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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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t 338 Anstecknngflstoff roefttr verbrrittt «erben köbnte. Vorsicht ist ixriur auf de« Platze und ist jede nur mögliche Entlastung der Tempel nur wstnscheniwerch. Freilich werden die Fanatiker auch über diese Anordnung zur Vorsicht jammern; geschah ei» doch am jüdischen Neusahrstage/ daß drei' ptlnische Juden ein« Genoffen der ha» »lind, lahm und von Pockennarbe» entiellt war, in ein Privatbechau» in der' Ankergafft det zweiten Bezirk» mit Gewalt schleppen wollten. Ein junger Mrmr (Msticiner), «denfall» Israelit», ersucht« di« „&«*«", sie möchten den krhrpelhaften Mmschm doch ,n Hause laffm; denn bei der enormen Hitze in den beschriinkten Räumlichkeiten mü fe er zusennmenstürzen. Die Antwort bestand in grünliche« ^eiwünschungen. Tie spuekten dem freundlichen Warner ins Gesicht, drohtrn mtt Schlügen u. dergl. Der Beleidigte nahm di« Sach« auch nicht ganz ruhig auf, und f» wird da» Bezirk igericht stepokdstadt demnächst z» entscheiden haben, - wie wet di« Roheit von ReligionSschwürmern gehen darf. (R fr. Pr.) — Rach der biohr-igen Gepstogmheit werden di«' in Riererösterrrich verstorbene» Israeliten zumeist «Ms den Wiener ifrackitffchen Friedhof Lterführt, so daß fast täglich «in« Leiche, ja «nch zwei oder drei derselbe» van attwärt» daselbst einlang en. Die Wiener israelitffch« Eultttgttneind« ist dadurch nunmchr nicht wenig in BerlegeXhelt gesetzt, da ihr Friedhof nah zu überfüllt ist und gegenwärtig noch nicht abgesehen «erlie» kann, wann der Central-Feiedhof in Verwendung komnm wird. Im Einvernehmen mit de« Städtphgstratr und de« Magistrale hat nn» dt« erwähnte Gemeind« den Wutsch anbgchrüSt, daß in jede« der vier ViertS von Nieisösterreich wenigsten» Ein ffraelitffcher Friedhos errichtet wate. Der Statthalter hat anch die Bezirktzhanptmannschasten ang«wiesen, auf die Realtstrung de» Wunsche» der Wiener kfrnrsittschm Cuktusgrmrtndr t« geeigneter Wttse hinzuwirken. Au» Httßme». Ehiesch ist ei» Dorf km cz echischen Laut«, nicht sehr bekannt, ktmu aber durch folgende» Histörchen, da» die R. Fr. Pr. erzählt, zu einer zweifelhaften Berühmtheit gelangen. Iu Ehiesch rrfidirt nämlich Graf Leopold Lazauzly. Besagter Edelmann hat seine Erziehung in einem steierischen Jesuiten-Kloster genossen und trachttt daher'jetzt, die ihm eingefaßte Theorie »ractkfch zu verwertben. Der sttößte Doml im Auge find de» Grafe» natürlich kiberale 'Zeftttngen, und diese» Umstande ist e» z^nfchreibtn,'daß er «ot KNrMi ans Iste Idee km», de» WirtheN, die solche halten, kein Bier pr »»kanft». Et hatte jedoch «stwal die-'Rechnung ohne Wtrth gemacht, indem tte Wirth« ander«wo btt' Bier hotten m» die Zeitnngm hielten, die ihren Güsten znsagtm. 'Der besondere» Aufmerksamleft de» Herrn Grafe» erfreuen sich jsttt diejenigen Beuwhner mm Ehiesch, die den Gsturt»- fehla Hab«, Juden zu fein." Seihst eine de« Grafen erwiesene Ehe«, «in ihm angettagmst Protektorat übet den Chieschet Turtt- und Fdnerwehrveretn, wie» et zurück, weil derBeretn nicht geneigt war, auf dt, daran geknüpfte Bedingung sämmtliche Inden auüzuschließen, einzugehen. Seit de» letzt«» Tagen ist r» jedoch zu offmer Feindschaft mit den Inden gekommen und zwar au» folgende« Anlass«: Der junge Graf ritt mtt seinem Reitknechte vor den Fenster« de» dortigen Kttfmaune» L. H., welcher gerade zum Fenster henustsah, vorbei und fragte Ersterrn, ob hier nicht ein Jude zu« Fenster heraLschaue. Letzt« er hörte diese Frage und gab schlagfertig di« bekannt« treffende Antwort: „Ja, ein Jude schaut hinunter, und «in S . . . schaut herauf." Seitdem prangt an de« Eingänge de» gräflichen Parkt» «int Tafel mtt folgender Anschrift „Dnrch da» venehmm de« Juden L. H: (hier folgt der volle Name) ist der Etntrit in diesen Park alle» Juden verboten. " " i>. ' •" i<is. ' (R. fr. Pr.) Au»' M^Hfooo in'Ungarn schreibt maun „Bor einigen Tagen starb in unserer Gemeind« eia "allst "Jude. Der Bruder deffelbe» wurde außer" dem Schmerz 'üb« da»- Hinfcheiden sein«» Verwandt« noch durch den Umstand fast zur Lerzweiflimg gebrach, daß sich meilenwest keine jüdische Begrüb» nißstätte befindet und er also absolut nicht wußttz wo er di« Leich« beisetzen sollt«. Der katholtsche Pfarrer hörte oon der Affatrr, ließ den Bruder de» Berstordenen rufen und sagte ihm: .Waffen Sie die Leich« nur auf unser« Kirchhof begrab«; Ihr Bruder hat dreißig Jahre unter nn» gelebt und vn» nicht» gethan, so wird er uns auch i« Tod« nicht schaden.i! Und so wurde dir Leich« «nt» BerheittgnNg! zahlreicher'iBewohner de» Orte« auf dem römisch-katholischen Kirchhofe begrabm:' I,. Fouckreich. «- Ffari». E» läuft gegenwärtig eine Petition an die Nationalversammlung um, in welcher eine neue republikanische Brrsaffnng verlangt wird, zu der« Grundlagm auch ein« erste Kammer gehört, in der uattr Andern «nch 6 Bischöfe 3 Pastor« und 1 Rabbiner sich befind« solle». 1 . ftuuürtea. » .- An» Merttt, 28 September, Hab« wtt, wie in der7«r. Nr. augezeigr worden, ein Schreib« wichtig« Inhalt» von unser« H. Correfpondeat» erhalt«; wir zieh« vor, statt wörtlicher. Urbersetzung, unser« Lesern «ine Darlegungder Dach«, um dt« e» stch handelt, vom 'Anfang beginnend, z» geh« und daß erwähnt« Schreib« inhaftltch «izustechttn. Scho« vor längerer Zeit habe» dir »Archive» Isrneltteü" (vielleicht anch die „Revue Ist./'- dvch wollen wir die» nicht bestimmt behaupt«) und freundlich« Seitenblicke auf die Mission und'die Wirksamkeit btt Heer» Peftvtto gewvtfm. Wir-halt«-darüber nufere tzttdankm, «» schimmerte etwa» von bekannter drmionaleitckkrtt hlndnrchi; 'd»ch"»ir Hab« von dteft» Perawthnng«, ntt der ganze« Sach» wichst laut ««de» laff«. >.i i'-üu-.-i: ■ Vir 'tut ■■■ T>i (*'••• : lä ’y.i :> Die Nr der „Archl Israel" vom ISo.stng. brachte nun «iu «stführftchst Schreib« au» Bukarest.' unterzeichnet rüttle Hirsch/' weichst «st' sehr -peinlich berührt hm. •. Da» Schreiben moqntrt "sich zuerst über die fruchtlose« i Kammerverhäinblnngm in' London und Berftu und 'die Nutzloftgkctt der dtplomatffch« Not«, welche allst in atatu quo betnffm hätten. Costafor» habe stch in Coastantinopel vollkomm« gerechtfertigt. Daun wird da» rumästsch« Volk belobt» baß st feine Selbstständigkeit weder fremd« Kabinett», noch ein«, „Prinzen au» det 'Familie Hahrnzollrrn" prei»geben wolle. Der Haß gegen die Juden steigere sich nur durch die Agitationen zu ihr« Gunst«; (d. h. zu« Schutze thrst Leben»!) selbst rin ftanzöfischstvon eine« Franzos« in Bukarest rstigtrtst Journal, sag«, obgleich in sehr Micher Fotm, daß der Jude unzweifelhaft «in Unglück für Rumänien sei. Es sei unmöglich di« Juden p> emauetptr«, (sagt Hirsch) man solle nur dm Haß lindem, (also „abwiegeln," schweig«, vertuschen). So oft ein Fremder in'« Land gekommm sei, um für die Israelit« etwa» zu than, Hab« er nur geschadet, dm Haß der

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