Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang No 44
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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351 ftfnt hehle. Dl« UfftMiung ftnb gehet« statt. <H iim-de» «a CraMkotcn proelamtrt: Ober-Rabbiner Kahn, Sr« hange, Betzarrtoe», Alkan, Levh-Btng." (Die drei ersten Rasen stehen auch auf Wr frühere« List«, dt« beiden andere« sind für Sahen und Eng. Manuel fubstttuirt.) El folg« einig« Wort« zur Empfehlung der neue» San« btdatrn und dt« Bitte, der neuen Liste, «eiche die Ramm der IS ntchtfranjtfifchm Mitglieder der frühen» gleichlautend ent» hält, znzustimm«. Unterzeichnet ist da» Circular »an 5 De» legtttm des Wahleomttö; letztere» besteht au» 24 nammtltch anfgeführtm Person«. Die Empfänger diese» Sircular» in Deutschland ri. f.». «erd« sich, gleich uu», gesagt Hab«, erst«», daß es fftv uns M spät komm«, zweit«», daß kau« ei» Wähler unter 1000 i« Staude sei» werde, sich zu entscheid«, ob er für Sah» und Manuel oder für >lcan und Bing stimm« solle. Dir logt« da» Sircular all acta. Damit ist aber die Sache nicht erledigt. Dt« Rümmer der „Ra. 3fr." vom 11. Ortober bringt «in« Bericht über di« Debatim jener am 6. abgek alten» Vorwahl-Versammlung. Ein Au»zug würde unseren Lesern nicht» nütz«, di« Redner und die Besprochen« find ihn« zu wenig bekannt. Hättm wir für da» vorig« Blatt noch eine Rotiz geb« kännm, so wäre e» zu spät gewes«, und wie erst h«t, nachdem der Wahltag längst vorüber. Die Nummer desselben Blatte» vom 18. bringt dag eg« ein« Artikel von Sophar über da» Wahlgeschäft, ten wir au«züglich Mitchell«, um unsere Bemerkung« daran zu knüpf«. Di« vezetchanng „«»»scheidend«» Mitglied'^ sagt »Sophar, sei illusorisch; die Mitglieder scheid« pur durch Tod »der ArMOutederlegung an», andernfall» werden fl« immer wieder vorgeschlagew und gewühlt. Da» sei auch, so lange da» jetzig« Wahlreglement besteht, gar nicht ander» zu erwart». Wie sollte da» Somit» seine «ach Turnu» anischetdenden Ilkitglirder nicht wieder Vorschlag«, wie sollte «» die noch ta seiner Mitte Sitz« den al» unbrauchbar bezeichn«? Run, d«r unterlasse man da» Wählen ganz und gar, da» Eentral-Comitö ergänze sich stldstz wie da» bei viel« Verein« ohne all« Rnchtheü geschieht. Dazu komme, daß dt« Lenden, der Miance «ine wesentliche Reinnng»verschied«nh«it aubschlticht, der Seist der Gesellschaft, da« Ziel, die Mittel werden ziemlich genau dieselben bleib«, wer auch an der Spitze siche. — Da» ist nun nicht ganz znzugeb«, e» müßte namenllich eine Garantie gegen da» Einmischen rrligiäser innerer Parteibestrrbungm -«geben sein. Da» die» bi»her in glücklichster Weise der Fall gewes«, und daß die» in erster Linie die Alliance groß gemacht hat, ist ohne Zweifel da» Verdienst der bi»herigm Führen. Dann ist aber die Personenfragr doch nicht gleichgültig. — Weiter schlägt Sophar vor, wenn gewählt und zwar wirklich gewählt werd« solle, zu bestiminen, daß di« An»sch«idmdm für die nächste Periode nicht wieder wählbar-sei«, damit da» Sentral-Somitö Wahlvorfchläge machen müsse. Di« so «uRretenden würden, wmn st« wi, ktich der Sache dienen wolk«, die» durch ihre Erfahrung u. s w. auch ak» Ex-Mitglieder thun» und immer neue Kräfte «ärd« in den Dienst der Gesellschaft gezogen-- Wir-halt« dies« Vorschlag für sehr beachten»werth.^ Aber er hebt den andern Uebelstaittz nicht, daß Männer^gewichlt «crben-soll«,, die je einem ^kheile der Wähler ganz unbekannt find. Eil war In der erwthnt« Versammlung vorgeschlagm worb«, die Mitglieder für Pari» nnr von den Pari fern wähl« zu lasten. Dir vermuth«, daß die» dt« nicht näher gezeichnete Statutenänderung sei.. Dann müßt« die Mttz lieber für Deutschland, England u. s. w. wn de« deutsch», englisch» n. s. w. Beitragend« gewählt iverd». Sophar mrwirst dies« Gedank«, al« dt« Einheit der Alliance zerstärend, »«igsten» gefährdend. Indem jede» Mitglied de» Smtral-Somit» fein Mandat von dm Slaubmägenas« in der ganz« Welt erhalte, reallfire diese» selbst die Idee» welche de« vmetne zu Grunde liege. — Ganz richtig! Uber in Wahrheit gilt da» Vertrauenävotnm der Wähler nicht l«n Gewählten, sondern dm vorschlagend«. Wmn z. v. der «Schreiber diese» am 20. von Israelit« in Pari» und London, Stockholm, Peter»l>nrg und Sonstantinopel gewählt sein wird, so denkt er wahrlich nicht daran, daß die Wähler seiner Person die Ehre zugedacht Hab«; ihr Votum pflichtet nun de« bisherigen Sentral-Somit», welche» ihn mit auf die Liste gestellt hat, bei. „Man fleht, e» ist eine falsch« Situation, eine Sackgasse, in die da» Raglement da» Smtril-Somit» getrieb« hat," sagt Sophar. Wir glaub« rin« Autweg zu wist«. Di« Wahl ist aber vollzog» mir wird nicht augefochtm werden, die große Idee der Einheit und einhetlltch« Leitung der Alliance wird über formal« Beienken — zumal da» Recht und der gute Glaub« de» Emtial-SomÜö gar nicht anfechtbar find — hinweghelf«. Die ringelegmhrtt ist jetzi nicht dringlich — wir werd« unfern Vorschlag nicht eher »ei-stattlich«, bi» wir ihn treuen Freunden ier Alliance zur Prüfung mitgetheilt Hab«. Augenblicklich scheint «» nicht opportun, die» sag« wir off«, da wir W nkelzüg: und Au»flüchte nicht lieben. Da» bereit» Geschehene zu bericht», könnt» wir natürlich nicht verschieb». Berichte und Correspondenzen. vrntschlanb. Areota«, 14. Oktober. Der l«eutige tag ist nicht nur für unsere Stadt, sondern für da» zesammte deutsche Vaterland von Bedeutrng. E» wurde hat vormittag um 10 Uhr da» Johannes-Gymnasium eriffnet, jme Anstalt, deren Statuten ein Jahrzehnt hindurch ein« Gegenstand de» hartnäckigsten Kampfe» zwischen unserer Stadt und dem Staat« warm, weil nach denselb« die Stadt in ihrem Lehrer.Wahlrecht durch keine konfessionell, Schrank» beengt sein wollte. Mit dem Mühler'schm Mi tiflerium fiel« auch die Einwmdungm der Regierung, und tie Stadt scheint mit tiiwr gewissen bmrchtigten Ostentation gleich bei der Eröffnung der nmm Anstalt da« ihr zperkannte R>cht geübt zu Hab«. Za dem Lehrer-Collegium sind Katho ik», Protestant«, Jnd» zu gemeinsamem Wirken vereint und der Oberbürgen »Aster » Forkmbeck gab in seiner Sröffr ung«rrde den Sefinnungen der Br«»lauer Bürgerschaft dm trrffendstm Auidrul, al» er sagte, daß man von dies» Anstalt vor Allem die thatsächliche Wiederlegung de» Vorwurf» erwarte, al» wäre Sonfesfionslostgkeit d. h. dag Prtncip, keine Cmifession vorzüglich zu berücksichtigen, idmlisch mtt ReligionSloflzkei»; man erwaNet fnner von dieser Anstalt, daß fie ihre Zögling« za gestnnungiltüchtig«, unabhängig«, takerantm und religiöser Berfolrungsucht unzugänglich« StaaKdürgern «-zieh« »erde. — 2)ag Shmnastum, da« jetzt schon über 300 Schüler zählt (die Vorschulklaffm nicht mit-