Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang No 44
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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856 Hand sämmtlich« Fenfierscheibm zertrümmert. Nach tot Preßb. 3%l. soll bfe» eia «ache-Aet gewesm sei«, wett her Beschädige die unentgeltliche Aufnahme eine« Kranken in da» Spital verweigert hat« soll. <H ist anzunehmm, daß diese Wrtger«g Begründet war. Hfari». Sie die K. Z. meldet, schreibt Nathantel v. Boaelter-Rouge gegenwärtig an «äwr Geschichte der Familie Rothschild. Dieselbe »«faßt den Zeitraum von 18)6—1871. Sie enthäü mehrere Briefe von Napoleon unl> andere «cteustückr, die bisher noch nicht veröffentlicht wo chm waren. Wriisset. Leopold Wimer au« Brüssel ist zum Maire in BatSford erwählt wordm. E« ist da« erst« mal, daß ein belgischer Israelit eine solche Ehr« erlangt. (Untv. Ist.) Zmstoröa«. In der holl. Kammer hat der jäd. Abgeordnete Sodefroi dm Minist« de« Arußern interpellirt, warum der holl. Eonsul in Bukarest sich der Sollectivaete der Sonsuln bezlglich der ISmailer Juden nicht angeschlossen. Der Mnifler antwortete, daß dieß nicht au« Mangel an Sympathie für die Juden unterblieb«, sondern der holl. Eonsul sei gerade um dies« Zeit nicht am Sitze seine« Cosulat« anwesmd genesen. (Zew. Ehr.) Htottertza«. Herr Piakoff«, Präsident-Direktor der hiesigen Handelsgesellschaft, ist zum Mitglied de« niederländischen Herrenhauses ernannt wordm. E« ist die« da« erste Mitglied israelitischer Sonfesfiou. Hketer»«»rg. vr. woä. Zion, sSntdecker eine« Herz- Nerven der nach seinem Nam» benannt worden ist, war schon wiederholt zum Professor oorgeschlagm, jedoch von der Mehrheitda« Eollegium« abgelehnt wordm. Auf Befehl de« Kaiser« selbst ist er nun doch zum Professor der Anatomie an der medio«. Akademie ernannt worden. Ebmso ist Hirsch WcrblowSki, bisher Secrettr am hies. Kreisgericht, zu« stäicdigm Rath au einem Landgericht ernannt wordm. In diese« Postm ist er unabsetzbar, noch nie hat ein Israelit ei»m solchen bekleidet. Als der Minister dem Kaiser di« ErumerungSliste oorlegte, «achte er darauf aufmerksam, daß SB. ein Jude sei. „Nun," fragte der Kaiser, „waS wird 3Le rblow«ki chun, wenn er di« Stell« nicht erhält?" — „So wii d er dm Dienst quiitirm" antwortete der Mnister. „Aber in der Weise werdm die tüchtigm Lmte meine Dienste und gm das Land verlaffm," sprach der Kaiser und vollzog die Erimnung. Diese Unterhaltung, versichert der Eorrespondmt des Hamagid, sei buchstäblich wahr. Feuilleton. Wann ist 4er Herr ja Hanse? A»« de» Wimer «erichtstool». Der Privatdeamte Isidor M., bet einer hiefigm Bahngeseüschaft bedimstet, liebt e«, sich in guter Gesellschaft z» bewegen, ist dm Dame» nicht abhold «nd geräth somit bei seinm nicht allzu hohm Bezügm sehr oft in Geldverlegenheitm. Anfmcg« mtlehnte er bei Freund« und College», avmtltg «rsidsten aber diese Quellen, und e« blieb ihm nicht« übrig, al« zu Wucherern seine Zuflucht zu nehwm. Abraham L. .ist ei« Mann, der sich der klein« Beamt« erbarmt, ihn« ohne Zins« Geld leiht, sich aber dafür i» Pansch und Bog« Schuld»«' ch Reibungen auSfertigen läßt. Er «bannte sich auch de« Istdor M., der ihm im Wege kleiner Darlehm und mft Hinzu» rechnung vm Provision« 100V fl. schuldig wurde. Endlich wollte Abraham L. die Zahlung der Schuldurkundm erwirken, ab« « konnte dm Schuldner nicht treffm. Tagelang wartet« Abraham L. vor d« Wohnung de« Isidor M., doch v«gebm». Endlich an einem Tage, an welchem d« Regm in Strimm vom Himmel floß, stellte « sich uni« ein« Hacwstur; da« Gleiche that auch Isidor M., und w« malt dir Freude Abraham'«, al« « da« heißersehnl« Opferlamm so urplötzlich, so unmittelbar nebm sich stehm sah. „Grüß Ihn« Gott, gnädig« Herr, wie geht es Ihnm?" redete « seinm Schuldner au und '«hielt die barsche Antwort: „Ich kmn« Sie nicht, Sie schein« sich in mein« Person zu irrm." Verdutzt sah d« Jude ihn anfangs an, mdlich sagte « lächelnd: „Wie heißt, ich irr' mich? Abraham L. irrt sich nix, ich w«d' Ihnm zeig« mein Instrummt, und Sie werden sehm, daß ich «ich nix irr'." D« Regm hatte etwa« nachgelaffm, und Isidor M. suchte sich au« dies« Gesellschaft zu befteim, doch je rasch« «seine Schritte machte, desto eiliger folgte ihm Abraham L. auf d« Ferse. Endlich macht« Beide Halt. „WaS wollm Sie von mir?" donnerte Isidor M. dm Iudm an, und dies« sagte: „WaS soll ich wollen? Mein Geld, mein bluttge« Geld, mein« baaren 1000 Guldm." — „Kommen Sie, wenn ich zu Hause bin." — „Wann ist d« Herr zu Hause?" ftagte Abraham und antwortete sich sogleich selbst: ,D« Herr ist gar nie zu Hause, ob ich kumm' früh od« spät, jetzt Hab' ich dm.H«m, jetzt lass ich dm H«rn nicht au«, bi« a mir zahlt mein bluttg Geld, meine 1000 Gulden." Die Eonversation war so laut geführt wordm, daß sich bald ein Häuflein Nmgierig« brigesellt hatte, und Isidor M., erzürnt üb« die Zudriuglichkeit seine« Gläubiger«, «achte dmselbm durch eine ihm flugs applicirte Ohrfeige verdutzt und beoutzte die Gelegenheit, auf diese Art da« Weite zu such«. Ein Theil d« Neugierig« hatte dm Iudm auSgelacht, Andere fordert« ihn zur Klage auf. und Abraham L. überreichte in der That eine Ehrmbeleidigung« -Klage, üb« welche fo ende Verhandlung durchgeführt wurde. Nicht«: Sie sind d« Klägn? — Abraham L: Io, ich Hab' dm Patsch bekommen. Nicht«: Und dies« Herr ist d« Geklagte? — Abraham L.: I» « hot mir den Patsch gegebm. Richter: Wäre nicht ei» gütlich« B«gleich möglich? — Abraham L.: Soll « mir gebm dü0 Gulden in einem Monat, Abraham ist nix kein bös« Mmsch. Nicht«: Hi« handelt e« sich nicht um Ihre Forderung, da» ist Nebensache; wir »«handeln hi« wegen der Ehrmbeleidigung. — Abraham L.: Ea« Gnaden, meine Forderung ist ka Nebmsach', meine 1000 Guldm sind die Ha «Mach.' Nicht«: Eie habett hi« nicht geklagt auf Zahlung d« 1000 fl., sondern weil Sir angeblich von Herm M. eine Ohrfeige «halt« habm. — Abraham L: Euer Gnaden, not heißt angeblich? Ein« Ohrfeig'» hat« mir gegebm/ ein« Patsch, daß ich jetzt noch ZwbkfeläntM hör'. :}l '' " ' Nicht«: wollm Sie dem Hernt vrrzeihm, westn^er Ihittn' Abbitte leistet? — Abraham L.r Wall thu' ich mit dem Ab-' gebitt, ich will mein Geld,' meine 1000 st:, mein blutige« Ätld. n Nicht« (zum Geklagte!)): Ist t« richtig,'baß Siedem Herrn hi« «ine Ohrfeige gegebm' habm? — Abraham L.r Kaitn «'S denn kugnm; wie heißt^