Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 35.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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281 kenen Flaschen. Und daS erinnert — oder erzählt — der j „Israelit" alS wahre Geschichte. Noch drolliger ist ti, wenn dasselbe Blatt dem „Zew. Mess." einen langen Bericht über ein Meeting einer Zudenbekchrungsgesellschast als Factum uachdruckt, während auch da die Zronie in Thatsachen und Namen handgreiflich ist. Wir haben das englische Original augenblicklich nicht zur Hand und kommen vielleicht gelegentlich darauf zurück. Red.) Feuilleton. Die Rührer durchs Leben.*) Vierzig Jahr« wandelt' in der Wüste Unser Bol» auf sein-r Pilgerreise Und «» hatte mancherlei Gelüste Venn ihn« diente Manna nur zur Speise. «der leuchtend aus dem rrchien Wege Sandte Satt de« Tag'« die Wolkensauft; Recht« deschien die FeuersLul' die Stege, Stet« begleitend st«, auf jeder Meile. Und auch wir, wir wandeln durch die Wüste, Vie da» Leben vor un« autgebreitel, Lu erreichen die entfernte Küste — Oach wa ist da» Licht, da» un» begleitet? Qftmal« winkt, entferni vam Quell der Wahrheit, Un» dir blühende Vas' der Freuden; Wird getrübt de« Glauben« ruh'ge Klarheit, Lweifrl» Hyder schasst un« neu« Leiden. Wenn der lag de» Stück'» un« dann erscheiuet, Uebrrmuth al» sein Gefolge »ringet, Dann ist ernstlich wahl der Kampf gemeine«, Sa die Lugend mit dem Laster ringet. Unschlüssig zu wählen in der Sile Lehne» rachla» wir am schwanken Schil r. — Vach da kämmt st« schon die Wolkensönle, vring» un« ftendig^dft gewünschte Hülfe. Di« Erinnerung ist «», ja die theur, Rolli «t"g«»g'-"a gaL ,ar unser» Blicken, Füllt, dann« zum Gute» st« «nseure Unser Herz mit dankbare« »ulzücken. Lehnt wie mau lebet, knüpfe», siege« Für de« «lauben», für der «ahrhett Hart. Xiffrrr «efühle selbst bekriege,. Zu veredeln st« durch lhat und Wart. Und di» trüb« Rächt, st« folgt dem Lage Briugt Verzweiflung» lägt un» fast verzagen vie Sntsagung führet Mtft« Klag« Frigt: Wofür soll ich die» Alle« wagen? „Die Vergeltung ist ein falber Schimmer, „Gleicht dem Irrlicht, da» im Sumpft tanze», „Ach! st« dringet nn« verlar'ne» nimmer „Mit Versprechung«, st« fich »erschanze«. Als» spricht st«: Plötzlich mild und fteundlich Vring» «in Schein tn'I llhaa» der Sedaukm Und den rechten Weg erkennt man deutlich — H»ff»»»> hat gesprengt der Sinn« Schranken. Schln« zeuersiiul', in Rach« de« Leben« Wird st« un» zum Lrast. zur Rckterin, Rft vertrauet man sich ihr vergeben», Sicher führ« st« zu« Lieft hin. *) von etner Israel. Dame. Sr, der sendet diese Führer beide. Wachet sarglich über clle Stege; Lu veidienen un» die ew'ge Freud«, Legt Sr un» auch Dornen in die Wege. Und sein Segen ist die Himmelispeise, Die er gnädig seinen Kindern beut; Sa vollenden wir die grast« Reise Zu dem Lhran der ew'gen Seligkeit. Davi- und Darwin. „GS ist ein Glück, schreibt „Tb« golden Age“, das, kein j Darwinioner im Comitä für Revision der Bibel-Uebersktzung sitzt, denn einer von dieser Schule schlägt für den IS—16 BerS des 139 Ps. folgende Lesart vor: „Mein Protop'aSma .war Dir nicht verborgen, als fern in der titanischen (rpoche ich in der See schwam eine aufgekrauste und planschende Meduse. Ja in noch weit entlegenerer Zeit, bevor die Differentiation begonnen halte, da sahen Deine Auge-i meine Fleischwerdung und in Deinen Gedanken nahmen meine Glieder Gestaltung an, bevor sie sich entwickelt hatten." Gleich jenem ehrlichen alten Zecher, welcher Wasser nicht verachtrte,.aber guten alten Rum weitaus vorzog und darauf bestand, daß beide zu mischen inconstitutionell sei, so shahen wir eine starke Borlieb« für David und zuweilen eine kleine Schwäche für Darwin, aber einen entschied«»«» Widetwillen gegen Mischung beider. Luriosa. Ein jüdischer Lehrer machte an einem prepß. Seminare fm Jahre 1860 seine Prüfung für das Schulamt. Der Eemteeardtrektor richtet« in der Religionsprüfnng folgend« Frage an ihn; „Wie hieß der Mann, der mit Zakob an der Furt Zakob rang?" — Der Kollege antwortete: Herr Direktor, das weiß ich nicht". — TagS darauf, nach bestandener Prüfung nahm der Kollege Abschied von dem gestrengen Herrn. Derselbe erwies sich als sehr freundlich und angenehm: „Nur rinS thut mir wahrhaftig leid — daß Sie mir auf meine / gestrig« Frag« in der Relgion die Antwort schuldig geblieben flnb!" — „Herr Direktor, ich bin Jude und kann Ihnen darauf keine Antwort geben — wenn sie mich. aber belehren wollen, so bitte darum i" — „Soll ich» Ihne» sagen? — Nun, der Mann, der mit Jakob an der Furt Zakob rang, war mein Herr Jesus Christus — und wenn Sie den nicht glauben werden, so sind. Sie verdammt in Zeit und Ewigkeit!" — (N. D. Schulz.) Briefkasten der -kedactia«. Herrn vr. L. in B. Ihr« Bemerkungen in Betreff der Antwort auf die zweite »nftag« in Nr. 33 ist ganz richtig. Ich befind« mich im vad« entdlöstt »an den .Sewerkdgeräthm", «in ü inblick in dm Tor Jon cke» beim nächsten Herrn Kollegen zeigte mir, das! meine Wiedergabe de» '"8 BP J"8 r*13!P Auffassung der Autoritäten nicht entspricht. Faktisch ist jedoch, trotz diese» durch Mitten au» dem Köpft herbeigeführtm Jrrthum», der Unterschied nicht grast. „Man soll de» Frieden? willen Leichen van Richlinden /bensagut wie die van Juden begrabm" — aber wa? allerding» haben Talmud und Po»klm >abei gedacht nun irgmd «al etwa da, »a man dft Leiche findet, wie beim s. g. Mn* mizwa. Derartig« Praeedurrn find aber jetzt mehr gestattet: mtweder auf unserem Friedhof» aber wir müssm unsere Hand ganz davon lassen. Salftn wir als» eine Leiche, der sich Angehörige einer andern Smsesston nicht arnehmm wollen, begrabm, sa wird e» aus unserem Friedhof geschehe:, müssm Sin dritte» giebt«» eben nicht! Und mit dm, '?J{K PSH paip p» wird'« heutzutage wähl ohnehin nicht so gmau gmommm, wie t» de Schulch. aruch meint.