Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang No. 45
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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364 bid nicht geschehen ist. Daß vom Wiener Stadtphyficat im Hinblick auf die ungebührlich große Zahl von Ueberführungen israelitischer Leichen nach Wie» beantragt wurde, <« möge in jedem der vier Mertel von Riederöstreich wenigsten« Ei» israelitischer Frickhof errichtet werden, und daß die niederösterrercjische Statthaltern bereit« die Bqirkshanptmannschaften angewiesen Hab«, nach Maßgabe der Verhältnisse die Realifirun; dieses LutrageS in Anregung zu bringen, haben wir zpugS erwähnt. AuS Jaffy, wo die Cholera herrscht, schreibt die „Rumänische ,P»st": „Die Primarie hat für die Juden außerhall der Barriere zwei HSlzerne Baracken errichtet, wohin die Familien au< den dicht bevölkerten Gegenden der Stadt hinzieh m sollen, ja mit Hülfe der Polizei hinausgezogen werden. Die Polizei unterzieht sich natürlich ihrer Aufgabe mit gewohnter Liebenswürdigkeit für die Juden; besonder« zeichnet sich ein Sub-Commissar RamenS Alecu LileScu auS; derselbe zwingt die Mütter ihre theils kranken, theilS erst genesenen Kiul«r, auf den Arnim nach dem Baracken-Asyl hinauSzutragm, wodurch die Krankheit leicht dahin r.rschleppt werden kanr. B on der Primarie find 4 Mertel-Aerzte angefiellt, welche die Kranken besuchen und Gratis-Rrcept« verschreiben mästen. Diese Herren haben jetzt, während der Epidemie, d Frank tägl ch Zulage. Da sie aber alle Rumänm find, so weigern fit sich, die arme» Juden zu behandeln; darin zeichnen sich besondie Herrn Aerzte von den beiden Merteln de« Podn rorin auS Aaßtz. Der hiefige geachtete Kaufmann Jacob Weinsteiit war vor dm Festtage» nach Pari« Behuf« Einkäufe genest, er besuchte auch Leipzig und war nach mehrwöchmtkkche: Entfernung im Begriffe nach Hause zu reisen. Er besaut sich Sonntag de» 20. Oktober in dem Courirzuge der Ber in - Lehrter Eismbahn. Mit rasender Eil« jagte der Zug dahin. Roch einige Herren — drei Russen und ein Biceprtfidert au« dem Rheinland« — theilten mit W. dasselbe Coupä. Da soll man den Ruf „Feuer!" im Zuge vernommen haben, und W. soll auS dem Coupä gespruugm sein. Der StationSwärier fand ihn bewußtlos tu der Nähe der Stadt Gardelegen liegm, wohin der Schwerkrauke auch gebracht, und im Bahnhofgcktude untergebracht wurde. Eine Depesche der dortige» Bürzermeisterei gelangte hierher und bmachrichtete die Familie von dem Unglückifall. Die Gattin und ber Schwiegervater reistm sofort nach der UnglüKstätte ab. W. ist ein Man» von 44 Zahn», und hat «ine ^uzige Tochter, die er hier vor »enigen Monatm an Herru Z. Rappoport verheiratet hat. (Si«h« unter „Gardelegen.") Vermischte und neueste Nachrichten. HterN». Sowie bei de« Genfer Schiedsgericht, welche« die illabamaftag« au« der Wett geschafft hat, zwei ZsraAÜm von Setten England» sungtrt haben, so ist auch bei dem durch Kaiser Wilhelm gegebenen Schiedsrichterspruch« über di« mg» lisch-amerikanisch« Grenzregulirung ei» Israelit einer der drei oder vier zu Rache gyogenm Sachverständigen gewesen, nimuq da» Mitglied de» OberhandelSgerich», Dr. Soldschmidt. » fttttia. Auf mehrere Aufrage» in Betrch der in Berliuer Mengen (Tribüne u. m. g.) «zählten BoullionAffaire «ine» juugm Theologm, welcher hier am Reujahr gepredigt hat, dien« zur Nachricht, daß die Geschichte allerdings auf Wahr« hett beruht. Ungenau ist nur der Rebenumstand, daß der Betreffmd« in einer „abgezrreigtm Gemeinde" fungirt habe, «S handelt sich vielmehr um ein vom Gemeindevorftand eingerichtete» und verwaltetes HülfS-Betlocal. Eine Schuld trifft, den jungen Manu selbst auSgenommtn, niemand, weder den sehr achtbarm Herm in Berlin, welcher dm Prediger empfohlm, noch unser» Vorstand, der ihn mgagirt hat. In« Heiz sehe» und SefchehmeS äudern ist uumöglich; sobald da« Factum coustatirt war, wurde der Betreffmd« entlassm. Katderstadt. An Stelle de» verstorbmm, al« talmu« dische Capacttüt wetthin berühmtm Rabb. vr. A. Auerbach,*) ist von der hiefigm Gemeindevertretung (noch vor der Beerdigung de» Verstorbmm), desim einziger Sohn, vr. Selig Auerbach, bisher Direktor der ffraelttischm Bürgerschutt zu Fürch, (Schwiegersohn des fei Commerzimrath« Jos. Hirsch) zu» Rabbiner gewählt wordm. Derselbe hatte am Tag« der Wahl die Zusage noch nicht gegcken, fie ist aber nachträglich erfolgt, und Hr. vr. >. jun. bekttidett währmd des Suckothfeste» bereit« da« hies. Rabbinat. chardetege», 24. Oktober. Der Unglückliche, welcher am vorigm Sonntage durch einm gewagtm Sprung aus dem dahinbrausendm Zuge sein Lebm retten wollte, heißt Jacob Weinstein und ist au« Jaffy in Rumänien gebürtig. Die bei ihm vorgefundme Baarschaft war verhältnißmäßig nur gering, doch soll er Empfehlungsschreiben an rmommirte Häuser in Berlin bei sich gehabt habm. In seinem Befinden hat sich bis heute Abend, obwohl bereit« vier Tage fett jener Unglücksstund« verschwunden find, wmig verändert; er liegt noch immer bewußüo« da und Hot nur einige male die Augm aufgeschlagen. Im Laust de» morgendm Tage» werden Famllimangehürige de« unglücklichm Manne» hier erwartet. Ich brauch« kaum zu sagm, daß der Fall hier alle Gemüther im hohm Grade beschäftigt und die allgemeine Theilnahm« sich dem Unglücklichm zuwmdet. (Es geht uns eben die Mittheilung zu, daß Weinstein gestorben ist. Herr Rabbiner vr. Rahmer in Magdeburg ist zur Beerdigung von dm Angehörigen de» Verunglück»» nach Garde legen beruft» wordm.) (Altmärk. Intelligenzbl.) tarksüad 27. Octbr. Rabb. vr. Plaut, bisher in Schwerstnz, ist zu« Rabbiner hier gewählt wordm. Gropp«. Samstag sollte hier die Trauung eine» junge» Brautpaare« nach katholischem RituS stattfinden. Kurze Zett vor der Trauung kam zu dem Bräutigam, welcher bet einer ifraelitischm Unternehmung bedienstet ist, ein Geistlicher mit der Meldung, daß Me Trauung nur dann vorg mommm werde» könne, wen» keine Iudm in der Kirche anwesend sein würde», wofür der Brautvater und Bräutigam verautmortlich sei» sollen. Da Letzter« darauf nicht eingingm, beguemte sich endlich der Erzpriester?. Schramm, nachdem ihm der Standpunkt «nergffch klar gemacht wurde, dazu, die Trauung p> 1 Stofrifc mm 1806 ta Ittwml* $ttma, wA wtx 6* M M Cotb «nzhet». C*(rtab*Rtrl mr »tnch»«, m* ftlflbnrt« t» wm fUfUon tmjmm «Wchebri,. «t hMb* ba« tRRbnttfaMt I» varmstabt 23 Iahe«; «ch Halbersiabt ward «*1863 Haft». •* hat bk' UlRwb. 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