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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang No 44 · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang No 44
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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354 geschärt), -«1 2 israelittsche Lehrer, Vr. Warschauer, Ordinarius der Tertta, und vr. Badt, Ordinarius der Sexta, Beide vo» schon anderweitig bewährtem Lehrgeschick, vr. Badt, der phlologische und theologische Studien absolvirt hat, (letztere im jüd. theol. Seminar Hierselbst), ettheiltauch den jüd. Religie uSuaterricht an der jungen Anstatt. Möge dieselbe blühen un> gedeihen und ein- Must« für viele Nachfolgerinnen werden. Arantftttt a. d. O., 16. Octbr. Al» Gegenstück zu dem in Nr. 41 der „Wochenschrift" aaS Ostrowo Berichteten, bet-essend die Dispensation jüd. Abiturienten von schriftl. Arliertea am Sabbach, kann ich Ihnen von hier mittheilen, daß als bet Beginn des Wintersemester» die Aufnahmeprüfung achtet morden, mit den Wirkungen der in hg. 16 und, 13 angeführten Formen ihren Austritt au» dem Zutenthu« zu erklären, »erfahren di« meisten Gericht« in den älteren Provinzen der Monarchie in traditioneller Weife, well e» a» einem, das formale Stecht abänderadem Gesetze fehlt. Rur auf dem Umwege: Nebertritt aus dem Zudenthum zum Christenchnm durch Taufe und Austritt au» dem letzteren ist e» einem Juden möglich, rechtlich au» der ReligionSgenossmschaft auszutreten. Da der Zustizminister nicht befugt ist, hier auf dem Berwaltungsvege einzuschreiten, so steht, de» Vernehmen nach, die Beschreitung des Gesetzgebungswege» in naher Aussicht. auf Sonnabend den 12. d. Mts. angesetzl war, der Direktor der hirs. Realschule <H. vr. Laubert) Auf ansuchen des Herrn L. Vepl den Termin auf Freitag d. 11. verlegte Bei dieser Gelegenheit mögen Sie Such noch etwas Aehn» lich« S erfahren. Als es vor' 3 Jahren (1869) galt, den 100» jgßrigen Geburtstag A. v. Humboldt'S zu feiern, hatte auch der hiefige große Handwerker-Verein eine allgemein« Feierlichkeit für den Abend de» 14. September, als de» eigentlichen Geb rrrstag Humboldt'», veranstaltet.' Ta dieser Abend aber gerade mit Kol-Nidrr collldirte, sprach H. Weyl dem Vorstand den Wwisch au», man möchte, um auch den Juden die Theilnahmr an i«r Feier zu ermöglichen, dieselbe schon am Abende de» 13. abhalten, wa» auch geschah. (Man sieht, daß es bet solchen Vorkommnissen nur eine» wacki-rn Israeliten bedarf, detz» ohne Scheu die erforderlich« RückrchtSnahmr für feine Glaubensgenossen verlangt und den entsprechenden Antrag stellt. R.) Aiet, 23. Oktober. Unser« zwar noch klein« Gemeinde hat las sichtlich« Bestreben, sich geistig immer mehr anfzu« schwi igen und auch den Kindern eine gute religiöse Erziehung zu g,ben. Da haben wir denn in unserem neuen CultuSöeamten, H. Isaacsohn, (früher in Küsten) «ine recht gute Acqu sition gemacht. Derselbe läßt e» an den nöthigen Anregungen und Belehrungen nicht fehlen. So hat er jüngst sich erbosen, alle Sabbath- Abend» im Äreffe der für rel. Fortbildung silb interessirenden Mitglieder einen kleinen belehrenden Borttag zu halten, und da» Interessante au» jüd. Blättmm ihnen mitzuthellen. Der Anfang ist bereit» gemacht, und findet da» Unternehmen Anklang. Au» Qlprftf«*' 16. Oktober. (Orig. Eorr.) In den gh. 16 und 17 der Verordnung vom 30. März 1847 werden dir L rtsgerichte angewiesen, diejenigen Personen, welch« au» riner der vom Staat« öffentlich aufgrnommeneu Religion»- gesellschaften ausgetreten find, ohne einer vom Staat« genehmigten Religionigesellschast beizutteten, bezüglich der in ihre« Familien fich ereignenden Geburten in da» nach Z. 1 der Verordnung für gewiffe geduldete ReligionSgesellschafttn auzulezend« EivilstandSeegister einzuttagen. Diese«, die Kührung Ixr CivilstandSregister für Dissidenten einführend« Gesetz hat b«her keine Erweiterung oder Veränderung erfahren, vielmein: ist nur unter dem 23. Juli 1847 da» Gesetz über die Lirhältntffe der Juden erschienen, welche» ein zweite» Ct»Uftmd«rrgifter für Juden geschaffen hat, ohne über di« Wirkwig eine» Austritt» au» dem Iudenthum auf die Führung x» EioilstaudSregister» Bestimmung zu tteffen. I« trotz «aer Bestimmung de« Zustizminister» vr. Leonhardt au» de« Lew der 1869 in der, auf Grund der Verfassung, di« Mitglllder der Mische« ReligtoaSgesellschaftrn für befugt er Hürow«. ES werden von dem schrecklichen Unglück»- fall noch folgende Einzelheiten erzählt: Da» christliche Dienstmädchen der Putzhändlerin Feldmann und da»« sechsjährig« Enkelkind der Letzteren hielten sich im TodeSkampfr ftst umschlungen mid wurden so unter den Leichen vorgefunden. Die Tochter de» GerbermeisterS Müller war bereits glücklich au» dem Tempel gelangt, und ihre Mutter suchend, eilte sie noch einmal zurück, wobei sie ihren Tod fang. Ebenso kehrte Krau Totmann, die ihr Rind, welche» längst gerettet war, nicht vorfand, in den Tempel zurück, au» dem sie lebend nicht gelange» sollte. Schwere Verletzungen sind in großer Anzahl .auch vorgekommen, und liegt beispielsweise eine Frau Rosenthal an einem Beinbruch schwer danieder. Sehr wohlthuend in dies. Unglücke ist die un» entgegen gebracht« Theilnahme. So hat z. v. der Borst, der Synag.» Gemeind« au» Magdeburg beim hirs. Borstande angeftagt, ob Unttrstützuugsbedürftigr unter den Unglücklichen sich befänden. Aehnlich« Anfragen gingen zahlreich rin. (S: Schluß d. Bl.) H. Stuttgart, 10. Octofer. (Orig.-Eorr. verspätet!) Heute und morgen findet hier die Wahl eine» Abgeordneten in die zwette Kammer statt; zum ersten male spielen dabet die Juden als solche ein« gewiffe Rolle. Di« deutsch« Partei stellte nämlich al» Eandidaten Herrn Rechtsanwalt vr. Wächter, Obman de» Bürgerausschuffe» (ungefähr - Stadtvermchnetenoorsteher) auf, der, ein Pietist vom reinste« Wasser, fich besonder» dadurch berühmt machtt, daß er im Dezember 1853 allein unter 83 Abstimmenden in der 2. Kammer gegen Emankipation de: Juden stimmte. — Der für ihn erlassene Wahlaufruf ist auch von 2 Israeliten unterzetchnetll — von denen der Ein«, Bankitt H., entschieden« Partheimann ist, «ährend d« Ander«, Oberkirchenoorsteh« und Gemeindevorstand re. — faettsch wenn auch nicht formell uns« Parne», Stadttath vr. Levi, nicht» wenig« al» Anhäng« d« deutschen (d. h. jpreußischen) Panhei ist; um so mehr ist man üb« diesen He«n in jüdischen Kreisen verwundert, zu» Theil sogar gradezu erbittert. Die» nud eine sehr laue Erklärung de» Herrn Wächter, in welcher «, „aufgefordert von befreundeten (??) Israeliten" mittheilt, daß er den Israeliten ihre Gleichstellung „eoneedire", hat unter die sonst zieml. passiv« htestg« Gemeind« eine gewisse Rührigkell gebracht, verschiedene sachlich«, witzige od« derb« Erklärungen finden sich in den Lokalblättern, ein Auszug au» früheren Kammerredrn de» H. W. wurde an alle wahlberechtigten Gemetndemllglied« vertheilt — und heitte früh sogar vor d« Spnagogenthüre («ach de« Gottesdienst) Wahlzettel für de» Eandidaten de» ft eien Wahlverein», Herrn-Recht»-Anwalt Riethamm», vertheiltl,Die Agitation ist geschickt und «n«gisch «ingelellet und entschieden berechtigt; ob st« Erfolg habe» «vir» — glaube ich bezweifeln

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