Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 38.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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k. V rV Si K- X E-; I fr-*" <Art fc. MWMWt»MiMz tzMM'G je MtftrO#, tag verständig« ’PHtWini k* Unterricht (n kr RdtgiM höher stell«, ks in Haydarktt». «s die Zögling« von ihre« Rotor tfcrifcr zur Rtk gestellt nmtben, «tschuldtgtm ffe istch damtt, daß ste kn Religionsqpterricht, der schon seit Jahr«, mk er (• je wüßte, ut Mittwoch'Rachmittage erthetlt wirb, Blicht versäum« dürften, worauf ihnen bedeutet wurde, st« Müßte» ein« Bescheinigung darüber bringen. Di« Eltern giti< gen nun den Rabbiner, als Leiter der Religionsschul«, um ei« solche Bescheinigung für ihre Töchter an und fordert« dann mm Rector auf Grund derselben ein« Dispensation ihrer Tächter m» de« auf Mittwoch Nachmittag angesetztm Unter» .ficht in Handarbeiten. Und wa» geschieht? Di« Eltern er» lullte» unter Touvert die Bescheinigung drorl manu mit der an de», Rand geschriebenen Bemerkung zurück, „daß die nebenstehend« Bescheinigung nutzlos sei, weil ein Privatunterricht (cho!) den Mn einer höher« Behörde brstättgtm Leettonsplan einer Affmtlichen Schule nicht kreuz« dürft. Er werde also fortfahr», dt« Gchuloerstumnistr der Zöglinge so lange al» eine Verletzung der Schulordnung zu straf«, bis eine rechtskräftig« (?!) Dispensation nachgesucht sein werdet — Der Rector der höher« Töchterschule ist übrig«» der einzige hiestge Schuldirigmt, mit de« der Rabbiner keine Fühlung hat. Er soll ein tüchtiger Pädagoge sein, — ist aber gleichzeitig anch «vangelischer Geistlicher, mtt dem vollen unfehlbar« und sich fühlend« SÄbstbewußtsein eines solch«, der Mtsfions» bestrebangen huldigt und selbst «in wmig Proselytmmachrrei nicht verschmäht. Eine Thatsache z«gt für viele! Bekanntlich ist in d« Schul« Sitte, jede Woche durch gemeinschaftlich« Andacht zu beginn« und zu beschlich«. Da» geschieht;M» auch in unserer Töchterschule. Mtt Recht Hab« die jüdisch« Zöglinge sich bis zum letzt« Winter von dieser ge» weiuschastltch« Andacht fern gehalten, bis es dem Her« Rector «tumal «tufiel, dies« Untrrlaffungssünk strmg zu rüg« und bet Vermeidung von Straf« die Betheiligung an d« Andachtsstuudm anzuordnrn. *) Was thut nun dieser Rector? Er Kgt seiner nächst« Andachtsbetrachtung die Worte zu Grunde: „Wer nicht an Zesum Ehristum glaubt, der ist verdammt!" Hierüber emptrt erzählt« dt« Schülerinnm der erst« Klasse iw Loustrmattonsunterricht« dem Rabbiner diese Vorgänge, Worauf st« auf beste» Anweisung dem Rector in aller Ruh« und Ehrerbietung erklärt«, daß sie unter solch« Umständen di« Andachtsstunden nicht mehr besuch« »erd«. Und dabet blieb es emch! — Damals meinte der Rabbiner um des lte» b« Fried«» will« die Sach« nicht weiter »erfolgm zu dürf«; heute aber, nach diesem n«est« Z«gniff« christlicher Lieb« emd Duldsamkett Seitens des Her« Rectors, meinte er, die « auf dem «in« oder and«« Weg« zur Kenutuiß der Vchürd« bring« zu müssen. Aber wiederum war es di« Rücksicht ans d« Fried«,**) die ihn vorläufig dm still« Privatwag beschrett« ließ. Er besuchte dm Bürgermeister» de» vor» ptzmd« der städtisch» Schuldqmtation und als» auch unmittelbar« Borgrsetzt« des Rectors, in seiner Privatwohaung, prüft» tirtr dm ob« gmauntm Zettel nebst Randbemerkung« 1 vo« find j« fo» rufstsch« Luständel «V. dte <tmr. in vor. Ar. <«w.) ••) ©U RttediM Im Wcht umhin hi» «quheulm. da» Herr vr. wie ihr wohl »UWmt »st, fett John» sch« rech« »ft sssan. erfetg-rich dem , hiutwpmmnwsch» Wschu» uud d» tzr »«Am,<*. mm am«» da» Rotor», Ufk Mt veehäliuchfe dar und brrährie gleichMg auch dt« voi-gtnge des verffoffm« Winter* und *n puaast andere Misst,nsgeschicht». Der Bürgurwetster »asm di« Mit« thetluug mit Entrüstung, aber gleichzeitig auch mit Dank dafür auf, daß der still« Privatweg bchuf* Austragung der Sache etngesihlag« ward« sei, — uud versprach lm Uebrigm Abhilfe. Ol das nun für all« Zukunft helft» wird? Ob der Herr Rector künftig all« ähnlich« versuche unterlaffm wird? Das steht dt dm Sie«« geschrieben! An uns ater tritt dmn doch di« ernste Mahnung heran, endlich «Mt» zu thuu, — und das um so «ehr, als jetzt in dm betreffend« Ministerien der Entwurf de* künftig« organkchm Untrnichtsgesetzes vorbereitet wird. Oesterreich. ZuoMrigar». In einem Weinberg des Zeloe, Lomttatrs, welcher der IDittw« Maria Weber gehört, «rscht» vorig« Herbst der Handelsjud« Schwalb. Im Weinbers^e arbeitet« der Knecht üttesa» vogatiu, und dft Eigenthümeri» befand sich ebm zufiillig mtt ihrem kaum vierjährigen Ikiuk dort. AU nun der Jude mtt dem lang« Brrt kam, erschrak das Kind und fing heftig zu wein« an. Darüber aber wurde dt« gute Mutter so zornig, daß sie ihrem Knocht hiefahl, d« alt« Judmzri verjage«. Der Knecht nahindit^MeindergDhaur" und setzt« d«l alt« Iud« »ach AU er dm aeißdärttg« Greis endlich erreicht hatte, schlug er ihm die Wetnbergshaue so lang« an len Kopf bis der alte Jude, der dalfttm Wekb und Kind hatte, zusammmbrach und siin Leb« ,»ushaucht«. Das Komitatsgericht verurtheilte d« Mörder zu fünfjährigem schwer« Kerb». (Jft.) A« Oecklze». Bor eiuigm Tagen ging vor Stanis» lawczyk, einen klein«, nächst vrodg gelegmm Städtchen, der dortige jüdische Schlächter in das benachbarte Dorf, um dm rituell« Schlachtungsakt auszuführen. Der Schlächter trug «in Fläschchm Aqn» ritoe bei sich, um fufl» er ermildm ftllte, eine kleine Herzstärkuug nehmen zu kömum. Währind er dm vor seine« Ziele liegmdm Wald paffirt^ wurde ir plötzlich von einem Strolch« an gefall«. Der schlichte Mm» suchte sich »war zur Wehre zu setz«, allein oergeb««, er wurde übermannt uud ihm die Arm« gebunden „Das üleld Herl" schrie der Bandit. Der Angefallenr liefen» seine ganze Baarschaft, in 80 ttreuzern bestehend, aus, der Räuber aber wollt« noch «ehr Hai»«, indem er de« Iud« ei« Pftifihm zeigte und sagte, fab* er darauf pfeift, würd« noch fünf ttameradm komm« und t«m Aermstm dm Garaus machen. Der Augefall«« bor min dem Räuber zitternd setam Branntwein an. Während der Letztere au» der Flasche trunk, befreit! sich der Jude rasch von seinen Banden, ergriff sein Schlachttueffer und schnitt dem Banditen dev Hals ab. Zu «tflieh« wagt« er j^och nicht, bis er in weiter Fern« ein« Gendarm«, erblickte» worauf er aui» LttbeRrtst« uw Hilf» lief. Der Geudarm kam und brachte den Iud« sammt dm tndtm Räuber tu die Stad», wo Ersterer eiustweil« in verhaft blieb. Dem Bandttm wurde jene» Pfeifchm abgmommm, »>nd ein« Abthetlung Soldat« begali fich in dm Wald. Kaum ließ stch der eigmthümliche Pfiff hören, al» di« fünf Bandit« rtleud» herbeilamm uud so in dir ihn« gelegte Schlinge fielen. (Vas.) Älsüs». .Wem. IM dm jüngst vollzogen« Wahl«, an beum stch, 'wie bekmiut. auch di« kleetkläft Pmtet eifrig bcthevigr