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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang No 44 · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang No 44
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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855 tp müssen. Immerhin verdient sie al» ei» Zeichen deer» wachrtt»« Selbstgefühl« beachtet zu werde». Wenn daS „Selhstg-fühl" solcher Rackenschläge bedarf, um zu erwachen, so muH «L «inen seh^ gesunden Schlaf haben, Rei.) . , ,/ Gr-rrreich. Sßilu, 8. Oktober. In >einer Plmarfitzung der öfter» reichifthen Delegation brachte Vr. Roser eine Imerpelleuion ein in Sachen desich gegenwärtig in StaniSlau abwickelnd«« Skandal-Processei Karmelin. Da- Lemberger General- Comwmdo hatte die Bildung eines Confortium« auprovoctrendea Polizeiseelen gutgrhrißrn, welchesich zur Aufgabe machte, den vielen militätchimstlichen Bestechungen die in Galizien insbesondere unter der jüdischm Einwohnerschaft Vorkommen, auf die Spur zu kommen Nuchim Karmelin, da- Oberhaupt dieser Polizeibande, ging in die Häuser der Juden, spiegelte ihnen vor, daß er großen Einfluß auf die Rrcrutir«ng<- Commissionen besitze, mit dem General-Eommnndo brieflich verkehre u. s. w. Die Juden übergaben Karmelin und seinen Helfershelfern Geld, worauf alsbald die Verhaftung der Bestechenden erfolgte. In Folge dessen steh« mehr al« ei» D«tzead Angeklagter vor dem Gerichtshöfe in GtaniSlau. Im Laufe de- ProcefseS hat «S sich herausgestellt, daß die hohe Polizei Hrn. Karmeltn nicht nur mit Geld, sondern auch in vielen Fällen mit ihrem vollen Ansehen unterstützt«. p«, 10. Oktober. Die „Äoruno CzeSka" erzöchlt: Am vergangenen Montag verklagte ein israelitischer HantelSmami, RamenS Gtntz, beim k. k. Bezirksgerichte in Kolin einen seiner Kunden wegen einer unbezahlten Schuld von etwa 30 fl. für abgenommene Waare. Der Kläger brachte seine Klag« vor und der Richter war auf dt« gewöhnlich« Einrede de» Verklagten, daß er nichtschuldig sei und dergleichen gefaßt; allein eb kam anders. Der Verklagte, an de« die Spuren von überstandener Krankheit und Roth zu sehen «arm, bekannte sich mit betrübter Mime zu der ganzm Schuld und fügte bei, daß er gern bezahlt haben würde, wmn er sich nicht in so großer Roth befände. Da trat der klaginde Gläubiger zu ihm heran, faßte dessen Hand und sagte gerülhrtr „verzeiht, Freund, daß ich die Klage wieder Euch erhob; ich hatte von Euer» traurigen Verhältnissen kein« Kenntlich. Ich wäre niemals so gegm Euch verfahrm, wmn ich Giirc Noch gekannt shätte. vergesset nun Alle- und kommt mit mir int Gasthaut, damit ich Euch für di« bereitet« Ungelegmhett bewirthe." Darauf ließ der gutherzig« Gläubiger iron der Klag« ab, bezahlt« die Gerichtßkostm und bewtrchet« seinen Schuldner. Frankreich. Pari». Zwei Dekrete de« Präsidmten der Republik ä. ck. 12. September tresfm neue Lnordnungm dm tsraelittschm Cult»« betreffend. Daerst« bestimmt in Bettest der Wahl der Rabbiner: Arr. 1. Die Großrabbtuer der israelittscheu Eonsistonialspreng«! werden vom Eeutral-Eonststoriuuiauf Grund einer Liste von drei Eandidatm ernannt. Dieft Liste wird »orzeschlagm vom Departemeytal- Louststortum, zu de» rin« Commisfio« isinzuttitt, bestehend 1) aus eine« Delegirtr», ernaimt von dm eingeschriebeom Wählern jeder Gemeind«, welch« einen vom Sft»ar besoldeten Eultnsbeamtm hat: 2) aus einer gleich« Anzahl »on Delegirtm, welch« von dm Wählern der Eon» sstttrial,.Hauptstadt gewählt werden. Di« Evnmnung der Großrabbjiner unterliegt der Bestätigung heb Staatsoberhaupt-. Art. 2. Die Rellbiner werden vom Deparremental-Con» ststorium ernannt un er, Beistand einer tzponnifsto« auS Dele» girten, welche zur Hiilfte durch den Hauptort de- RabbinatSsprengels, zur Hälfte auS den übrigm Gemeind« destelben gewählt werden. Di« Gestlmmtzahl dieser Delegirtm soll sechS »icht übersteigen. Di« Ernennung der Rabbiner soll durch daS Central-Consistorium der Bestätigung d«S CultuSministerS unterbreitet werd«. Art. 3 hebt das Dekret vom 11. Nnvember 1870 (durch Erämieur erlassen) auf. Art. 4 bestätigt Hc wit Vorstehenden nicht in Wiederspruch stehend« früheren Regulativ« Dazweite Dekret bestallt zwei n«>: Conststorie« tu Bespül und Lille und bestimmt die Abgrenzung der acht ifraelittschm Consistorialspcengel Frankreich-. Vermischte und neueste Nachrichten. Aerki«. An Stelle de- »erst. Baron v. MagnuS ist H. v. Bleichröder' von Lord Granville zuin englisch« Gmeral- Consul miamit wordm. Jfleh. Unlängs: starb Joel AnSpach, Bruder des RatheS am CasiationShof, Plülipp Anspach, ein -Onkel der Ba-ontn Gustav ». Rothschild. Verfasser der il:estm*s ftanzöfischm Uebersehung der tägl. Gebett und der kavolos ä'un oro^aut iiraelito. Sein ganz:S Leder» war der intellektuellen Hebung seiner Glaubensgenossen, sowie jede« gemeiaützig« rdl« Unternehmen gewidmet. 8r vereinte „gewerbliche khätigkett mit de» Studium der Lehre." Er blieb seiner Vaterstadt ttm, mit Verzicht auf ei».: wohl glänzend« Carriere, die er tn Parihätte mach« können. jRach Arch. Ist.) Weu. Auch dir Direktor der Gta-itS-Ober-Realschule in der Leopoldstadt, Herr vr. Zuliu« flkpängler, diSpmfirte sämmtltche Schäler am Bersöhnungätage vom Besuch des Untrrrichtt«. — Prediger - Ma nnhetmer - Stiftung. DaS Kapttal dieser Stiftung, welches ursprünglich auS GtaaiSpapierr» im Rominalwerth« von 4000 l. bestand, besteht jetzt tn Folge von Schenkung« sieben wehltLtiger Gemeindemitglteder auS StaatSpapterm im Nominalirerth« von 13,950 fl. Durch fernere Epend« zur sofortigen Verthellung war da» Euratorium dieseSmal am 17. Oetker, am Geburtstage de» edlm Stifter«, in der Lage, 850 fl. m Rabbiner, Lehrer und deren Wittwen und Waisen zu verthelm. /exo-erß» 18. Oktober. Laut übevünstimmenden Nachrichten au« verschiede im Gegmdm Ostjialtzten« hat dt« Cholera tn den letzttn tagtn an Verbreitung und Böäarttgkeit stark zugenommia; wie eä scheint, chetl« tn Folg« deä ZusammmsttbmenS von Menschen bet dm jüdischm Feiertagm, thell« tn Folge deu, g«»öh»lich warm» Wetter«. Wsßfl»,ß De« Borsteher de« hiesig« israelittscheu Krankenhaus«- wurde,! vorgestern Nacht» von böswilliger •) €$tt» Mit richtig fctat Bit haben eiamel «im ftanzös. Ueber. schung der ttzebete »on «imn »«Mg. Inden (veiiturak) gischen, »ttchg »elche ÜMt sein mf, «II M( »chpachlch« s«M Inn, f«HI Meter nicht seht bogt pchtM». Zn»» Nachschlig» in MbU^rnMIchev Hmbbüchm» habe» »ik jetzt kein« Zett.

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