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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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-ttn Geldstück au« der Tasche, gab es eilig dem Mädchen und sprach jene »am «mosaischen Gesetz geheiligte Formel, um eine Ehe z» schließen: „Du seiest mir -«heiligt dnrch diese Münz« nach b» Gesetz« Mose'« und Israel«/' Unser Man» «endet« sich hi« raus an die Rabbiner, welch« entschieden, daß deck junge Mädch»^ öffentlich und feierlich «in« Erklärnag über das Bor» gefall«»« aigebe» solle. Sie erschien an dem bestimmten Lage »or bau Gerichtshof der Rabbiner, wo st« all« Einzelheiten de« Ereignisse« erzählen mußte. Natürlich erklärt« fie, daß sie dchl Geldstück, welch«« ihr der geldsüchtigeZ Werber ein» gehändigt hatte, sogleich zurückgewies« Hab«. Angesicht« ihrer Aussage konnte» di« Rabbiner nicht, umhin, als zu erklären,, daß hi r kein« .^kidduschin" stattgefunden habe, daß dies« Eheschließung keine Giltigkeit Hab«. Da« arm« Mädchen verließ den Gnnchtshof in einer solchen Aufregung, daß fl« schwer krank >»urd« und einige Tage später in Folge erlittener Arfa> hing ihren Geist anfgat.!3ermischte und neueste Nachrichten. Werkln. Da« nenfir Hefkde« „Lentralblattrs für da« gesammte Unterrichtswese»" enthält u. a ein« bi-her noch nicht publieirte« Erlaß de» EnÜnsministrr« vom 1. Juli d. I., welcher von dem „Bernfsrechte für Elementarfchulstellen in Bex chnng auf M; Religion der Berufungsberechtigten" handelt. S« lag nämüch die Frage zur Entscheidung vor, ob einem jüdischen SnMefitzer da« Skrcht der Lchrerberufung zustehe. Ver Minister erklärt sich in bejahende« Sinne, da nach den allerhLchsten Erlasse vom 23. Mai 1830 mit Rücksicht ent die Bestimmungen der Verfassung, die Juden von der Anilübnng de« gutsobrigkeitltchen Amte« fernerhin nicht für aa-geschloffen zu erachten seien. Auch känne der Artikel 1* der Berfaffung nicht als enttzegenstehead angesehen »erden, da die Berufung eine« vorschriftsmässtg gnalifieirten Lehrer« «st der RÜigionsübung nicht im Zustimmen hange stehe. Ainnüfnrt a. M. Durch den Verein zur An«steuer hiesiger israelitischer Bürger-tichter hat in voriger Woche die Berloosung eine« Preise« erster Elaste au« den Erträgnissen (Beitritt,« der Mitglieder und Zinsen de« Bereinsvsrhillgens) de« Zaire« 1871 stattgefunden. Der Prei« stel dem Besitzer de! Lose« Nr. 29 zu, welcher dadurch über die Summ« von 2889 fl. 27. kr. zu Gunsten eine« statutenmäßig berechtigten Mädchen« verfügen kann. Der Verein zählt gegenwärtig 441 beitragend« Mitglieder. Der Bestr^ ist wbchentlich 6 kr. Gatmar. Die neulich vorgenommene Wahl von Mitgliedern deisrael. Konsistorium«, welche auf Progresfisten gefallen ist, ist noch nicht bestätigt. Di« orthodoxe Partei ist erregt und bittet die deutsche Regierung, die Wahl de« neuen Rabbiner« nicht von dem Konsistorium, sondern von 1ü Delegirteu vornehmen zu lasten. Die Neuerung soll für Colmar, Mühlha isen ».Metz deutsche Rabbiner anftellen wollen. (R.Jfr.) Wien. Auf Ansuchen de« Präses des neuen israelitisch« Blinden -Institute«. Or. L. A. Krankl, hat der Minister für Cultu« rad Unterricht gestattet, daß der neuen Blinden-Fibel, welche ii den k. k. Schulbücherverlag ausgenommen worden ist, numuehr auch eia hebräischer Anhang bei gegeben werdx. — Herr Emanuel Biach von hier hat aus Anlaß sein«« stetigsten Geburtttagr» mehrere WohlchätiMtseZasittnt in hnma«t Weste bedacht. Dem Borstand, des israelitischen Cnltusgrmeinde hat. Herr Biach 2000r:fL t» Paptee »Rente für divers« Gttstnngen überreicht, der. Waisenhausstiftung 1000 fl., kn «ürger^ister der Stadt Sfcn 400U kr Poltzet- Dtrretio» 100 Htzsth» straelitstchen Rrligions-Geweind« in Preßbnrg 800 st: mtd kr straelittfchen Kleinkinder-Bewahraustalt in derselbe» Stak 200 st. Außerdem hat Herr Biach 4000 fl. zum Bau eine« Schulhanse« in Therrsieufeld, wo er «in Fabrik«-Etabltffemeut besitzt, gespendet. Aremsier. Hier wurde jüngst von den Motadov» der czech sichen.Partei eine landwirtschaftliche AuSstellnng arrangirt. Jen« Herren enstchieden natürlich auch über di« Zusammensrtzung kr Jury, und nun höre man wie fle die Pflicht« ihre« PreiSrichtrramie» aufgefaßt hak». Zwei Brauer, und zwar die Herren I. Fstcher au« Kremfier und M. Birnkann an« Zdaunek, hatten ihre Bier au«gestellt, welche allen'denen di« sie kostet«, sehr gut mundeten und allseit« als vorzüglich befunden wurden. Als e» zur Prämsinmg kam, entspann fich ein« lange Debatte darüber, wem von den beiden Au»st«llern di« Prämie gebühre; da kam einer der czechischen Matador« hinzu und enstchich; „6o »« dtcknk? »nckuäwn, to jeat riä » t» joat »Ick." (,/Was streitet ihr? Keine«, der ist «in Jude und der ist «in Juki") - Wrag. Wie wir gehofft hatten, ist, laut „Wahrheit," da« Projekt der „Ma«karade" auf einen Wink der Kuktus» repräsentanz aufgegeben. . >- West. Graf Juliutz Aadrafftz, Minister der Aeußent hat der straellttschrn Religlon-gemeinde in T. Terebe« einen äusehnilichen Grundkomplex zum Baue eine« Tempel« und einer Rabblyerwohnung überlasten. (W. I). Bei der Nachwahl erhielt Or. Hoepigmenn nahebei, (200 Stimmen, sein Gegencandidqt jedoch über 1900. Wart«. Rach kr letzten Bolküzählnag lehr« in Part« 30421 Israeliten. Die durch Abgang vieler Dpchchen entstanden« Lücke ist dnrch ^Zugang an«., dem Elsaß ze-. x,«ehr a» ersetzt. i. -m (R«p. Jsr^. '-!sta»tzo». Benjamin, der bekannte ehemalig« Staats» Secreetr der eonftkritten (Süd») Staate» ist Vom Lotdkanzier van England zum Queen'«, eounsel ernannt worden, , (I. tfon) Wnlanwst, & Oktober.. Sts-Iadea, danktetzwei Frauen und zwei'Kinder,- sind dirs«'Woche nach Amerika an«, gewandert. Enw große Anzahl ihrer Skaubensgenoff« gatz ihnen das Geleite bi« zum Bahnhofe, wo die Abziehtnkn fich so weit vergaßen, daß fl« da» bekannte ,^4cki0"dtolcka»a'* (Abschied von'der Moldau),-„rwnwa Land, du -Sand der Freuden, thenri schäne Moldau mein'" anstivwitm Der Schluß de« Liede«: ,^«be wohl, auf Wiebersth^i", stand in grelle« Wirdersprnch mit den Päfstn der Auswanderer, in denen die väterlich« Regierung de« Land««, von de« fit so zärtlichen Abfchik nahmen, schreibt: „Bon poar aller sealement", mit Hinweglassung de« üblichen „et retour.“ Washington, 28. September. Die Korrespondenz zwischen Washburnc und H. de Rämufat, di« die Geneigtheit Amerika'« und Frankreich«» die rumän. Judm zu beschützm, zeigt, ist officiell veriffentlicht.

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