Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 47.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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382 ©I find also nur social« Ursachen, denen diese» Mißverhältniß zwischen Sterbefällen und Geburten bei den Rumänen entsprir gt. Die anderen Fremden, welch« in unser Land kommen, ergeben fich unseren Sitten, gewöhnlich den schlechtesten zuerst; sie adoitttren dieselbe Rost, und darau« erklärt fich, warum da» Tterblichkeit»-Gesetz auch auf fir Anwendung findet, von welchen, die Juden, die absett« stehen mit anderen Gebräuchen, ander«, Sitten und anderer Lebensweise, nicht getroffen «erden. — Während wir un» nun mtt allen möglichen Beglückung» - Ideen beschäftigen, verschwindet un» die Nation selbst unter den Händen!" (Rum. Post.) ZZermischle und neueste Nachrichten. Amnover» 17. November. Da» hiesige Repräsentanten- Collegivm hat Herrn vr. Heinemann, (bisherigen hebr. Lehrer an der Feli'schen Schule in Hamburg) zum Dirigenten der Gemeint e-ReligionSschule, die zum 1. April eine Reorganisation «-fahren soll, einstimmig gewählt. F. Kaanover, 4, Novbr. (Orig.-Corr.) Am nächsten Sadbath fink 50 Jahre verfloflen, seit der sei. Schach«» Ij. Beruay» sein A«1 in Hamburg aagetreten resp. seine erst« Predigt gehalten hatte. Bernay» war, bekanntlich der erste Rabbiner, welcher akademische Studien gemacht hatte. «Bei Grätz ist November 1821 angegeben. R*b). shrrndenz, 13. November. Setten» de» TonsistoriumS für die '.Zrovinz Preußen ist an den Magistrat ein Schreiben gelange, worin daffelb«, wie verlautet, ausführt, daß Misch« Magistrats-Mitglieder zur Au »Übung von PatronatSrechee» an christi tchen Kirchen ckcht der» heizt seien. In Mache»«« in Kurheffeu starb kürzlich Wolf-Goldberg, 10k Jahr aft. Er war noch bi» vor eini«n Jahren rüstig urd ein tüchtiger Fußgänger, denn er durchwanderte Deutschland al» — Almosensucher. Sein Bewußtsein, blieb bi« zum Tode ungetrübt. In Mainz starb am 29. Oct. Albert Maner, früher Religionilehrer, Institut-Vorsteher und bi» zu seinem Leben»- end« Dirigent de« Synagogenchor». Er war ein tüchtiger, beliebter und allgemein hochgeachteter Mann, besten schneller Tod die Thellnahm« der ReligiouSgemeinde und der ganzen Stadt in, hohen Grade erregte. An seinem Grabe sprachen dt« Herrn Rabbiner vr. Cahn, der evangelische Geistliche Herr Steinmetz und vr. Lehmann Prediger der orthodoxen Religionsgesellschaft. (I. B.) ptrj. Die Zahl der au» Metz au»gewand«rten jüdischen Familien betrug am 1. Oktober, dem bekannten Schlußtermin für die Option, 180, dazu noch viele junge Leute, welch« gegangen sind, während ihr« Familien zurückblieben. Daß der Rabbiner au»grwandert ist, ist längst gemeldet, ebenso der Chasan. Bon den Mitgliedern de» Consistorium» ist nur Einer get lieben, es hat Müh« gekostet, vier Männer zu finden, welihe die erledigten Ehrenposten, die sonst soviel umworbenen, annahmen. Einer von diesen hat nachher «benfall» optirt. — ES würdigt natürlich jeder den Schmerz der einstigen und der jetzigen Angehörigen der Gemeinde, bekamttlich einer der ältesten und berühmtesten. Me». Die Eröffnung de» str. Blindeninstttut» ist nunmehr mf den 1. Dezember anberaumt worden. , Marl». Deutsche Journale brachten unlängst Berichte I über den Wahlkampf bei der Vorwahl der Pariser Mitglieder i zum Central - Comttö der All. Isr. Univ. (Siehe unsere Nr. . 44, 2 Leitartikel.) Die Sache war so dargestellt, al» ob der - Kampf gegen da» Eindringen von Deutschen in da» Central« . Comitö gerichtet gewesen sei. Wir haben die Notiz ignorirt, j denn unsere Leser wissen, daß die HH. Isidor, Cahen und! Manuel, ebensowenig wie die Gegenkandidaten Alkan und j Levy-Ling Deutsche find, oder nur mtfrrnt al» solch« au»ge-; geben werden rönnen, wenn auch die Namen deutsch anklingen. : Wir sehen nun, daß die Albernheit au» dem .Frsnowoat'! stammt, sie ist nur dort noch etwa» mehr nach dem Geschmack«! der Chauvinisten zagestutzt. f M«ter»J»rß. „Wiest Ruf. Irwr." meidet: „Dem! vernehmen nach beabfichtigt die Regierung demnächst ein« Coaferenz von Rabbinern hierher zu berufen, um über verschiedene die Juden betreffend« Fragen ihr Urtheil zu höre«. Aragnjewac, (Serbien) 30. Oktober. Auf der Tage», ordnung der Skuptschina stand der schon im vorigen Jahre gestellte Antrag auf Aufhebung de» Berfaffungsparagraphen, welcher »ie Juden verpflicht«, in der Bolklmiliz zu dienen. Er wurde einem Aurschuß überwiesen und ist am 1. Novbr. verworfen worden. — Ein zweiter Antrag verlangt, daß de» Juden verboten werde, in anderen Orten, außer Belgard, zu wohnen und Handel zu treiben. Der Minister erklärte, die Berfaffung bestimm« genau, wo den Juden in Serbien Aufenthalt und Erwerb gestattet sei. E» sei unzulässig, sie noch weiter zu beschränken. Mniiareß. D« Correfpondent de» Hamggid revocirt die von ihm gegckene Andeutung, al» ob Emtt Hirsch getauft sei (S. Nr. 42 unter verlad.) Die Herr Silbermann bedauern auch wir sehr, diese» falsche Gerücht ausgenommen zu haben. Mem-Mort. ,Lew. Mefl." vom 11. vctbr. schreibt: „Dir sind oft über die Zahl der Juden in New-York gefragt worden »ad haben unsere Unwissenheit gestehen müffen, weil e» keine statistischen Tabellen giebt. Di« Zahl muß aber mindesten» 80,000 betragen. Da» Neujahrsfest fand über dreißig Synagogen zum Uebermaß gefüllt, dann waren noch wenigsten» 20 tenpoi-äre Betlocale für die oolown. «euo» eröffnet, alle übervoll. Im östlich« Stadttheile von der 14.—17. Straße, waren zehn kleiner« Hallen zu Synagogen »«gestattet, und alle waren voll. — Dir wissen nicht, wieviel Betlocale in Berlin in diesem Jahre gestanden haben, da aber gewiß nicht di« Hälfte der hier für Rew-Uork angegebenen beträgt, während di« Zahl der Synagogen Berlin'» gegm dt« 30 New-Yorker, unter denen mehrere sehr große, gar verschwbldet, so sollte man, nach diesem Berhättniß gerechnet, die für Rrw-Aork angegebene Zahl Mischer Einwohner für gar nicht übertrieben haltm. Berlin wird augenblicklich nicht wett unter 40,000 Juden zählen. Algier. Trotz heftigster Opposition der Clerieale» und der Rothen ist Crömieux mtt 5540 Stimmen (1000 mehr al» sein Gegner) zum Deputirten füda» Department Algier gewählt winden. Die Clericalen hatten ihn al» Erzdemocraten die Radikalen al» einen Reaktionär in Verruf z« dringen gesucht; dabei war natürlich da» Gespenst einer vollständigen „Berjudung" Algerien», eine» künftigen Nen-Zudäa, fleißig citirt worden. Der katholische Cleru», «eint „Arch. Isr." hätte zwsschen einem Israeliten und einem Atheisten «ine unbehagliche Stellung gehabt.