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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 33. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 33.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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r. &. P Wir erlaube« uni deshalb hiezu eine Landesver- - fammlung in Eanstatt vorzuschlagen u. s. ». Heilbronn 1 Juli 1872. Im Aufträge des hies. Annen-Unterstützung »Vereins". Oesterreich. Maat. (Schluß.) Es wäre vielleicht ungerecht, von diesem einzelnen Vorfälle auf das Wesen der Schomre hadath im Allgemeinen zu schließen und das ganz« Treiben dieser Pytte zu verdammen, wenn el nicht eben nur eine an die Oeffentlichkeit emporgeschnellte einzelne Thatsache wäre, hinter der ein ganzes Heer von schlechten Leidenschaften lauert und das ganze Land in seinen Banden verstrickt hält. Wenn in einem Organismus faule Säfte wuchern und massenhafter KrankhritSstoff angehäuft ist, so bedarf eS nur eine! geringen Anstoße», um da» Leiden zu heftigem Ausbruche, den Schmerz zu völliger Empfindung zu bringen. Die Affaire von MiSkolz hat den ganzen Jammer der gegenwärtigen Streitigkeiten mit! ' einem Schlage in ein grelle» Licht gestellt und die allseitigen düster» Vermuthungen in vollem Umfange bestätigt. Mit k Ausnahme von einigen höchst achtbaren Persönlichkeiten, die ' Anfang» an der Spitze de» Unternehmengestanden und dem Kampfe für ihre Ueberzeugung ihre vollen Kräfte geliehen - haben, — seit längere Zeit aber ihre Mitwirkung an dem Werke versagen — herrscht unter den jäheren der „Gesetze»- Wächter" durchaus ungrfälschter Egoismus, unverleugneter * Eigennutz. Bon dem ehemaligen Redacteur de» „Magyar -> JJflbö", einem wenn ich nicht irre, au» Raab gebürtigm und hier wohlbekannten Manne, bis zu dem letzten artistischen ► Lester de» „traditionellen" Iudenthum», der hier ebenfall» au» ««hrjthriger Thätigkeit an der Gemeindeschule in Erinnerung Aller 'ist, ist nicht «in Funken von UeberzeugungStreue zu finden. Und so wie die Spitzen der Verbindung» find auch . Mt einzelnen Zweige und Abtheilungen der fast durch das ganze Land verbreiteten „heiligen Allianz" von dem Wurme der Selbstsucht zerfreffrn. Nur Wenige der verständigen durchblicken das Trug» geweb« und erkennen, daß eine jede Trennung in ihren Folgen betrübende Erscheinungen zu Tage fördert, daß in der Einheit . das Heist zu suchen sei. Wer, wie Referent, zwischen den Parteien steht und nach keinem der Extreme hinneigt, wird beim Anblick solcher Zustände von tiefem Weh erfaßt und muß wünschen, daß bald der Geist de» Frieden» die Gemüther einander wieder zuwend« und die Arbeiten de» Friedens gefördert werden. Sei e» auch nur, um gegenüber den empörenden Vorgängen an der untern Donau ei» energisches Auftreten von Seite aller ungarischen Israeliten zu er- . möglichen, um zu zeigen, daß das Volk einig sein kann, ivo , es gilt, den bedrängten Stammesgenossen thatkräftig beizustehen, . äußere Gefahren muthig und geeint abzuwehre». — Krappa«, 2. August. Urber einen hier vorgefallenen „Mortarafaü" schreibt die „N. fr. Pr.": Die israelisischen Handelsleute Moses besitzen einen 13'/»jährigen Sohn Heinrich, ' welcher in einem Weißwaarengrschäfte prakricirte. vorgestern kam der Knabe nicht in da» Geschäft, und da er auch nicht in da» Elternhaus zurückkehrte, wurden Recherchen nach ihm v aagestrllt. D» ergab fich nun, daß der Jüngling auf Ber- - anlafiung riues Priesters (mau nennt allgemein eine« hiesigen Katecheten) in eine katholisch« Familie gegeben wurde, um dort .bis zu seiner Taufe «iq Asyl zu finde«. Die Mutter des ^fifisb ni hat fich st, <ümyfehr ruergtfchen Triefe au den er- JksAttbet «ad -«denkt dir nöthigen Schritte bei Gerichte zu thun, wenn der Knabe nicht heute noch zurückkehrt. Derselbe soll übrigens schon seit längerer Zeit von Geistlichen bewirthet worden sein, ja selbst Geldgeschenke von denselben erhalten Haben. Frau Moses ist von vielen Seiten gedrängt worden, eine Schrift zu fertigen, in welcher ihre Zustimmung zum Uebertrftte ihres Sohne» in die katholische Kirche auSgedrückt wird, wa» sie aber standhaft verweigerte. — Ein soeben angelangtes Telegramm ergänzt vorstehende Nachricht dahin: Heinrich Mose» ist gestern in das Elternhaus ,urückgekehrt, nachdem dessen Mutter an den Katecheten venda einen energischen Brief geschrieben hatte. väuemarir. K -opeuhage«, 29. Juli. (Or.-Eorr.) Wenn ich Ihnen io meinem Früheren ein kurzes Resumö über einige der hiesig« privaten Wohlthätigknts-Institulionen mitgetheilt, erlaube ich mir diele durch einige Notizen über die Stellung unserer Glaubensgenossen hier zu suppliren. Durch die im I. 1348 gegebene Freiheit und die später daran geknüpften Gesetz« ist diese Gottlob eine höchst befriedigend«, in der Juden sowohl auf den verschiedenen Stufen der militärischen und in der Amtsbahn ihren Platz finden, ebenso wie sie al» Mitglieder der verschiedenen gesetzgebenden und kommunalen Repräsentationen berufm werden. Beispielsweise kann angeführt werden, daß die au» 36 Mitgliedern bestehende Communalrepräsentation der Stadt (Bürgerrepräsentantschaft) b unserer Glaubensbrüder in ihrer Mitte zählt. Als jüngst der rühmlichst bekannte Banquier D. B. Adler, der auch Repräsentant der jüdischen Gemeind« ist, wegen seiner geschwächten Gesundheit eine längere Reise vornehmen wollte und daher fein Mandat als Bürgerreprisentant niederlegte, sprach der Präsident unter anhaltrnoem und wiederholtem Beifall der Versammlung, so wohl das Bedauern, rin so anerkannte» tüchttges und angesehenes Mitglied vermissen zu inüssen, als den Wunsch aus, daß Herr Adler recht bald vollkommen genese» und wieder seinen Platz in der Versammlung einnehmen möge. — Im Geschäfts- und Börsenleben pflegen unsere Giaubenögenossen allenthalben eine wichtige Rolle zu spielen, daß dieses auch hier der Fall, geht daran» hervor, daß z. B. der erste königliche Direktor der Nationalbank ein Jude, Etatsrath M. Levy, ist, auch wird die neu errichtete sogenannte Dänisch« LandmannSbank von Js. Glückstadt din'girt. Als jüngst eine direct« vom Könige erwählte Eommission niedergesept nurbe mit der Aufgabe, die Münzverhältnisse und namentlich den Uebergang zun: Goldsußr zu prüfen und zu bearbeite» wozu die vornehinsten finanziellen und o erkanttlen Eapac.täten berufen wurden, erhielten außer dem obenerwähnten EtatSrath Levy auch »och Banquier B. L. Fränckel hierbei Sitz. So wie wir un» auch am praktischen Geschäft»- und Industrieleben lebhaft brtheiligrn, werden auch die AuSüber respectirt; er verdient bemerkt zu werden, daß bei der jetzt eröffnet« nordischen Kunst- und Industrieausstellung, die überall wegen ihrer ganzen Einrichtung, ihrem Bau und Inhalt sehr hochgestellt und gerühmt gfird, eine bedeutende Anzahl unserer Glaubensbrüder ol» Aussteller rühmlichst repräfenlirt, und Mehrere al» Mitglieder der Beurtheilungscommisfionen der verschiedenen Elaffen gewählt wurden. . Es wird Ihnen wohl bekannt sei«, daß vom König «ad der Regierung eine nicht geringe Zahl unserer Glaubeasgenoffe« durch Rang oder Ttttl ausgezrichuet stad. Mtt de« Danest«d 1b hier M«ttr1, ha«»trr S «ertte, Wtflen-

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