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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang No 44 · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang No 44
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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-,a»2 i; ktn «r seinen Herren, dt« er verwünscht, den Fuß auf kn t Nacker setzen wird, er haßt und warttt ab." Sa die ,B«p. | knuttz. Müff« wir unfern Lesern «riß«, wie buchstäblich diese (Sähe — nicht auf die Insten, sondern auf die Vo«- und L innesgenessen Gambetta'» Mffenf Gekmüchigt, getäuscht in ihien Erwartungen, zur Ohnmacht verdammt, trösten fir sich n it dem durch nicht« zu erschütternden Dogma, daß sie doch Xe erst« der Natt«,« feien, sie Haff« nnd wart« auf kn Lag der Rache. — Wem Haß und Rache LeknSprinetp geworren, der sieh« in Andern lediglich von -seiner Gesinnung Erfüllte, da« ist gar nicht ander« möglich. Da» Andere, «w» wir zu bemerken haben, greift über die Prioatanstchten de« ftanzösischen radikalen Judenfeinde» hinauf. Unsere Leser werden sich beim Durchlesen der obigen Zeilen de« Artikel» des „Ausland," welcher in der „ltt. Beil." zur vorigen Nummer besprochen wurk, erinnert Hab«. .Hier wie dort — und in hunkrt andern Blättern und Büchern — di: modernste WeltweiSheitslehre von den Racengegensätzen, der nc lürlichen, instinktiven, unvertilgbaren u. s. w. Antipathie zwischt» Semiten und Ariern, kraft deren die Vornrtheil« gegen Juden eben nur sogenannte Borurtheile seien. Früher betont, man kn Gegensatz zwischen der christlichen und jütischen Religion, diese, meinte man, können sich nicht miteinander vertragen; di« Förderer der Humanität arkiteten daher auf Versöhnung der Religionen hin. Jetzt ist daS Thorheit geworben; es handelt sich um 6nm „ethnischen" Gegensatz, kr dr rch nicht» zu überbrü^en ist. Zudenthum und Christmthum sind gleich nichtsnutzig, aber kr Haß der Racen gegeneinander ist krechtigt; demnach ist aber der Kriegszustand aler der Vi'lker, die sich einmal nicht miteinander vertragen könne» okr t sollen, ebenfalls natürlich, krechtigt und gerechtfertigt. >E» le i« der Hust; die' Rachk, kr Kampf um das Dasein! lLir haben wahrlich Ursache auf den Fortschritt de- 19. Jahrhunderts und seiner Wissenschaft, auf die Bestrebungen zu radikaler Umgestaltung aller bisherigen religiösen, gesellschaftl chm und sittlichen Ansichten stolz zu sein I Am Ausgange des 1^ Jahrhunderts wollte Schiller Millionen umschlingen, der ganzen Welt kn Bruderkuß geben; und so sang nicht nur der freunkntrunkene Poet, so dachten, dahin arkiteten und frrschten dir ernsten, ttefknkenkn, hochgesinnten Männer unter den cioilisirten Nationen insgesammt, die ewigen Zierden der klassischen Literatur, die Geistesheroen Deutschlands, Frankreichs, Englands; hinweg mit den Religion»-, Volks-, Standes-Unterschieden und Vorurtheilen, alle Menschen sind Brüdir, so lautete damals di« Parole. Und man sprach damit l icht» Anderes ans, als was die „semitische Race, die engherzigen, die hochmüthigen und sklavischen Juden" von jeher geehrt, was ihre heilige Schrift auf km ersten Blatte als Fundamentalartikel auiskellt, und waS ihre Propheten als endliches Ziel der Entwickelung verkünden. Jetzt — — — Run denn, Angesichts dieser Fortschritte halten wir erst recht an uusern „verrotteten" Ansichten fest, und nun sprechen wir wieder mit erneuter Ueberzeugung: Gelobt sei Gott, der uns erhob, n über die Irrlehren alten und den Wahnwitz modernsten, radikalen Heidenthunis, un» gegeben Hai die Lehre der Wahl heit; gelobt, der uns zu Israeliten gemacht hat. Wir streichen ün atta bechartanu keine Silbe, trotz Gambetta» Rsiian k. rc. und — Geiger. Die Wahlen zum Lrn1r»l>Lo«it6 stet' M\mct Arielite *... Es Ist nnfam Lesern bekennt, daß tzMMÄÄtk^-emit» in Perl« dk^kvßänzungswahl euf kn stVWst». ^Mtaumt und «inen Wahlzettel nusg«geben hat. resp. Frankreich fünf, für die anderen LänktzstÜMitglieder ansgefchiidea, außrrkm sollt« nach dem im N« gefaßt« Beschluffe 15 wettere Mitglieder an» dm andern Ländern n« gewählt werden. Da» Central-Comitö hatte nun die ausgetreten« Mitgliekr zur Wiekrwahl empfohlen, für zwei in Paris »erstorbene Mitglieder und für die 15 Person«, um welche es verstärkt werden sollte, warm nme Namen in Porschlag gebracht. Mau kann nicht sagen, daß das Central-Comitö im minkst« seine Befugniß überschritt« hak, e» steht ihm frei, Vorschläge zu machen; man wird femer zugeben, daß das Aufstell« einer Eandidatenliste unumgänglich nöthig sei, wenn eine wahrhaft chaottsche, da» Wahlgeschäft gänzlich vernichtende Stimmenzersplstterung vermieden werben sollte. Man wird eknso die Idee, die Mitglieder kr Alliance in ganz Europa auf einen Tag zur Wahl zu beruf«, ßshr schön finden. Dagegen läßt sich ebensowenig in Abrede stellen, daß die Wahl durch das angegekne Verfahren zur reinen Formalität wird. ES bleibt den Wählern nicht» übrig, al» den Wahlzettel pure zu acceptirm oder sich der Wahl zu enthalten. Sobald sie einzelne Namen streichen und durch ankre ersetzen, ist nicht nur die Verwirrung unabsehbar, sondern die Wähler k«n« immer nur einzelne kr ausgestellten Eandidate»; wie soll da» Mitglied in Berlin wissen, ob kr für Italien, und der in Turin Wohnhafte, ob der in Berlin Ausgestellte di« , geeignetste Persönlichkeit ist?! Man muß sich darauf verlast«, daß da» Central - Comitä reiflich erwog«, VeHrauensmLnuer zu Rathe gezogen und nach gewistenhafter Prüfung die Liste zusammengestellt habe» werde. Man kann chm dies Vertrauen schenken — aber dann ist die Wahl eine Illusion, wmn auch eine recht schöne. DaS Central-CoiHtö könnte sich sechst ergänzen, in Wirklichkeit geschieht das ja auch jetzt. Während nun außerhalb Frankreichs kein Einspruch gegen dm Wahlmodus erhob« wurk, — vielleicht nur, weil der Kürze der Frist weg« eine Abänkrung ohnehin unmöglich schien — hat man i» Paris noch zu einem thatsächlichen Proteste Zeit gefunkn. Wir erhielten am 16. d. M. von dort aus «in Circular solgenkn Inhalts: «In Folge des vom Central-Comit« auSgegangenen CircularS, welchem eine Liste von 5 in Pari« und 18 auSwärt» wohnenden Candidalen beigefügt war, ist in Anbetracht diese» WahlvrrfahrrnS eine gerechtfertigte Aufregung «tstaiide», und es hat sich ein Wahlcomirs gebildet, welches geglaubt hat, eine Vorversammlung der Pariser Mitglieder kr Alliance beruft» zu sollen. Diese Sitzung hat am 6. Oktober stattgefundenz c» wurden alsbald zwei neue Candida!«, die HH. Michel Alcan und Leoy-Bing, ausgestellt. Ein Antrag auf Revision der Statuten wurde gestellt, discutirt und einstimmig angeuommm. / Ein zweiter Antrag auf V ertagung kr Wahl wurde in Folge der vom Delegirten de» Central-Comitä gemachten Bemerkungen abgelehnt. Nachdem die Be» Handlung erschöpft war, wurde die Versautmlung aufgefordert, über die verschiekoen für Pari» vorgeschlagenea Eandidate» abzustimmen, da die Zeit zur Prüfung der für daS Ausland vorgeschlagenen Candidatur« ab»

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