiläum feiere, indem derselbe seit »iel» Deceunien, »ie, roch in diese« Iah«, trotz seiner .«ehr, al» 70 Jahre« an' Mn Z' durch sei« klangvolle Stimme und sein» fromme strrMuog kündend« Vortrag, der Gemeinde, die uneigennützigst» Dienste gtteifttt heche und noch leiste. Die kurzen , Patriarch-lisch» W«tte.,die darauf tz» Gefeierte,er»iedyre, ließen'fei, Auge thsstneyleers, „er verdiene solche Ehm nicht; er müsse,sich'all'mich zeto«,Verdienst ahmchen. E» sei. der' Wille G»lteü.,Woes»^dqr„fh«,P» sei««. *nj«6D dieKraft gegeber. Er., hohe immer, gchrebt, , einfach ein NV? zu setn, und so »oll» er. so laug: Gott ihm e» vergönn», Gott weiter di«m und danke»." — . Abend» wer,eiu Festest», bei «elcheve stich, die ganze Gemeinde und »iele von Rah und Eiern-,hinzugekommene Verehrer de» Jubilirr» dtthstsigt« urd,wobei, ernste und heitere Toaste abwechselnd, die Gemächer hob» und ergötzten. Da» war kein gemachte» Fest, vielmehr war'» eine Freudenfeier «» Mm verlarg» der Herz» her«rgegatzg» und in her», sicher . Weise bezm'am; ein Fest, im» auf religiöse» Boden erwachs», in wihlchuender Etnmütlügkeit gefeiert, zum Segm bleiben wird, ir dem etz ein neue» feste» Band der Eintracht um die Gemeint eglleder schlingt uni) unser, Religion verherrlicht, ,cher» Wge lieblich und den» Pfade allzumal Fritten find." G. JUu HleKpeentze», d» 10. Nommber. (Orig.-Eor.s Ein Gemeindevorstnnd der seine Aufgabe begreift, müßte für | In Graudeg; hat sich jüngst ein intereffanter Streü bei

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