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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 41. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 41.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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329 Meise widerlegt. Hält man uns nun wieder entgegen, daß wir so das Schwerere (/12V) dem Leichteren (v") nachsetzen, so ist der Einwand — ganz richtig, aber für die praktischen Verhältnisse ganz werthlos. Auf halachische Diskussion läßt sich der Eommandant nicht mit uns ein. Ueier Militaria haben wir noch Spccielleres zu erörtern; da dies jedoch an Dringlichkeit dem Uebrigen »achsteht, so verschieben wir die Besprechung. Was ist nun zu thun- Wir haben darüber nur einen Vorschlag zu machen, der in wenigen Worten ausgesprochen sein wird. Um jedoch den heutigen Artikel nicht zu groß werden zu lassen, verweisen wir aus das nächste Blatt. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. Jireska», 30. September. (Orig.-Eorr.) Der gestrige Tag ist für die Geschichte unserer Gemeinde von der höchsten Bedeutung und weitgehender Wichtigkeit, zugleich aber auch durch ein Ereigniß ausgezeichnet, das in allen Gemüthern de» Eindruck lebhaftester Freude auf lange Zeit hinaus hinterlassen hat. Der seit sieben Zähren mit großen Opfern und unter nicht geringen Schwierigkeiten fortgeführte Bau unserer Synagoge ist nunmehr vollendet und durch die gestern stattgefundene Einweihungsseirr seine», Abschlüsse entgegengeführt worden. Da» neue Gotteshaus ist das erste in Breslau, das aus den gemeinsamen Mitteln der Gesammtgenieiude errichtet worden, während die bisher bestandenen großen Synagogen einzelnen Vereinen, (Brüderschaften), als Eigenthum angehören.. Die öffentliche Geuugthuung über die endliche Erfüllung des so lange gehegten sehnliche» Verlangens, über die Erreichung | de« sei, längster Zeit lebhaft empfundene» Bedürfnisses gab! sich bei dieser Gelegenheit auf die erfreulichste Weise zu I erkenne». Eine ungemein zahlreiche Versammlung füllte die ' weiten Räume der Synagoge, die in ihrer nunmehrigen! Bollendung einen höchst imposanten Eindruck macht. Die Feier selbst, der dir Spitzen der Regierungs- und > Stadtbehörden beiwohnten, verlief in würdiger und ansprechen- ' der Weise, alle Kräfte wirkten zusammen, um das Fest zu j einem Gegenstand« dauernder Erinnerung zu gestalten. Unter dem Ehorgesange des Psalmoerses: „Gesegnet sei, der da! kommt im Namen Gottes," (Ps. 118, 26.) erfolgte unter! Bortritt der beiden Rabbiner Tiktin und I)r. Zoöl der ' Einzug der Vorstandsmitglieder mit den Thorarollen. Nach | Abstngung des 24. PsalmeS sprach CantorDeutsch daS IZ'NTNll j worauf Landrabbiner Tiktin ein hebräisches Gebet und Rabbiner vr. ZoSl ein deutsches Weihegebei verrichtete Nachdem die heilige Lade geöffnet und POV gesungen worden, erfolgte der Umzug mit den Thorarollen unter den Klängen der Psaloiverse 19, 8—15. Den Höhepunkt der Feier bildete natürlich die Predigt, welche Rabbiner ZoSl unter Anlehnung an den Schriftsatz: „Ihr sollt von dort aus suchen den Ewigen euer» Gott, und du wirst ihn finden, so du ihn suchst von ganzem Herzen und von ganzer Seele," (5. Moie 4, 29) mit begeisterten Worten hielt. Er wies namentlich darauf hin, daß daS Gotteshaus nach seinen hrbräischeir Benennungen einen dreifachen Beruf habe, rin Haus d«S Gebetes, der Belehrung und der Versammlung, der Gemeinschaft, zu sein. — Zum Schluffe stimmte der Chor den 100. Psalm an, und hierauf wurde das Mincha-Gebet abgchalten, das als erster öffentlicher Gottesdienst dem Hause die eigentliche Weihe verlieh. Möge dieser herrliche Bau, wie er die Gesammtgemeinde würdig reprnsentirt, auch Zeugniß geben vo» dem imnier mehr erstarkenden Genieinsinne und tiefer inniger Religiösität, die mehr als alles andere geeignet sind, die ausrinanderstrebenden Theile des Ganzen zusammenzuhalten, möge unsere Gemeinde auch fürder als Muster gelten des Opfersinnes und der Begeisterung für alles Hohe und Erhabene. W. Danzig, 25. Septbr. (Orig.-Corr.) "ie zu einer Generalversammlung am 24. April cr. einberufeuen Berliner Mitglieder der „Alliance Zsr. U»iv." haben den Vorstand des Local-ComitSs Berlin beaufttagt, eine Delrgirten-Vrrsammlung zu berufen behufs Organisation des „Zsraelitenbuudes in Deutschland' und behuis Feststellung seines Verhältnisses zur „Alliance Zsr. Univ." Als Delegirte sollen fungiren: a) die Abgeordneten der „hauptsächlichsten" Local-ComitSs der „Alliance Zsr. Univ." in Deutschland d) Vertrauensmänner nach freier Wahl des Vorstandes. Die Commission des Berliner Local-ComitSs der „Alliance Zsr. Univ." ladet nun Delegirte zu einer im November statthabenden Besprechung nach Deutschlands Metropole ei». Mit einem gewissen Bangen sehe ich dieser Versammlung entgegen; ich fürchte, daß dieselbe einen spaltenden Keil in das Gefüge der „Alliance" treiben wird. Zch habe, gerade heraus gesagt,! die Befürchtung, daß die Berliner Commission, a»S dem I Schooße einer Versammlung hervorgegangen, welche die Separirung von der „Alliance Universelle" wünscht, die ihr gegebene Vollmacht in dem Sinne ihrer Committenten, also in dem Sinne gebrauchen wird, daß sie nur oder zumeist Ge» stnnungSgenossen zur Versammlung ladc. Die vagen und unbestimmten Beschlüsse der Berliner Generalversammlung geben ihr dazu volle Befugniß: welches sind denn die „hauptsächlichsten" Local-Comitss in Deutschland- Soll die Größe der Stadt oder die Anzahl der Alliance-Mitglieder den Aua schlag geben- Viel natürlicher wäre es unter allen Umständen gewesen, sämmtliche Local-ComitSs einzuladen. Dann wäre jedes Mißtrauen beseitigt, welches jetzt, bei der willkürlichen Zusammensetzung der Delegirtenoersammlung nahe liegt und allzu gerechtfertigt erscheint. Ob es nicht empfehlenswerth sei zu der stattfindenden Versammlung Mitglieder deS Pariser Central-ComitSS einzuladen, wage ich nicht zu entscheiden. Zndeß ist es nach meinem Ges hl gebührlich und geziemend, mst einem Freunde, einem älteren Freunde, mit dem man auch ferner gute Beziehungen und schönes Einvernehmen pflegen soll und will, sich persönlich zu benehmen, bevor man sich von ihm abwendet. Was nun die Stellung des „ZsraelitenbundeS in Deutschland" — in Berlin ist also schon der officielle Name für die deutsche Abzweigung der „Alliance Zsr. Univ." ferttg — zur Alliance betrifft, so ist nach meiner Ansicht eine Srparirung nicht erforderlich. Für die Erledigung derjenigen Angelegenheiten, welche speciell dir Zsrarliten Deutschlands angehen, ist der Gemeindebund das geeignete Organ, ein Organ, das immer mehr erstarken und seine Brauchbarkeit bekunden wird, das aber allerdings noch sehr der Pflege und der rücksichtsvollen theilnehmenden Behandlung bedarf. Soll nunmehr diese Aufmerksamkeit und Sorgfalt sich noch gleichzeitig aus den .^Zsraelüenbund" erstrecken, so dürften leicht beide Zn-

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