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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 33. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 33.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Wochc» Gefängniß, dam dir Staat müsse den: Pfaffenihtu», daauch heute noch zu Religionskriegen fanatifiren möchte, zeigen, daß der Arm staatlicher Gerechtigkeit auch seinen exceptionellen! Stanil zu treffen wisse. Der Gerichtshof verurtheilte den j Angeklagten zu einem Monat Festungshaft. (St. H. Z.)! ,K««b»rg, 1. August. (Or.-Eorr.) Die Einweihung j deneuen Schulgebäudes der ist. Mädchenschule von 1798 fand am 14. Juli statt. Nachdem die Direktion der Schule,; die Drrction des Paulinen-Stift-, die Lehrer und Lehrerinnen, sowie die Schülerinnen: 105 an Zahl und dir Eingeladenen fich in den dem Paulinen-Stift gehörigen Räumen versammelt hatten, betrat der Präses der Direktion, Herr Adolph Hinrichsen, die Rednerbühne, um zum Abschiede einen Überblick auf die Wirksamkeit der Schule zu werfen, von dem Augenblicke an wo st: als „Schule für weibliche Handarbeiten" begründet, durch diese ihre Enftenz erhielt, bis zu dem jetzigen Augenblicke, wo stc, von freiwilligen Beiträgen und einer Subvention der Gemeinde gestützt, durch die aufopfernde Lhätiakeit von Mitgliedern der Direktion sowohl, alS namentlich der jetzigen Oberlehren», sich den ersten Bürgerschulen ebenbürtig und das Bestreber fühlt, eine Musteranstalt zu werden. Unter den Klängen der Musik begaben sich darauf sämmtliche Anwesende durch «in von kaubgewinden errichtetes Spalier in das vom Paulinen- Stift neu erbaute Schullocal, das mit Flaggen und Guirlanden festlich geschmückt war. Hier empfing sie der Präses desselbn, Herr l)r. John Israel, mit herzlichen Worten, in denen er namentlich darauf hinwies, wie bisher da» Paulinen- Stist und die Ist. Mädchenschule Hand in Hand gingen bei ihrer Aufgabe, die geistige Ausbildung der Mädchen zu fördern, daß ei auch in Zukunft so bleiben möge, und durch dir örtliche Trennung (die Schule ist jetzt im Hintergebäude de» Pauli» en-Stifts, während sie bisher in einem und demselben Hause war) nur der kräftigen, geistigen Entwickelung durch besser geeignete Räume Gelegenheit geboten werdm solle. Ihm folgte eine Ansprache der Oberlehrerin der Schule: Fräulein Marcu». Sie sprach in schwungvoller Rede ihren Dark vor Allem der Direktion au», die ihr in ihrem Wirken für die Schule stets di« nöthige Unterstützung geliehen habe und wandte sich alsdann an die Kinder, um sie zu begeistern, der Direktion und den Freunden der Schule fich dankbar zu zeigen, welcher Dank sie dadurch am besten beweisen könnten, wenn sie bu ch Fleiß und gutes Betragen das Strebe» derselben nnterstitzten. Als Gemeiude-Dorfteber sprach Hr. W. M. Wolff weniae Worte, worauf der Religionslehrer der Schule: Herr I>r. Sänger de» Kreis der Reden mit dem Segen schloß. (F. f.)! 0 — n. Märkisch - Jiriedkund, 4. August. (Or.-(5orr.) | Am gestrigen Sabbatb forderte unser Rabbiner in der Predigt, ■ welche die hohe Bedeutung der Einheit im Iudcnthume au» | dem Terte entwickelte, zum Anschluß an den Geuieindebund! auf. Die mit warmen Eifer gesprochenen Worte verfehlten > auch ilire Wirkung nicht; die Stimmirng der Gemeinde ist i dem Anschlüsse sehr geneigt. Es strbt demnach zu hoffen,! daß der für d>- jüdische» Znterreffen stets beseelte Gemeindevorstan» nicht säuureu wird, die nöthigen Schritte zur Realisirung * dieser gemeinnützigen Idee thun wird.; Ais Württemberg. (Qr. Eorr.) Wir geben hier ein j Rundschreiben, das die israelitische Gemeinde Heilbronn an . sämtliche israel. Gemeinden des Lande» hat ergehen lassen, j E» kennzeichnet die Eclamität de» jüdischen Lianderbetteln» ' so grneu, da» e» keines weiteren EommentarS bedarf. Gesammt- 1 anschluj» u»«4fr»AS. Mmeiad»Würim»bqHt^r >«u Gauel nde- . .. . - - " :-*J -V.: bund wird da» beste Präservativmittel gegen di« Brtklerschwte au» den slavifchen Ländern sein. Das Rundschreiben lautet.' k * „Derrhrl. Kirchenvorsteheramt! Die seft einigen Jahre» - '• in erstaunlicher Weise zunehmende Wanderbettelei ist zu einer . - - Landplage auch für Württemberg und einer Herabwürdigung . der ganzen Iudeuheit geworden. Die Aufbringung vermehrter Mittel der einzelnen Unterstützungsvereine haben, anstatt da» llebel zu heben, al» Lockspess« für Biele gedient, den ehrbare» aber schwierigen Beruf der Selbsternährung aufzugeben, um de« - leichten aber schändlichen Weg des Bettels zu betrettn. Die Majorität der unsre hiesige Eassr in Anspruch nehmende» Personen besteht au» ausländischen schulpflichttgen Kinder« und arbeitsfähigen ledigen oder verheiratheten Leuten i« kräftigsten Alter. Den Elfteren wird auf diese Weise der Weg zur Bildung 7 für einen künftigen Beruf abgeschnitten, durch die Unterstützung der Letzteren, welche der Industrie und dem (bewerbe schaffende Kräfte sein könnten, wird eine Legion moralisch verkommener 1 Wegelagerer geschaffen. Der hiesige Verein seit 1862 bestehend hat im verflossenen .? Jahre 1824 Gaben im Gesammtbetrage 2414fl. verabreicht. ' ’ Schon geraume Zeit beschäftigen wir uns mit der Beseitigung dieses Krebsschadens. Wir haben sowohl mit den hiesigen, seit einer Reihe von Jahren bei unserem Armen» unterstützungS-Berein functionirenden Mitgliedern, al» mit auswärtigen Fachmännern Berathung gepflogen. Die Gemeinden des hiesigen RabbinatS sind deshalb zur Gründung eine» Bezirks-Armenverein» veranlaßt worden; dieses BezirK-Institut soll da» Herumlungern auf den Straß«» '! und die Ueberlast in Kost-und LogiSreichung von den Landgemeinden abwenden oder doch wesentlich vermindern, und alS Borläufer und Grundlage des zu schaffendeu Ccntralorganb gelten. Wir verkennen keineswegs, daß damit noch nicht sehr viel erricht ist und bezeichnen deshalb das Institut al» Vorläufer; denn soll dem Uebel gründlich abgeholfen werden, so muß au» diesen Vereinen ein württembergischer LandeSverein, und letzterer ci» Mied de» Deutsch-israel. Gemeiudetag» werde»,, der alle Gauen Deutschland« ebeus» umschließen urbge. Diesem deutschen Eentralorgan muß in erster Linie dir Vertretung der Gesammtjudenheit da obliegen, w» die Hülfe de» Staats nithig, wo e» sich um Aufhebung von Schranken und Au»nahm»gesetzen handelt, und wie dem Uebel» standc des Bettels, der hauptsächlich in Gestrußland, Pole» und Böhme» leine Wiege hat, an der Quelle geholfen werden kann. Die couftituirende Versammlung des deutsch-israel. Gemeindebuuds zu Leipzig am 14 April 1872 hat diese s Prinzipien der Armenpflege als unabweislich dargestellt, auch dieser Bund hält die Gründung von Bezirks-Armenvereine» zur Untrrstütznng von Bezirks- und andern würdigen inländischen Annen für unerläßlich. Dagegen will er durch Beiträge ■\ der Bezirksrefp. Landes-Vereine in die Lage versetzt werden, .^ an sämmtliche» Grenzorten Hilfcomitä» zu errichten, welche H die ankommenden Bettler beim Eintritt unterstützen, dagegen deren Weiterreise nach Deutschland verhindern; welche» ferner ’ die Mittel zu Gebote stehen, um für die Ausbildung der Jugend in jenen Ländern und für die Auswanderung arbettbfähiger Familien nach Amerika kräftig wirken zu können.^ Um diese» große Ziel erreiche« z» helfe», scheint uu» für Juden Württembergs zunächst di« Gründung etnrfl armen - Unterstützung» - VmM»S altz ItzK',

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