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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 46. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 46.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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372 Opsenheim, DiedeSheim. — Au« Rumänien: Prediger «. Levy aui Jassy. vr. Hirsch*), vr. Stern und MarcuS au- Bukarest Rabb. Taubeau- Berlad. Die Sitzunden begannen Montag 28. Ocwber Abend- und dauerten bi- Donnerstag Mi tag». An demselben Tage Abendwaren die Delrgirten bei Crämieux zum Abschied-souper versammelt. Uebrr di« Detail? der Lerathungea hat man Diskretion Vorbehalten. (Der eigendazu von der Konferenz zur Besprechung der Verhältnisse der Juden in Rumänien bestellt« Au-schuß hat len hiesigen Berichterstattern auswärtiger Zeitungen soeben eia Protokoll über die Berhandlungen der Konferenz zugeh«« lass,».) Amerika. Ae»-Hort. „Zewish Mrffenger' sagt: ES steht un» eine massenhafte Einwanderung von Juden au« Rußland und Rurrinirn und Deutschland bevor. (Unter Deutschland »ersteht daS Blatt hier Elsaß-Lothringen). Die Auswanderung unserer SlaibenSgeuosse» auS Rumänien wird vom Consul Peixotto rasch betrieben und sehr viele find schon in Berlin (??) und Lien «iagetrofftn (?), von denen die Mehrzahl «ach Amerika geht. Den russischen Auswanderern, welch« vor 1—2 Jahren eingitroffen find, geht «S so gut, daß st« natürlich ihre Frernde nach sich ziehe» .... Wir haben Raum genug für alle. In eine» andern Artikel berichtet daS Blatt über da« abermalig« Eintreffen von 60—70 russischer Emigranten, besprich die Thätigkeit der Rew-Aorker HllfSeomttäS für dieselbe» und rühmt, daß letztere«, waS in Amerika so selten, ohne Rumor (tum) handele und Guteerziehle. Pflicht der Alliance und der sonstigen Europäischen Comttö'S sei es jedoch, »ur brauchbare Subjekte zu expediren. i Äu Älzerie» brinj.t die „A. A. Z." nachstehenden Bericht, den wir vollständig zum Abdruck bringe», obgleich «igenllich nur der erste Theil da« mtjchiedene uuv rühmrnSwerthe Auftreten des Israeliten Wa>»l, Präfekten von Coustantine, in unser Blatt gehören würt e, dir vielseitige Nutzanwendung de« Ganzen wird de« Leser nicht entgehen. Selbst Frage» oder AuSrufuug-zeichea hier und da in Parenthese zu setz«, ist überflüßig. „Algierische Blätter theileu die Reden mü welche kürzlich bei ler Ankunft de« neuen BsschofS von Coustantine, Msgr. Robirt, an seinem Amtssitz« zwsschen ihm und den Spitzen der Behörden au-getauscht worden find. Lu den Thoren der Statt wurde der Bischof von dem Präfeetm de« Departement« Hrn. Wahl, mit folgender Ansprache emfpangen: „Mouseigneur! Mir, einem Israeliten, fällt al» Präfekten die Ehre zu, Sie in Ihrer neuen Residenz zu begrüßen. Darüber will ich mich nicht bettagt». Wir besitzen in unfern Mauern fett langer Zeit zwei protestanüsch« Pastoren, drei Rablaner und mehrere Mufti-, und obgleich der Einzug derselbe» nicht von den imposanten Kundgebungen bekleidet war, ivrlch« da« Gesetz für Ihren Einzug vorschreibt, so wüßten sie sich darum nicht minder durch ihre Bejcheidenheü, durch die gewissenhafte Erfüllung ihrer Pflicht, die Würde ihre- Priv Illebens und ihre Achtung vor der Freiheit Andersgläubiger die Werthschätzung und Sympathie unserer Bevölkerung zu gnvinneu. Ich glaube, Monseigneur, der Dolmetsch dieser ') „Srch. 3f:." bemerken gegenüber unserer lkorresp. verlad in Nr. 42, »aß dort «ad», «mit Hirsch mit vr. Hirsch »ermechselt sei. Di» weiter» 8»Ilafs«ngen der »rch. derichrigm nicht«. (Red.) Bevölkerung zu sein, wenn ich de» Wunsch au-sprech«: Ew. Hochwürgen und die unter Deren Befehlen stehende Geistlich» kett jene Tugenden üben zu sehen, welch« der katholisch« Kleru« christliche Tugenden nennt, di« aber in Wahrheit Tugenden der ganzen Menschheit und al« solche zu allen Zeiten und in allen Ländern von den aufgeklärten Leuten anerkannt find." Der Bischof antwortete: „Herr Präfekt! Die Tugenden von denen Sie so eben sprechen, sind — Sie mögen mir schon gestatten dieß auszusprrchen — doch recht eigentlich christliche Tugenden, nicht al» ob der franzifische und insonderheit der algerische Klernste besser oder häufiger übte, alder Priester oder Würdenträger der andern Bekenntnisse, sondern weil fie st« beharrlicher lehr«, und weil die ihnen schuldige Achtung de« Profanen überhaupt jene Prüfung ihre« Privatleben« untersagt. Darin, mein Herr, liegt die lleberlegenheit der christlichen Religion vor den Ihrigen; rin unsittlicher Rabbiner verliert die Achtung seiner Glaubensgenossen, während rin pflichtvergessener und lasterhafter Priester noch immer die Blitze, welcht tödten, in den Händen hält, und in der ausgedehnten Genossenschaft, der er angehört, den nöthigen Beistand findet, um über seine Feinde zu triumphiren. Ein große« Beispiel der Solidarität, welchedie Partei der Mordbrenner und Plünderer noch nicht zu beherzigen verstanden hatl Diese Partei wird untergehen, «ein Herr, erstlich weil ihr Ruin in der heiligen Schrift prophezeiht ist, und dann well fie immer di« Unwürdigen auihrer Mitte au»- stoßen will, und nicht begreift, daß der moderne Geist, um den Sieg zu erringen, in solchem Falle Nachficht zur Plicht «acht." In der bischhtflichen Residenz ist Hr. Robert von dem Maire von Constantine «it folgender Ansprache empfangen worden: „Monsignori Ich gehorch« dem Dekret vom Messidor de» Jahre« Hl., welche« mir die Pflicht auferlegt, mich, nach der offitiellcn Feierlichkett, die so ckea stattgehabt, am Bischofssitz einzufinden. Wenn ich hiebei zu meinem Bedauern nicht von «einem Gemeinderath begleitet bi», so liegt dieß daran, daß dar Dekret vom Messidor über diesen Punkt Schweigen beobachtet. Sie konnten so eben, Monfignor, die Gleichgültigkeit der Bevölkerung von Constantine für den Pomp constattre», «tt dem Sie ihren Einzug in di« Mauern unserer Stadt zu umgeben für angemessen gefunden haben. Da» kommt daher, daß die Algerier vernünftige Bürger und Feinde jedes kindischen Gepränge« sind, »oll Achtung für nützliche Leute, aber auch nur für diese. Dt« Bürger von Constantine konnten übrigen« nicht vergessen, daß sie von Ihrem Vorgänger nicht verwöhnt worden find. Derselbe war eia Krämer, ein Bauunternehmer, ein Ablaßhändler, aber alle« eher, al» eia Serlenhirt, und er besaß von allen Tugenden eine« Prälaten nur die Salbung, welche nöthig war, um ein unverdiente« Vertrauen rinzuflößen. Die Gemeinde Constantine konntt förner nicht vergessen, daß Monfignor LaS-Case« ihr ungefähr 600 000 Frk«. gekostet hat, den Pret« eine« Grundstück«, welche« verkauft werden mußte, um einen Skandal zu ersticken. Wir find nicht reich genug, Monfignor, nm solche Akte der Großmuth oft wiederholen zu können, noch leider mächtig genug, um nicht die Wiederkehr solcher Mißbräuche fürchten zu müssen. Wir appelliren also an Ihre» Edelmuth. Di« Erbauung eine« großen Seminars oder ähnlichen Institut« wird in dem

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