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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang No. 45 · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang No. 45
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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862 Bor unS liegt der letzte Jahresbericht der Alliance, welcher Zeugniß giebt von der universellen, in die Weltverhältnisse tief eingreifenden Wirksamkeit d«S BereinS. Er zählt gegenvärtig nahezu 15,000 Mitglieder, hierzu liefert — und dies« Thatsach« soll ganz besonders hervorgrhoben werden — mehr als den vierten Theil unser Deutschland. Berichte und Correspondenzen. Ventschlsnd. ftttttu, 29. Oetober. Die Leser innerhalb de« preußische i Staates wiffm ohne Zweifel, daß bei dem Ableben d«S Prinzen Albrecht auch di« Synagogen offictell aufgefordert find, den Trauerfall abkündigen zu kaffen. Kür die übrigen Leser Hellen wir ixn Wortlaut de» betreffend«» ErlaffeS mit. Derselbe wird, wie hier, so an den meisten Orten, auf den vorigen Sonnabend angelangt sein. Ueber di« Art, wie man den Auftrug vollzogen, find uni auS der Rühe verschieden« Berichte zugegcnge», di« detaillirt wiederzugeben kein Aalereffe bietet. — Eil ist immerhin wieder ein kleiner Fortschritt; so wurde e« in unserer Gemeind« aufgefaßt, so wohl überall; ein Freund meinte frellich, wenigstens ebenso richtig? wie werde man sich später wundern, daß Jahrhunderte lang christlich« Herrscherfamllien «S unter ihrer Würde hielten» sich um Fürbitte u. dgl. au di« jüdischen Unterthaaea zu «enden, und daß die» endlich alS Fortschritt in der Toleranz begrüßt wurde, da doch p rfische, syrisch-macedonisch«, egyprische und römisch« Herrsch« schon im Tempel zu Jerusalem für sich opfern und beim ließen! T« Erlaß lautet: S». Excellenz benachrichtige ich ergebenst, daß, nachdem e» Gott gefallen hat, Seine Königlich« Hoheit, de» Prinzen Friedrich Heinrich Albrecht von Preußen «ach schwere» Leiden auS dies« Zeitlichkeit abzurufen, ich die katholischen Diöeesanbehbrde r «sucht Hab«, Anordnung zu treffen, daß dies« Trau«- fall tu den katholischen Kirchen sobald alS mbglich, wenn thuulich. bereitam nächsten Sonntag, von d« Kanzel abgekündigt ««de. Bezüglich der Abkündiguug in den jüdischen Synagoge» üb«lafle ich Ew. Excrllenz da» Geeignete durch di« Königlich« Regierungen anzuordnen. (gez.) Falk. An «^n re. rc. Oberprästdeuteu »e. re. zu . . . Aschrist de« vorstehenden RrscriptS theil« ich der Königl. Regierurg zur gefälligen schleunigen weiteren veranlaffung ergebenst mit. D« Obaprästdent re. rc. An di« König!. Regierung. Abschrift zur Nachricht und geeigneten wetteren Berarrlaffung »egen d« Abkündigung in d« jüdische» Synagoge. Königl. Regierung, Lbthetlnng de» Innern. (Ar di« Synagoge selbst gelangte die» da»» hi« durch da» Polizeiprtfidiu», an ander« Ort« durch Magistrat, LandraÜ! «. s. ». Z» Hannao« vom Ob«-Prästdirn» direct an da» Landrabbinat.) Mr»d«»»rg, 1. November. (Orig.-Torr.) Vorige Woche saod hi« eine van dm Vorstände» de» national-liberal« ued de» Bürg«-verein» auSgeschriebme, sehr zahlreich besuchte Bürgerversammluug Behuf» Vorwahl von 16 Eandtdatm für die erledigten Stadtverordnrtemnandate statt, die durch ein« Interpellation unsere» Rabbiner» an den auf'» Nene zur Wahl vorgeschlagenen Stadtverordneten. Vorsteher, H. Gen«aldirectorListrmann, die jüdischeGchulstage betreffend, auch für die Les« der „Wochenschrift" von Intereffe sein dürfte. D« „Magdeburg« Correfpondmft', ein, nebmbei gesagt, judenfeindlicheS Blatt, da« «st jüngst eine Reih« höchst gehäffig« Artikel gegm die Iud« (in erst« Reih« geg« dm hi« gewählten Abgeordneten LaSk«) gebracht hat, berichtet darüber wie folgt: „Bevor zur Aufstellung von Wahlcandldatm geschritten wird, nimmt d« Herr Rabbin« vr. Rahm« da» Wort zu ein« rZnterpellation an dm zestig« Stadtvmordnetmvorfitzm« den. Nach ein« länger« Auseinandersetzung in Betreff d« Trmnung de» Staate» von d« Kirche, welche Frage auch an die Stadtv«ord..rtmversammlung h«antretm könnt«, beklagt er sich, daß an den hiesig« städttschm Mädchm» wie Knabenschul« auf dm Emsur« d« jüdischm Kind« da» Wort „Religion" stet» durchstrichm sei. Er finde darin eine RechtSverletzung. Nun Hab« « fich «bot«, den Religionsunterricht an den oerschiedmm Schul«, namentlich an d« höher« Töchterschule, den jüdischm Kindern unmtgeftlich zu erthellm; e» sei ihm ab« «ine Stunbmzeit dazu gestellt, di« ihm sein Vorhabm unmöglich mache. Noch Verlesung eine» Erlasse» de» EultuSminist«» Falk d« zu seinen Gunstm sprach, stellt Redn« die Interpellation an Her« Listemann, ob « dahin wirk« wolle, daß di« Etadtv«ord»etm für die Ermöglichung, dm ReligioaSunt«richt d« jüdischm Schül« «nd Schülerin»« an den hiesig« städtisch« Schul« zu ercheilm, Sorge trag«? — D« zweite Vorsitzende, Rechtsanwalt Schultz, will zwar (de» Dr. Rahm« die Berechtigung zu b« Interpellation nicht ' absprechm, glaubt ab«, daß «ine solch« in dies« Bersaumlung nicht opportun sei.— Herr Gmeraldftector Listemann lehnt die Beantwortung d« Frage, bei all« Sympathie, dir « für dm Interpellant« hege, sab. D«gl«ichm Ding« gehört« durchaus nicht zu der Eompeteuz eine» Stadtverordneten. Herr Stadtschulrath WolterSdorf weist die schwer« Anklage, die sei» gelehrt« Frmnd, wie « ihn wohl um« dürfe; gegm di« städtisch« Schulverwaltung in d« Interpellation gerichtet habe; entschied« zurück. ES könne nicht an jed« Schule für jede hier besteh« de Eonfeffioa ein besonder« ReligioaSlehr« augestellt wachen. Die Kind« Andersgläubig« würdm ohue Hinderniß vom Religionsunterricht in dm hiefig« Schul« diSpmstrt und ihr« betreffend« Geistlich« od« besonder« ReligionSlehrer» zugewiesm. Die» sei genügend. — ES mlspinnt fich über dies« Gegmftand bei groß« Unruh« ein« kurze ab« erregte DiScusfion." (Daß «in« derartig« Interpellatton an ein« um «in Mandat fich Bewerbend« vollständig am Platze und sachgemäß ist, dürfte nicht dem mindest« Zweifel unterliegen, und ebenso auch, daß in d« Ablehnung d« Beautwortung Seiten» de» Znterpelltrtm offenbar di« Verneinung d« in d« Interpellation mthallenen Frage lieg«. Wie ab« «in Stadtverordneten-Borsteh« sag« kann, Scbulangelegmheitm gehör« nicht zur Evmpetenz d« Gtadtvaordnet«, ist un» «naftndlich; «in« solche mrglückliche Amßeruag kann ihm nur dt« äußerst« v«legenhett etngegebm Hab«. Die „Magdeburgische Zeitung" die «in« kürzer«, and nicht von Unrichtigkeit« frei« Bericht hierüb« «thiett, brach«' hierauf die nachfolgende „Berichtigung^ ,^v» Bericht üb« die „Versammlung zur Vorbereitung d« Gtadtv«ordnet«nwahlm" in d« letzt« Rum»« Ihme /

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