Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 47.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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einmal gejirt wird, blieb nur daS Eine zu erörtern, was jedenfalls und unter allen UmstLnden zu geschehen habe. Allseitig wurde anerfanat, dH nun nur mit einheitlich gesannnelter Kraft vorzehe» könne, wenn ma» einm »ieAeicht noch Jahr» sich hinziejende» Kampf erfrlgreich zu Eiche führ« nrnlle. Allseitig wui de anerkannt, daß die verschiedenen HükfScomftä'S, die bis jetzt in einem ziemlich losen Zusammenhänge stehen, «ine tnnchrre Organtzetioll ihier Wirksemkeit besitzen «nÜssen. Dieser Gedanke wurde dann auch lebhaft begrüßt; mit Einhelligkett beschloß man, auS dm verschiedmm HülfScomttö'S ein Erecuüvorgan, uüt eurem Bororte an der Spitze, zu bildm, dem die Leitung der Geschäfte obzuliegm habe. Jede» Comitä wird ein« Delegirtm ernmnm; selbstverständlich wird der Alliar ce Zsraelitt Universelle in Paris der ihr rechtmäßig gebührend: Antheil dadurch gewahrt bleibm, daß, außer ihrem Vertreter, denn Präsident, Herr Altmeister A. Erämieux, auch zugleich von Rechtsweg« Vorsitzender dieses ErecutivorganS sein wird. AlS geographisch für den Sitz de- Bororteam meist« geeignet wurde Wim gewählt, da Oesterreich iu erster Linie an :«r politischen und socialen Hebung der rumänischen Juden decheüigt ist. Sobald die Constistuirung erfolgt ist, wird «1 brache de- Vorortesei», di« ihm nach Beschluß der Confermz ertheilten Normativ« in Ausführung zu bring«. Diese selkst find zweifacher Art: in politischer Beziehung, die bürgerliche Gleichstellung der rumänisch« Zudm mit Anweudurg aller gesetzlich« Mittel zu erstreb«; iu moralischer, die Hebung der sittlich« Zustände unter dm rumänisch« Lud» auf- Kräftigste zu unterstütz«. Die Mittel für dies« Zioeck erschein« von selbst gebot«. E» wird vor Alle« darauf «kommen, d« Eifer der rumänisch« Gemeind« in Gründung von Schul«, Lehrrr.Semtuarim unb ander« didaktisch« Instituten wach zu halt«, und da, wo di« materiell« Mittel de: Bethelligtm sich alunzulänglich bewähr« sollt«, ein« auSg ebige Zutervmtio» eintrrt« .zu last«. Daß mau sich diesbezüglich kein« vag» Hoffnung« htngiebt, beweis« die bisher gm Leistung« mancher rumänisch« Gemeinden; sie werdm »rn nun au einen kräftig« Rückhalt Hab«. Diese» will durcimus kein« Vormunduug bedeut«; denn jedewie immer gm nete Beginn« wäre frncht Io». »mn nicht im Schooß« der rumänisch« Zsraelit« da- Gefühl der Selbstthätigkeit zu« leb«SfLhigm Au-drucke kommt. Mit der Einsetzung dieseeinheitlich gestattet« Organs für di« riunäuisch« Augelegmheitm hatte die Eonferenz ihre eizentlich« Aufgabe beendet; aber alb bezeichnend für dm Geist, der sie beseelt«, muß schließlich noch hervorgehoben werd«, daß der letzte Punkt der Tagesordnung: soll ein« massenhafte Auswanderung der rumänisch« Zsraelit« nach Amercka gefördert «erd«? eiustiunnig fall« gelaffm wurde. Mit Recht wurde anerkannt, daß diedem Patriotismus und der «arm« üuhänglichkeit der rumänisch« Zudm an ihr« Hei» »ath di« schwerste Wunde »ersetz« würde und sie selbst dieses Prrject wett von sich «erfm. Nach zweitägig« erschöpfend« Debattm giug die Eon» fermz auttinander, wie ed« Anschein hat, zur vollständig« Befriedigt ng sämmtlicher Thettnehmer. Wir die Sach« lieg«, kann ein praktisches Resultat erst audem Schooße der uächstm Zukunft Ifervorgehm. ES wird erlangt werden, wenn, was nicht zu I «zweifeln ist, der Eifer und der Opf«finn der nun eiohettlich organisirtm Aktion sich gleich bleibt. Hoff« wtt, daß auf Briefe Art eineder häßlichst« Capttel im Buch« der j Menschheit, die wahrlich eine edlere Aufgabe nicht hat, al»! di« Zustände, wie sie in Rumtni« hevrjcheu, mit vereinter! Kraft zum SchwGg» zu briugen, »erschwiichrn wird. Noch wolle» wir schließlich bemeck», haß trotz der in m»ch« P»tte»' oft »nd heiß hrrvortreteUdm Divergenzen, Dank der nmsichtigen und «ergisch« Prästdmtschaft von Erömttux und LazaruS di« Debattm mit einer Ruhe und Keierlichkett zu Eute geführt wurdm, die der gut« Sache vollkommm würdig war." » » * Der sehr* wohlgemeinte Zweck dieser Leröffmtlichung läßt sich nicht verkmn«. ES ist eine Ciptatio bmeralentue gegenüber den Rumänischen Kammern. Man muß da- Eeinige chun» darf kein« erlaubten Schritt unterlass«» um auf dem Wege der Güte vielleicht etwas zu erlang«. Wir find auch unsererseits wett davon entfernt, zu bezweifeln, daß eS in Rumänim selbst auch vernünftige, humane und ebmsowohl von wirklichem Liberalismus wie von Einsicht in die «al« Berhältniffe und in daS für ihr Vaterland Nützliche erfüll« und geleitete Männer gib«; «S fehtt auch dort gewiß nicht an Männern, auch einsiußreich«, welche di« Luden nicht nur nicht auS dem Land« jag«, soudern ihn« bürgerliche Gleichstellung nach dem Vorbild« aller eivilisirtm Staat« gern gewähr« wollm. Dabei ist es hiultuglich bekannt, daß der Fürst den best« Will« besitzt, auch hin und wieder Miuister gesund« hat, welch«, von rothem und anderem Fanatismus frei, wirklich europäisch« Eultur in sich aufgmomme« Hab« und gute Gesetz« geben und auSführm würdm. ES ist daher ganz dm Umständen angemeffea, daß die zur Couferenz Versammelt« da» Peixotto'sch« AuSwanderungSproject deSavouirt Hab«. Rein, di« Zudm soll« i« Lande bleib« und sich redlich ernähr«, not» douo wenn man ihn« di« Möglichkett gewährt. Auch ist eS sicher und gewiß, weil dem Charaktrrzng«, dm unsere GlaubenSgenoss« überall und sett Aahrtansmdm eoustaut a-zeigt Hab«, mtsprechmd, daß sie am liebst« in dem Heimathland« bleiben und ohne Drang und Zwang durchaus nicht anSwandera wolle». Hiermit hingt «S auch ohne Zweifel zusammm, wenn der ,Mln. Zeit." au» Bukarest vom 3. No», al» gewiß gemeldet wird, daß di« Regierung rin« PaelemenKvorlage Behuf» bürgerlicher Gleichstellung d«r Zndm einbrtng« wird. Di«f« Nachricht kommt wohl eher au» Brüssel, al» au» Bukarest! Wie dem sei, wtt haben an dieser Stelle keine Nithigung in diplomatischer Weise da» Gegentheil von dem, oder auch nur etwa» andere» al» da» zu sag«, wa» wtt deuken und glaub«. Hab« wtt gern und aufrichtig dtt Opportunität de» obig« Berichte» und de» versuche», von dm rumänisch« Kammern etwa» für dtt Luden zu erlaub«, eingeräumt, so ist e» wohl kaum »och nöthtg hinzuzufüg«, daß wir kein« Erfolg davon erwarten. Petitionirm ist Recht, mau soll und muß da» Seintg« thun; e» steht auch nicht» im Weg« brt der jetzig« ftanzöflsch« Nationalversammlung vorstellig zu «erd«» daß sie gleich Bi»«arck dtt Jesuit« auSweism, oder bei dem preußisch« Herrmhause, daß e» sich selbst auflise «ad vom Schauplatze verschwinde — aber viel Erfolg darf «an offmdar von solch« Petition« »icht erwart«. Dant« «oll« wtt andererseits, um diejmigm Leser zu beruhig«, welche etwa kopfschüttelnd sag«: „Dazu mußten alle die Herr« nach Brüssel reis«?!" — daran erinnern,